Posts by Schnellma

    Die Lungen fühlen sich gerade an, als wollten sie aus mir herausspringen. Ich suche nach der Markierung an der Wand. Alle 5-10 Meter hat es an der Bodenleiste Distanzangaben. Bei der Markierung 65 Meter sind wir stehengeblieben.


    Aber wie viele Runden waren es insgesamt? Ich habe den Überblick verloren während des Laufens. Ich lasse mich auf den nächstgelegenen Stuhl fallen und versuche, die Atmung wieder besser zu kontrollieren. Fragend schaue ich meine Therapeutin an.


    Sie lacht und scheint zufrieden mit den Strichen auf ihrem Zettel.


    „865 Meter sind Sie gelaufen.“


    „Danke, dann bin ich auch zufrieden!“


    Danach bei der Pflege vorbeischauen und erstmal mit Magnesium und mit Hot Chi Salbe die linke Wade auskurieren. Am Nachmittag habe ich noch zwei geruhsame Therapien und Arztvisite. Morgen dann nach Hause. Ich freue mich auf Andrea, meine Jungs und vor allem auch auf das eigene Bett!

    k:dance: k:dance: k:dance:

    Ein Wadenkrampf kurz vor dem Zieleinlauf ist natürlich doof. Ich hatte mir im Vorfeld viele Szenarien durch den Kopf gehen lassen aber dieses gehörte nicht dazu. Ich hatte in meinem Leben noch nie einen Wadenkrampf vom Laufen.


    Ab Minute 5 wird es stärker aber da muss ich jetzt durch. Noch eine halbe Minute, ein letztes Mal beim Wendepunkt vorbei. Dann die Stimme der Therapeutin.


    „Schnellma Stopp, die 6 Minuten sind vorbei“.

    Heute ist fertig lustig …

    … aber werde ich am Ende mit meiner Leistung auch zufrieden sein?


    Um 10 Uhr geht es erst mal los mit Aufwärmen und Lockerungsübungen vor allem auch im Hals-/Nackenbereich. Um Viertel nach stehen wir im Flur im Untergeschoss. Es ist viel los um diese Zeit, Rollstuhlfahrer, Rolatoren und natürlich auch Fussgänger. Jetzt gilt es, „Hopp Schwiiz 🇨🇭“ sage ich innerlich zu mir. 6 1/2 Wochen war ich ausserhalb meines Zimmers immer mit FFP2 unterwegs aber für den Test muss es eine normale Hygienemaske tun.


    Die ersten 50 Meter starte ich im schnellen Schritt, auf halber Höhe des Flurs gehe ich ins Laufen über. Die ersten 3 Minuten verlaufen ziemlich nach Plan. Meine Therapeutin ist inzwischen etwas verloren gegangen. Sie läuft nur noch etwa 50 Meter in der Mitte des Flurs mit mir mit.


    Sie sagt jede ablaufende Minute an, so war es zu Beginn abgemacht. Ab Minute 4 merke ich, dass sich ein Krampf in der linken Wade ankündigt…

    Impressionen der letzten Wochen



    Aussicht aus dem Zimmer





    Am Waldeingang, Kilometer 1.1



    Meine weiteste Distanz ca. 1.52 km entfernt von „zuhause“

    (was am Ende etwas über 3 Kilometer Wegstrecke ergeben hat)



    meine weiteste Distanz mit Sicht auf den Wasserturm, circa 1.45 km



    mein Schuhwerk ist inzwischen etwas heruntergewirtschaftet - was ein gutes Zeichen ist :kyippie:

    Mein verrückter Plan

    Ich möchte die 6 Minuten nicht gehen sondern laufen. Da meine Rückenmuskulatur das Abrollen der Füsse noch nicht optimal dämpfen kann, werde ich den Hauptteil der Distanz nur auf dem Vorderfuss laufen. Ein wenig wie Ballett aber weniger elegant, oder so ähnlich wie dribbeln. Bei den ersten Versuchen hatte ich so um die 50 Meter geschafft. Mittlerweile kann ich auch die ganzen 6 Minuten so laufen aber das Ziel ist, mit dem Fuss wieder normal abrollen zu können, ohne dass das im Nacken zu Beschwerden führt.


    Am Samstag hatte ich mit dem Gehmix 770 Meter geschafft. Bei 800 Meter für 6 Minuten ist das Ziel für Donnerstag.


    Einen Wermutstropfen gibt es indes auch. Mit dem Sitzen habe ich noch ziemlich Mühe. Meistens setzt so nach 20 Minuten eine Verspannung im Nacken und Schulterbereich ein - hier muss ich zuhause noch fleissig dran arbeiten.


    Und natürlich will ich zuhause das Laufen weiterführen. Auf Asphalt wird es aber anspruchsvoller als hier im Flur, aber einen Marathon will ich ja auch zuhause nicht schaffen.

    Final Countdown


    Bald gehts heim, Endspurt hier. Am Donnerstag muss ich wieder zum 6-Minuten-Gehtest antreten. Die Szene des Geschehens wird hier sein ….



    Der lange Flur im Untergeschoss 1, bis zum Ende sind es circa 105 Meter, bei 100 Metern hat es an beiden Enden rote Markierungen als Wendepunkte.


    Seit etwa 2 1/2 Wochen bin ich jeden Abend ab 19 Uhr hier. Die Zeit hat mehrere Vorteile, tagsüber wimmelt es von Patienten, Therapeuten, Rollstühlen etc. Da ist es schwierig, nicht abgelenkt zu sein oder auf Hindernisse aufzulaufen. Der andere Vorteil ist, dass ich um diese Zeit alle meine verfügbare „Restenergie“ in dieses letzte Training des Tages investieren kann.