Posts by Traxel

    :kiff: Prust...äh, sorry, aber ich kann mich gerade noch an die vorweihnachtliche Werbeaktion - die Cayenne Wochen - erinnern: Sie sind selbstständig, haben drei Kinder und fahren Porsche... und jetzt lernt man die Opfer kennen.
    Also wenn Du den ADAC, den 7.Sinn, die Grünen, Christian Danner etc. konsultiert hast und auch die wohlgemeinten Ratschläge des Forums beachtest und umsetzt, wirst Du feststellen, dass Du damit gar nicht langsam sein kannst - Du bist nämlich immer die erste in der Schlange!
    Was ist denn das auch für eine Frage, Cayenne fahren wollen und dann Sprit sparen wollen? Das ist ja wie Escada-Fummel tragen wollen aber mangels Restgeld nur noch Schuhe von Deichmann dazukaufen können.
    Noch´n schlauer Tipp: Ab und zu mal den Pferdeanhänger zuhause lassen...

    Bin Besitzer eines 2,7er Bj. 1989 und stecke gerade in der Restaurationsphase.
    Generell würde ich empfehlen, ein erstklassig gepflegtes Exemplar mit klarer Historie und wenig Vorbesitzern zu suchen. Serviceheft und alle übrigen Rechnungen (wenigstens der letzten drei Jahre) sollten vollständig Vorliegen. Dafür darf dann auch ein überdurchschnittlicher Preis gezahlt werden. Wichtig wäre mir persönlich auch, dass der Wagen regelmäßig bewegt wurde, wobei ein Sommerfahrzeug durchaus okay ist. Bei den sogenannten Sammlerfahrzeugen, die als Standmodell in einer Tiefgarage ihr Dasein fristen, würde ich eine große Inspektion mit Wechsel aller "Körperflüssigkeiten" durchführen (lassen), evtl. haben die Reifen Standplatten, eine neue Batterie kann fällig sein und diverse Alterungserscheinungen bleiben auch bei diesen Modellen leider nicht aus.
    Grundsätzlich besteht immer die Gefahr der gefürchteten Rißbildung im Armaturenbrett. Auch wenn bislang noch keine aufgetreten sind, würde ich über kurz oder lang damit rechnen. Nach meiner Recherche bleibt dann nur übrig, einen guten Sattler zu beauftragen einen neuen Bezug aus Leder anzufertigen. Ähnliches Problem ist bei den Sitzen. Bei vielen Modellen reißen die Seitenwangen, die Nähte oder - wie bei meinem, Stoff Multicolor grau - scheuern die Sitzflächen durch. Sehr gerne wird auch die Oberkante der Rücksitzbank auf Grund von UV-Strahlen spröde. Dann hilft nur geduldiges Suchen nach passendem Ersatz oder wieder der Gang zum Sattler.
    Die Originalstoffe sind bei Porsche selbst nicht mehr erhältlich. Mein Sattler hätte sie dennoch besorgen können, allerdings zu Preisen ab EUR 300,00/m². Bei Leder wird´s auch nicht teurer.
    Grundsätzlich solltest Du überlegen, ob Du einen originalgetreuen Turbo fahren möchtest oder ob es Dein individuelles Fahrzeug sein soll. Wenn Du Dich für ein individuelles Fahrzeug entscheidest, kann Dir herzlich egal sein, in welcher Ausführung und Farbe die Innenausstattung oder die Lackierung sein sollte. Es kann Dir aber auch genauso egal sein, in welchem Zustand das zu erwerbende Fahrzeug ist, da Du diese Dinge ohnehin ändern wirst.
    Wenn Du Dich aber für ein originalgetreues Fahrzeug entscheidest, sollten Lack und Innenleben vom Feinsten sein, keine Blessuren oder kosmetischen Eingriffe vorhanden sein und alles, was Du instand setzt sollte dem Original entsprechen. Folglich gibt´s auch keine Mega-Tieferlegung, keine 18-Zöller mit dicken Schluffen und schon gar keine fette Hifi-Anlage mit DVD, Moniceiver, Bass-Gerummse etc... aber dafür sind ja eh die 3er BMW da :headbange
    Ansonsten solltest Du auf Dichtigkeit des Motors achten - sehr gerne Dichtungsringe an der Stirnseite. Wenn ein Wechsel nötig wird, gleich Zahnriemen und Spannrolle mitwechseln, weil´s ein Aufwand ist.
