mal wieder Reifen, diesmal die Gummimischung

  • Hallo zusammen,
    habe am Wochenende meine erste Erfahrung mit platzenden Reifen bei 260 Kmh gemacht, ich sollte ab sofort einen zweiten Geburtstag feiern.


    Nun meine Frage: Soweit ich weiß, ist es nicht mehr rechtens, daß Porsche die Reifenmarken vorschreiben kann, aber wenn man eine Marke fährt, dann zwingend auch vorne und hinten die gleiche Marke und die gleiche Mischung (N0 oder N1).


    Ich frage deshalb, weil ich die 17Zoll-Räder eintragen lassen will (wird mal langsam Zeit :) ), und da sollte es dann schon passen. Ich fahre derzeit vorne 225/45 ZR17 N0, hinten 255/40 ZR17 N1, alle Reifen sind von Michelin mit MXX3 Profil, kann ich jetzt wieder Michelin N1 draufbauen, oder muß ich nach N0 suchen ??


    Besten Dank
    Rolf

    - Transenschrauben macht schlau

  • Hallo Rolf,
    laut Porsche-Reifenprüfbericht dürfen nur "Reifen des gleichen Fabrikats und Typs, sowie der gleichen Geschwindigkeitsklasse (W oder ZR) und Spezifikationsziffer (N0, N1, N2 oder N3) verwendet werden".
    Mir wurde im Porsche-Zemtrum gesagt, die Spezifikationsziffer gibt über die Neigung des Reifens Auskunft, N2 z.B. (fahre ich) hat eine stärkere Neigung als N0.
    Dass die Ziffer über die Mischung Auskunft gibt, ist mir neu...
    Evtl. ist dies auch der Grund für deinen Platzer - muss ja heftig gewesen sein - hoffe, du hast kein Schleudertrauma...


    Gruss
    Dirk

  • es stimmt, daß von der EU ganz allgemein die Fabrikatsbindung aufgehoben wurde, allerdings nicht für Fahrzeuge mit ZR-Bereifung, da besteht sie weiter! Und auch sonst kann es bei Rechtsstreitigkeiten Probleme geben, wenn man was Anderes fährt, als der Hersteller empfiehlt. Juristen interpretieren nämlich alles!
    Da Porsche seine Reifen sehr sorgfältig entwickelt und auswählt, ist es wirklich sinnvoll, sich an die Vorschriften zu halten, auch wenn's ein paar Mark mehr kostet.


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    924S

  • Hallo Rolf,


    als allererstes mal, schön daß dir nichts passiert ist.
    Da bei mir gerade nur die hinteren Reifen extrem abgefahren sind (welch ein Wunder (-: ) hab ich mich vor kurzem darüber informiert wie es ist hinten und vorne verschiedene Reifen drauf zu haben. Also mir wurde daß so erklärt daß es, mal abgesehen von extremfällen wie es dir passsiert ist, beim runterbremsen aus hohen Geschwindigkeiten zu verschiedenen Bremsverhalten der Reifen kommen kann und Du somit die Kontrolle über das Fahrzeug verlierst. Inwieweit daß stimmt oder ob mir der Typ nur einen kompletten Satz andrehen wollte weiß ich nicht. Klingt aber irgendwie doch nachvollziehbar!!


    Gruß
    Andre

  • hallo nochmal,
    vielen Dank für Eure Antworten. Werde also auf Nummer sicher gehen, und einen Reifen nehmen, mit dem auch Porsche zufrieden ist :)
    Safety first!


    Viele Gruesse
    Rolf

    - Transenschrauben macht schlau

  • Hallo Rolf,


    habe eine guten Beitrag in einem anderen Forum zum Thema Reifenmischung gefunden:


    "Es dürfen AUF KEINEN FALL vorne N1 und hinten N2 Reifen montiert sein. Selbstverständlich ist eine Reifenmarkenbindung nicht mehr zulässig aber im Falle des Falles kann es Probleme mit der Schadensabwicklung bei einem Unfall geben. Oder wenn man Porsche aufgrund des Produkthaftungsgesezt ans Leder wollen würde. Das Fahrverhalten mit unterschiedlichen Gummimischungen bzw. Reifenstrukturen (N1 und N2 haben unterschiedliche Mischungen) kann sehr gefährlich werden. Deshalb erlaubt Porsche nicht das Mischen von N Nummern. Die N Nummern sagen etwas über die Generation eines Reifens aus: die Reifenhersteller ändern die Gummimischungen bzw. Reifenstrukturen permanent, d.h. daß ein S02 einer 1998 er Produktion nicht der gleiche Reifen wie von der 2000 er Produktion ist. Deshalb hat Porsche die N Nummern einfgeführt. Ein Reifenhesteller garantiert z.B. für "seinen" N1 immer die gleiche Mischung/Struktur über die Jahre hinweg. Die Generation fängt bei N0 an (z.B. der Michelin Sport Pilot) und geht weiter zu N1, N2 und N3 (wie z.B. beim Pirelli P-Zero).
    Ich empfehle jedem diese N Kennzeichnungen immer strikt zu beachten, da die Fahrsicherheit nicht mehr gewährleistet sein kann. Zum Beispiel kann der gleiche Reifen in der gleichen Größte ohne N Kennzeichung nur bis 280 km/h zugelassen sein, dagegen die N Version bis 300 km/h. Es gibt ein paar schlaue Zeitgenossen, die meinen die N Kennzeichnung wäre nur ein "Gag" oder eine Methode um mehr Geld für einen Reifen zu verlangen. Das ist purer Unsinn."


    Gruss
    Dirk