Porsche im Fußball - Sponsoring in Millionenhöhe

Bereits seit Jahren ist Porsche als Sponsor in der Bundesliga aktiv. Im Kampf der Automarken, die sich für eine höchst attraktive Zielgruppe in Position bringen möchten, spielt der Sportwagenhersteller jedoch bis heute eher eine Nebenrolle. Doch ist ein größerer Einstieg des Unternehmens tatsächlich zu befürworten und welche Chancen wären damit in den kommenden Jahren verbunden?

Engagement beim VfB Stuttgart

Erst im Jahr 2016 wurde der Einsatz von Porsche als Sponsor des VfB Stuttgarts weiter vergrößert. Dabei entschied sich der Autobauer dafür, ein klares Konzept für die Förderung zu formulieren. Unter dem Motto „Turbo für Talente“ soll vor allem die Jugendabteilung vom größeren Einstieg des Sponsors profitieren. Zuletzt gelang es Porsche auf diese Weise, Vereine wie RB Leipzig, Sonnenhof Großaspach oder die Stuttgarter Kickers zu unterstützen und dadurch das eigene Profil über Jahre hinweg durch attraktive Verträge mit den Klubs zu schärfen.


In der Praxis ist dieses Konzept beim VfB Stuttgart vor allem aufgrund der starken Konkurrenz umstritten. Schließlich positionierte sich der Daimler-Konzern, dessen Motorenwerke nur wenige Meter vom Stadion entfernt liegen, in den vergangenen Jahren deutlich. Nach der Ausgliederung der Fußballabteilung nutzte der Stuttgarter Autobauer zudem die Gelegenheit, Anteile in Millionenhöhe zu erwerben und sich so noch eher in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Für Hochspannung zur neuen Saison sorgt jedoch auch dieser Schritt nicht. Zu groß ist bis heute die Dominanz des FC Bayerns, der wiederum Audi als starken Partner an seiner Seite hat. Auch in dieser Saison werden den Münchenern bei Buchmachern wie 888 die besten Gewinnquoten in der Bundesligazugeschrieben. Der VfB Stuttgart steht ebenfalls nicht schlecht dar, der Verein befindet sich für diese Saison noch in den Top 10 laut Buchmachern.

Stark umworbene Zielgruppe

Der aktuell florierende Fußball bleibt für Autohersteller eine höchst attraktive Zielgruppe. Dafür sorgt auf der einen Seite die Tatsache, dass vor allem begeisterungsfähige Männer in den besten Jahren angesprochen werden. Sie zeigen einerseits ein höheres Interesse am Kauf eines Autos und der Möglichkeit, kräftig zu investieren. Auf der anderen Seite sind dort die notwendigen finanziellen Grundlagen für den Kauf vorhanden, welche den Kauf noch interessanter machen.


Auf der anderen Seite sieht sich Porsche trotz Ausgaben in Millionenhöhe von einer starken Konkurrenz umzingelt. Obwohl es immer wieder möglich ist, das eigene Logo an einer wichtigen Stelle zu platzieren, bleibt dies nicht der einzige Eindruck des Betrachters. Der übergeordnete VW-Konzern ist inzwischen in jedem Stadion vertreten. Darüber hinaus besitzen auch BMW, Audi und Mercedes entsprechende Beteiligungen. Auf diese Weise könnte sich die eigentliche Wirkung des Marketings wieder etwas abflachen, so die Befürchtungen der Kritiker.

Erfolge in der Branche

Trotz des Preisdrucks in der Branche gelang es dem Konzern zuletzt, die Gewinne pro verkauftem Auto stabil zu halten. Mit durchschnittlich 16.000 Euro liegen diese auf deutlich höherem Niveau, als dies für Hersteller wie BMW oder Mercedes je möglich wäre. Dennoch setzten sich die Verantwortlichen das Ziel, den Verkauf in den kommenden Jahren weiter anzukurbeln. Um auch das Marketing in gezielte Bahnen zu lenken, könnte der Sport tatsächlich attraktive Möglichkeiten bereithalten.


Doch bereits in den vergangenen Jahren ist es gelungen, für neue Bestmarken bei den Auslieferungen zu sorgen. Im Jahr 2017 konnten rund 246.000 Fahrzeuge an Kunden in aller Welt mit einer Neuzulassung versorgt werden. Damit gelang es zum ersten Mal, bedenklich nahe an die Marke der Viertelmillion heranzurücken. Die anhaltende Begeisterung rund um den Hersteller, die starke Konjunktur und die guten Zahlen der ersten Quartale 2018 lassen darauf schließen, dass dieser Rekord nur noch wenige Monate bestehen bleibt.


Im Hinblick auf diese Zahlen wird es für den Hersteller auch in den kommenden Jahren möglich sein, die Branche in gleicher Weise zu unterstützen. Damit ist die Chance verbunden, dem Hersteller zu einer noch größeren Präsenz zu verhelfen. Von vielen Seiten wünschen sich die Verantwortlichen aus diesem Grund, dass der Kurs der vergangenen Jahre weiter fortgesetzt werden kann. Das aktive Sponsoring, welches sich aufgrund des sportlichen Images weiterhin auf den Fußball konzentriert, soll dafür natürlich erhalten bleiben.


Bild: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG