Posts by Michael Gehrt

    Die Blase platzt dieses mal im Gegensatz zu früheren Situationen glaube ich nicht so schnell.


    Die aktuellen Preisentwicklungen sind durch neureiche Chinesen und dem gestiegenen Interesse an Klassikern erst Recht im Hinblick auf die aktuelle Neuwagensituation und -entwicklung und auch aufgrund der Zinsentwicklung und der begrenzten Optionen im Immobilienbereich eine stabile Entwicklung und kein Heißlaufen wie Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre.

    Leute in den USA kaufen aufgrund leergefegter Märkte z.B. auch teils ihre Klassiker (Mustang und Co.) aus Europa wieder zurück. Der 968 schießt bei geringen Laufleistungen und sehr guten Erhaltungszuständen ebenfalls preislich durch die Decke.


    Da gibt es in letzter Zeit in den USA erzielte Verkaufserlöse von 968 CS und Standard-Coupes von 100.000 bis 150.000 USD!. Die Fahrzeuge hatten aber auch durch die Bank weg Laufleistungen von unter 30.000 km. Aber trotzdem einfach nur irre.

    Und beim 968 Turbo S gab es erst kürzlich einen neuen Verkaufsrekord von 650.000 EUR (zzgl. Nebenkosten versteht sich).

    Generell kann man sagen was zählt sind:

    -geringe Stückzahlen eines Modells
    -Modell von einem rennomierten Hersteller/Luxuswagenproduzenten (aber auch unbekannte/Kleinmarken sind nicht unbedingt ein Hindernis für hohe Preise)
    -Originalzustand/Patina sind gesucht
    -Erstlack ist ideal

    -besser als neu restaurierte Klassiker sind nicht so gesucht.
    -wenige Vorbesitzer
    -geringe Laufleistungen
    -gute bzw. stimmige Ausstattungen (ein vollgepackter Comfort CS erzielt keine Preise eines CS der "reinen Lehre" ohne Targadach, Sperre, große Bremse und sonst keine Komfortgimmicks)

    Während bei Luxuswagen (S-Klasse o.ä.) ohne sportliche Ansprüche natürlich wiederum volle Hütte verkaufsfördernd ist und eine Buchhalterausstattung eher für deutliche Preisabzüge sorgt
    -komplette und nachvollziehbare Historie
    -teils auch Vorbesitzer (wenn prominent)
    -Rennhistorie/Rennerfolge bei Rennwagen oder nicht sorgen z.B. bei gleichem Modell durchaus für erhebliche Preisdifferenzen


    Bei älteren (Vorkriegs-)Fahrzeugen auch der Karrossier der das Modell bestückt hat. Man hat ja früher z.B. bei Bugatti sein Fahrzeug ohne Karosserie geordert und eine Karosseriebaufirma mit der Umsetzung eines Karosserieaufbaus und Design beauftragt. Wo man dann seine Wunschvorstellungen vorgelegt hat (Speedster/Roadster/Cabrio/Coupé, Limo mit 2 oder 4 Türen oder was auch immer). Für ein Modell mit der Karosserie von der Karosseriefirma A) wird erheblich mehr bezahlt als wenn das Modell eine Karosserie von Karosseriefirma B) hat.
    Rennomierte Karrossiers wie Saoutchik z.B. sind im Vergleich zu unbekannteren deutlich gesuchter

    Da entscheidet aber auch überwiegend das Design. Z.B. wenn die Karosserie eine klassische Art-Deco Designikone ist und das andere Modell aus der gleichen Zeit mit einem "verwechselbaren" oder unstimmigeren Design aufwartet ist die Designikone um etliches teurer.


    Wenn diese Faktoren bei den angebotenen Modellen stimmen knallt auch der Preis hoch.

    Bin am 23.04. vormittags aus Nobitz kommend Richtung Waldenburg unterwegs gewesen und es kam mir auf der Landstraße ein roter 924 entgegen. Hab den leider nur etwas zu spät mitbekommen. ;) Nachträglich noch schöne Grüße. ;)