Wolf im Wolfspelz war gestern – es geht noch mehr! Der neue 911 RSR.


pff.de/wcf/attachment/332090/Mit dem völlig neu entwickelten Porsche 911 RSR wird Porsche zum ersten Mal am 28. Und 29. Januar 2017 beim 24-Stunden-Rennen von Daytona in die kommende Motorsportsaison starten. Er sieht aus wie ein typischer 911, ist jedoch ein Einsitzer. Der Sitz ist fest mit dem Fahrzeug verschraubt, die Sitzposition des Fahrers wird durch das Verschieben der Pedalbox angepasst.

Angetrieben wird der neue Dauerläufer aus Weissach von einem extrem leichten, wassergekühlten Sechszylinder-Boxermotor der vor der Hinterachse positioniert wurde (Achtung, Achtung!). Bei einem Hubraum von vier Litern leistet er 375kW (510 PS).

Ausgestattet mit dem hochmodernen Assistenzsystem „Collision Avoid System“ lassen sich über einen Monitor im Cockpit im Dunkeln die meist schnelleren LMP-Prototypen auf dem Track rechtzeitig erkennen. Missverständnisse und Kollisionen können so eingedämmt oder vermieden werden.

Ebenfalls wurden in den Bereichen Sicherheit für den Piloten, Servicefreundlichkeit beim Boxenstopp, sowie bei Optik und Erscheinungsbild weitere Optimierungen vorgenommen.

Aktuell plant die Rennsportabteilung der Porsche AG für den RSR 19 Werkseinsätze mit einer geschätzten Renndauer von mehr als 140 Stunden. Porsche wird in der FIA World Endurance Championship (WEC) inklusive der 24 Stunden von Le Mans sowie in der amerikanischen IMSA Weathertech Championship antreten.


pff.de/wcf/attachment/332085/Die Eckdaten in Kürze Konzept:
Einsitziges Rennfahrzeug für die LM-GTE Kategorie

Gewicht:
ca. 1.243 kg (Basisgewicht per Reglement)

Länge:
4.557 mm (ohne Splitter, Heckflügel, Diffusor)

Breite:
2.042 mm (Vorderachse) / 2.048 (Hinterachse)

Radstand:
2.516 mm

Motor:
Wassergekühlter Sechszylinder-Boxermotor, Anordnung vor der Hinterachse; 4.000 cm3, Hub 81,5 mm, Bohrung 102 mm; ca. 375 kW (510 PS) je nach Restriktor; Vier- ventil-Technik; Benzin-Direkteinspritzung; Trockensumpfschmierung; Einmassen- schwungrad; Leistungsbegrenzung über Restriktor; E-Gas.

Kraftübertragung:
Sequenzielles 6-Gang Klauengetriebe; Zwei-Wellen-Längsanordnung mit Kegeltrieb; Schaltbetätigung über elektrische Schaltwalze; Schaltwippen am Lenkrad; Getrie- begehäuse Magnesium; Lamellensperrdifferenzial mit Visco-Einheit; Drei-Scheiben- Kohlefaser-Rennkupplung.

Karosserie:
Gewichtsoptimierte Rohkarosse in Aluminium-Stahl-Verbundbauweise; abnehmbare Dachluke; FT3 Kraftstofftank im Vorderwagen; eingeschweisster Sicherheitskäfig; Sitz gemäß FIA 8862-2009 starr mit Karosserie verbunden; Sechspunkt-Sicherheitsgurt für den Einsatz mit HANS; Längs verstellbare Pedalerie; Anbauteile aus CFK, schnellwechselbar; Heckflügel mit Schwanenhalsanbindung; Vier-Stempel-Lufthebeanlage mit Sicherheitsdruckventil; Beheizbare Frontscheibe Feuerlöschanlage mit elektronischer Auslöseeinheit; Beheizbare Frontscheibe.

Fahrwerk: Vorderachse: Doppelquerlenkerachse; Vierwege-Schwingungsdämpfer; Doppelte Schraubenfedern (Haupt- und Hilfsfeder); Beidseitig verstellbarer Schwertstabilisator; Servolenkung mit elektrohydraulischer Druckversorgung.
Hinterachse: Doppelquerlenkerachse an integralem Hinterachs-Subframe; Vierwege- Schwingungsdämpfer; Doppelte Schraubenfedern (Haupt- und Hilfsfeder); Beidseitig verstellbarer Schwertstabilisator; Tripoden Gelenkwellen.

pff.de/wcf/attachment/332087/Bremsen:
Zwei getrennte Bremskreise für Vorder- und Hinterachse, regulierbar über Waagebalkensystem.
Vorderachse: Einteilige Sechskolben-Aluminium-Festsättel mit Schnelltrennkupplung; Stahlbremsscheiben innenbelüftet mit 390 mm Durchmesser; Rennbremsbeläge; Optimierte Bremsluftführung.
Hinterachse: Einteilige Vierkolben-Aluminium-Festsättel mit Schnelltrennkupplung; Stahlbremsscheiben innenbelüftet mit 355 mm Durchmesser; Rennbremsbeläge; Optimierte Bremsluftführung.

Felgen/Bereifung:
Vorderachse: Einteilige geschmiedete Leichtmetallfelgen, 12,5J x 18 ET 25 mit Zent- ralverschluss; Michelin Slick 30/68-18.
Hinterachse: Einteilige geschmiedete Leichtmetallfelgen, 13J x 18 ET 37 mit Zentral- verschluss; Michelin Slick 31/71-18.


Elektrik:
Cosworth Central Logger Unit; CFK Multifunktionslenkrad mit integriertem Display, Schnellverschluss und Schaltwippen; Collision Avoidance System; Geregelter Gene- rator in Verbindung mit LiFePo4 Batterie; LED Hauptscheinwerfer; Rückleuchten und Regenlicht in LED-Technik; Startnummernbeleuchtung und Leader Light System; Schwarzlicht im Innenraum; Elektrisch verstellbare Außenspiegel mit Memoryfunk- tion; Reifendruckkontrollsystem (RDK); Trinksystem; Klimaanlage; Schalterblende auf Mittelkonsole mit fluoriszierender Beschriftung.


Seit dem Rollout im März dieses Jahres konnte die Performance des 911 RSR bereits auf mehr als 35.000 Testkilometern auf Rennstrecken in Europa und Nordamerika gecheckt werden. Im Januar 2017 wird der RSR in Daytona dann zum ersten Mal unter härtesten Bedingungen zeigen was er auf den Achsen hat.



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Text: hOREXKiLLa
Fotos: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG



    Comments 9

    • Der 911, der eigentlich ein Cayman ist...

    • Super Auto, der neue Cayman RSR!
      Nun hat Porsche die Konsequenz daraus gezogen, daß er dem 11er fahrdynamisch überlegen ist. Jetzt fehlt nur noch eine Straßenversion mit dem 4l-Motor und 500 PS.

    • Ich will diese gelben Scheinwerfer...

      • hehe, die find' ich auch sehr stramm ;-)!

      • Jaaa... aber glaub mir. Ich habe in meinem Daily DEPO gelbe Scheinwerfer im E36... ist das legal? Ich bin mir (noch) nicht sicher. Zum Glück kennen mich die örtlichen Organe recht gut... aber bei einer Kontrolle würd ich schon ein wenig schwitzen...

      • Unfair... in Frankreich der 80er war das völlig normal und ein alltägliches Ereignis. Und heut soll das irgendwie nicht mehr möglich sein? Beim Ski/Snowboarden nimmt man getönte Scheiben an der Goggle, um mehr Kontrast bei Nebel oder schwierigen Sichverhältnissen zu erlangen. Hat sich da etwa in der Zwischenzeit etwas an der Physik verändert? Bürokraten! Überall!

      • ja hab ich mir auch schon überlegt ob das legal ist...und gleich mal den Anbieter angeschrieben. Aber eigentlich ist ja nur der Hintergrund (Inlay) lackiert, das ändert ja nichts an der Leuchtkraft/Farbe. Aber Du hast schon recht, in unserem Land ist alles was abweicht verboten...


        nach seiner Aussage ist es kein Problem:
        Hallo,


        ja legal, weil:
        1., die Lackierung erfolgt nur auf die Dekoteile, die für TÜV irrelevant ist, weil die Lichtausbeute sich nicht verändert, wird weiter so wie ab Werk
        2., die Reflektoren werden nicht mitlackiert
        3., woher weiss der TÜV-Prüfer oder Polizist, dass die Scheinwerferinlays in welcher Farbe hergestellt worden sind?
        4., nach ca. 500 umgebauten Sätze haben wir und die Kunden keine Probleme gekriegt

    • Das Teil ist wohl bestens geeignet, um dem Rest des Feldes mal zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat ;-))

    • "vor der Hinterachse" - das nennt man wohl Mittelmotor. Klingt nach einem Renn-Cayman im 911-Kleid ... vielleicht doch nicht so revolutionär.

    • Der Gerät...wahnsinns Teil. Ich finde es sehr interessant, dass Porsche für eine bessere Performance (weniger Reifenverschleiß, bessere Aerodynamik, ausgeglichenere Gewichtsverteilung) das Heckmotorkonzept der Ikone 911 nun zumindest beim Rennauto komplett umkrempelt! Hinsichtlich Wettbewerbsfähigkeit der absolut richtige Schritt.

    • Das kann ja nichts werden, Porsche geht also davon aus, daß die anderen Fahrzeuge "meist schneller" sind. Wahrscheinlich ist die Kamera dann nach hinten gerichtet.

      • ja, die schnelleren LMP prototypen ...

      • Die deutlich schnelleren LMP Prototypen sind mit Sicherheit "meist schneller" ;-)

    • Schleck...

    • ... also ich kann Le Mans kaum erwarten.
      Was ein Bolide!