    Erfahrungsgemäß reißen die Krümmerflansche schon mal gerne.
    Wenn Du einenTarga suchst, achte auf die Dachdichtungen. Aber die nächsten Platzregen helfen Dir schon festzustellen, ob die Dichtungen noch gut sind oder ob neue fällig sind. Bei den Heckklappendichtungen ist es ähnlich. Wenn nicht gerade eine offensichtliche Beschädigung vorliegt, passiert an der Kofferraumdichtung selbst kaum etwas. Die Dichtung des Kofferraumdeckels/Heckscheibe unterhalb des Heckspoilers wird gerne spröde. Das führt häufig dazu, dass die Enden abgetrennt werden. Dadurch wird Regenwasser nicht mehr abgeleitet sondern läuft nun bis in die Heckklappenschlösser. Sind die hier eingebrachten wulstigen Gummidichtungen nicht mehr formstabil und dicht eingebracht, dringt das Regenwasser in´s Fahrzeuginnere. Insgesamt eine etwas fummelige Sanierung, aber einmal ordentlich gemacht, hat man lange Zeit Ruhe.
    Rost ist bei Porsche Dank Verzinkung kein Problem, zumindest solange keine unsachgemäß reparierten Schäden Steinschläge etc. vorliegen. Dennoch solltest Du die Lüftungsgitter in den B-Säulen (unter den Türschlössern) entnehmen und einen kritischen Blick ins Innere riskieren.
    Sollte die Zentralverriegelung nicht beidseitig funktionieren, kann es sein, dass die Betätigungsstange sich zerlegt hat. Ein Pfennigsartikel, dessen Enden aus zwei Kunststoffpfannen bestehen. Kunststoff versprödet im Laufe der Jahre und so erlegigen sich auch diese Kunststoffpfannen. Ebenfalls etwas fummelig zu ersetzen, aber keine große Sache. Wenn Du erstmal bis dorthin vorgedrungen bist, hast Du sicher auch schon festgestellt, ob die Türpappen aufgeweicht sind. Besser aber ist, vorher beim Kauf darauf zu achten.
    Soweit ich gehört habe, sollen die Bremssättel bei S2 und Turbo etwas anfällig sein, kann ich aber mangels Praxiserfahrung nix zu schreiben. Beim 2,7er sind sie zumindest relativ einfach instandzusetzen.
    Grundsätzlich bleibt zu sagen, dass Du dabei bist, ein mindestens 15 Jahre altes Auto zu erwerben. Aufgrund der hohen Qualität und Robustheit des 944er ist dieses Alter zwar nicht tragisch, enthebt ihn aber nicht den Gesetzen materiellen Alterns und Verschleiß. Ebensowenig, wie ein Porsche nicht die Grenzen der Fahrphysik aufheben kann - nur ein bischen erweitern...
    Wenn Du fachgerecht schrauben kannst und willst, kannst Du durchaus weniger im Kaufpreis investieren und nach und nach instandsetzen. Die Ersatzteilversorgung ist gut und hält sich preislich im Rahmen. Viele Arbeiten sind auch bei topgepflegten Fahrzeugen fällig. Absolute Sicherheit vor Überraschungen gibt auch ein Rentnerfahrzeug aus Erstbesitz mit vollständigem Serviceheft und wenig Kilometern nicht. Dafür sind die Autos mittlerweile zu alt, als dass gar nichts anfallen könnte. Neulich habe ich einen reiferen Herrn, etwa Mittsiebziger in einem wunderschönen S2 gesehen - dem hätte ich auch am liebsten meine Adresse gleich mitgegeben...war nur etwas schwierig auf der A3
    Viel Glück beim Suchen und Finden