Posts by notyboy

    An den alten Radlager-Außenschalen waren ganz leichte Streifen zu erkennen, nicht mit dem Fingernagel erspürbar. Auf den großen innerern Radlagern waren auch auf den Rollen leichte Streifen (keine Riefen). Die Druckscheiben waren mir aber suspekt. Da hatte sich die Klemmmutter eingearbeitet. Die Druckscheibe scheint beschichtet und gehärtet, an beiden war die Beschichtung durch und deutlich rau (Foto). Habe ich natürlich ersetzt.

    Das Radlagerspiel habe ich in Kurven gehört und dann auch am Rad erspürt. Das geht übrigens auch auf dem Parkplatz - mit dem Fuß fest seitlich auf die Oberseite des Reifens drücken.

    So, habe die Außenringe jetzt eingepresst. Das ging gut. Den korrekten Sitz habe ich schön mit einem Zahnarztspiegel kontrolliert. Vorher habe ich die Naben wie schon zum Auspressen auf 130-150°C gebracht. Ich feiere dieses Porsche-Spezialwerkzeug. Nicht billig aber vor allem das P85 ist unschlagbar. Der große Außenring hat eine Unterschneidung. Daher kann man den nur mit einem zweiteiligem Werkzeug herauspressen. Ich habe mich auch bei BGS, Kukko und Hazet umgesehen, aber so etwas haben die einfach nicht. Man braucht auch nicht alle angegebenen Spezialwerkzeuge sondern nur

    00072191540 P9154 Druckstück (Auspressen kleiner Außenring)
    00072108500 P85 Büchse (Auspressen großer Außenring)
    00072126300 P263 Druckstück (Einpressen kleiner Außenring 38mm)

    Die drei Werkzeuge kosten insgesamt im PZ schlappe 200€.

    Zum Einpressen des großen Außenrings hatte ich noch ein passendes 50mm Druckstück


    Die neuen original Radlager sind SKF made in India (kleines Außenlager) und NTN für das große Innenlager made in Japan. Die Lager sind im Aftermarket auch nicht günstiger als im PZ wenn man Marke nimmt.


    Ich hoffe mal die Lager halten jetzt länger.

    Danke Stinni und Northwest. Gut dann werde ich die Naben wiederverwenden.


    Ich frage mich wirklich, wie man als Kfz-Meister wie ein Irrer auf diese Alunaben eindreschen kann. Mittlerweile kann ich über Werkstätten echt ein Buch schreiben.

    Hallo Leute,


    nach ca. 6 Jahren und ca. 40000km haben beide vorderen Radlager Spiel und lassen sich auch nicht mehr einstellen, bzw. sind nach kurzer Zeit wieder lose. Ich hatte damals vor 6 Jahren Radlager bei einer Werkstatt erneuern lassen. Die Naben und die Lager (FAG und SKF) hatte ich beigestellt. Das Ein- und Auspressen hatte die Werkstatt gemacht. Obwohl ich den Wagen während der 40000km nicht geschont habe erscheint mir die Laufleistung der Radlager gering.


    Jetzt erneuere ich die Radlader gerade selber. Mit dem Porsche Spezialwerkzeug und einem kleinen Brötchenbackofen für die Werkstatt habe ich ich die Lagerschalen nach Werkstatthandbuch bei 130°C ausgepresst. Das ging gut. Dann habe ich mir die Naben und den Lagersitz für die Lagerschalen angesehen. Man sieht Fressspuren. Zusätzlich erkenne ich, wie jemand wohl mit einem Durchtreiber auf die Nabe eingeschlagen hat. Der Sitz war außerdem verschmutzt (auf den Bildern wurde schon gereinigt). Ist die Nabe noch verwendbar oder wurde der Lagersitz zerstört? Wie schätzt ihr die Haltbarkeit (40000km) der alten Lager ein?

    Du solltest aber auch noch besonders herausstellen, dass Du ein STG mit LMM vom II-er im I-er verbaut hast, wenn ich das schon früher richtig verstanden hatte. Gerade das ist doch das Ungewöhnliche, was sonst vielleicht untergeht.

    Ja genau das hatte ich gemacht. Der Hinweis kam von Herrn Eichner von ETG. Das Steuergerät muss von einem 163PS-944er kommen. Es darf kein USA, CA, J, usw. sein sondern RoW und nicht Mj. 1988. Der Leerlaufsteller vom IIer kann man nachrüsten, braucht man aber nicht. Der LMM ist bei allen 944ern ab Mj. 86 gleich. Der 944/I hat einen speziellen LMM mit einer mengenproportionalen Kennline die nur auf das 944/I Steuergerät passt.

    So, das Kartstartproblem ist behoben und es gibt auch eine gründliche Auflösung.


    Ich habe ein gebrauchtest Steuergerät (OE Teilenummer 94461812103) in Kombination mit einem LMM (Boschnummer 028020206) verbaut und der Motor läuft damit wieder einwandfrei.


    So ganz zufrieden war ich aber nicht, wollte ich doch mein altes Steuergerät nicht so einfach aufgeben. Ich habe ein wenig zu den Bauteilen auf dem Steuergerät recherchiert. Leider gibt es so gut wie keine Dokumentation zu dem Steuergerät vom 944/I. Hier meine Ergebnisse:


    Das Steuergerät 944/1 (Bosch 0261200008, OE 94461811100) ist grob in 2 Bereiche getrennt: Analogteil (untere Platine mit dem externen Steckverbinder und Teile der oberen Platine) und Digitalteil (Teil der oberen Platine, siehe grüne Trennlinie)


    IC S400: 0127 Einspritztreiber (Proprietär Bosch, von Siemens gefertigt https://www.richis-lab.de/ECU02.htm), gelbes Oval

    Philips ON642/ON641 Einspritzleistungstransistoren (N-Kanal Mosfet und P-Kanal, 30V, 90A), gelbe Rechtecke.

    Bosch 1012: Zündendstufe (proprietär entfallen, Ersatztyp: BU931), grünes Rechteck

    CD4049UB CMOS Hex Inverting Buffer and Converter

    3N169: Mosfet N-Kanal Anreicherungstyp, ultra-low gate threshold (entfallen, Ersatz: TN0604N3-G), rotes Oval

    SN54LS74: Flipflop

    CD4049UB: Invertierender 8-fach Digitalbuffer

    CA139A: 4-fach Komparator (A/D-Wandler), dunkelrotes Oval

    RCA91122: vermtl. umgelabelter RCA COSMAC 1801 Microprozessor

    RCA90921: vermtl. RCA1801, I/O Baustein

    RCA90638, RCA90639 RCA90648, RCA 90649: vermtl. RCA 1801 RAM + ROM


    Die Eingänge vom Drehzahlmesser habe ich auf der Platine gemessen und zu dem 3N169 und dem CA139A nachverfolgen können. Der 3N169 ist ein hochsensitiver Mosfet, der das Drehzahlsignal verstärkt und dem CA139A als verstärktes Analogsignal übergibt. Dieser wandelt es dann in ein nutzbares Signal für den Digitalteil um sendet es vermutlich an den I/O-Baustein. Nach Toms Diagnose war dieses Signal für den Prozessor nicht nutzbar. Also musste der Fehler dort liegen. Ich habe den 3N169 ausgelötet und in einem Tester getestet. Der FET war defekt. Den CA139A habe ich mit ersetzt, da der FET ihn vermutlich auch mitzerstört hat. Das Steuergerät mit dem originalen LMM wieder eingebaut und der Fehler ist behoben. Die Ersatzteile (1 Mosfet, 1 IC) haben wenige Euro gekostet.


    Jetzt habe ich noch Reindiekls Steuergerät hier. Auch bei ihm war der 3N169 defekt. Der Austausch der Komponenten brachte aber keinen Erfolg. Hier scheint wohl noch etwas anderes defekt zu sein. Der CA139A (A/D-Wandler) ist zweimal verbaut, die Bedeutung des zweiten Bausteins auf dem oberen Board ist mir noch nicht klar.


    Der verbaute Mikrokontroller 1801 gilt als extrem robust - die Fehler an den Steuergeräten werden meiner Einschätzung nach fast immer im Analogteil zu suchen sein. Ich hoffe hiermit etwas Licht in Dunkel des 944/1 Steuergerätes gebracht zu haben.


    Eine Sache noch - Ich fände es schön, wenn die Steuergerätexperten ihr vorhandenes Wissen auch preisgeben könnten, zur Pflege des automobilen Kulturgutes. Keine Angst vor Ideenklau oder Profitverlust - es wird genügend Leute geben, die sich so eine Reparatur nicht selbst zutrauen und auf Gewährleitung Wert legen.