Was beachten nach 2 Jahren Winterschlaf?

  • Hallo

    Hab leider ungewollt meinen Bj1988 Porsche 911 G seit 2 Jahren in der Garage im Winterschlaf.

    Was ist zu beachten? Kann ich einfach so starten oder kann man irgendwie den Motor vorher ohne Benzineinspritzung drehen lassen um Öldruck aufzubauen?


    Mit welchen Standschäden muss ich ich rechnen?

    • Hilfreichste Antwort

    Hallo Materofdi

    es muss nicht zwingend Probleme geben. Was aber auftreten kann:

    - Einspritzventile verklebt

    - Öl komplett in den Sumpf gelaufen

    - Öl in einzelne Zylinder gelangt…

    - Benzinpumpe hängt…

    - DME-Steuergerät zickt rum…


    Es kann sein, dass der Kraftstoff nicht mehr optimal zündet und er erstmal eine Weile blau qualmt. Ich dachte damals er würde „abbrennen“ - keine 5m Sicht nach hinten - mit frischem Benzin alles wieder gut.


    Ich würde folgendes machen:

    1. Motoröl ablassen und frisches Öl einfüllen.

    2. DME-Relais unterm Fahrersitz ziehen

    3. Zündkerzen herausschrauben

    4. Motor eine Minute drehen lassen, damit Öldruck aufgebaut wird.

    5. Zündkerzen wieder einschrauben

    6. DME-Relais Brücken und Kraftstoffpumpe 15 Minuten laufen lassen und schauen, ob noch alle Kraftstoffleitungen dicht sind.

    7. DME-Relais einstecken und

    8. Motor starten.

    Falls der Tank nicht voll war noch frisches Benzin dazugeben…


    Einige würden aber einfach den Schlüssel drehen und starten - dann aber unbedingt auf Undichtigkeiten im Kraftstoffsystem achten.


    Gruß Stefan

    alte Porsches:
    911S Ex US '76 mit Umbau auf 3,2l 207PS (Motor 930/21 mit Getriebe 915/68) - Silbermetallic, Schiebedach

    911SC Targa Ex US '81 3,0l 179PS (Motor 930/16 mit Getriebe 915/63) - Weinrotmetallic

    944/1 Targa '84 2,5l 163PS - Platinmetallic (bis 03/2017)

  • Ich würde einfach erstmal ohne Sicherung der Benzinpumpe starten zum Öldruck aufbauen (oder DME Relais ziehen), dann wieder einstecken und einfach starten.

    Ich denke 2 Mal 15 Sekunden orgeln lassen reicht dicke. Der arme Anlasser 8:-)

    Zündkerzen raus wäre natürlich nochmal besser, weil keine Kompression, aber würde ich jetzt nicht als notwendig erachten.


    Das Öl ist in den 2 Jahren auch nicht unbrauchbar geworden, also glaube Ölwechsel muss nicht vor dem ersten Start gemacht werden. Lieber wenn er dann mal wieder schön warmgefahren wurde :drive:


    Du kannst es natürlich auch ganz genau nehmen und wie Stefan vorgehen. Aber glaube nach 2 Jahren gibt‘s da noch keinen Grund zu :wink:


    Grüße Tim

    - 928 GTS Mj. 95

    - 964 C2 Coupé, C00, Mj. 91

    - 911 Carrera 3.2 Coupé (-2024)

    - Boxster 987 Fl (-2021)

  • Ich habe das gestern mit 5 Autos gemacht die im September eingestellt wurden. 356A , 911 G , 968CS , 944S2 und Peugeot GTI 1,9.


    Alle erst einmal ohne Benzinpumpe kurz georgelt. Alle liefen sofort einwandfrei. Nur beim 1,9 hat die Spritleitung die vor 2 Jahren neu kam rausgespritzt. Die neuen Leitungen vertragen den Biomist nicht.


    Also immer wichtig sofort nach dem Anlassen zu schaun ob alles dicht ist.


    Ich erhöhe vor dem Einlagern den Reifendruck auf 3,0. In den Sprit kommt etwas synthetisches 2T Öl und der Motor wird danach noch 5 Minuten laufen gelassen. So empfiehlt es auch MB-Classic!

    Beim Vergaser 356 lasse ich im Herbst die Vergaser leerlaufen, hat ja einen Benzinhahn.


    Das mache ich jetzt seit mehr als 20 Jahren so und es gab nie Probleme.

  • Starten -- fahren -- Ende Banane.

    Nur wenn du schwarze Striche vom Kurvenausgang bis zum nächsten Bremspunkt ziehen kannst, hast du wirklich genug Leistung(Mark Donohue).


    Im Alter wird man immer knackiger -- da knackt es und da knackt es...


    Sechs 964er bisher mit abgerissenen Dilas --- 14(!!!) Ventilfederbrüche bei den letzten 5 Motoren! 4:3:3:1:3


    Porsche 911 -- der Volkssportwagen...


    "Hoffnung -- ist immer ein Mangel an Information!"


    Wer restauriert -- verliert...

  • 3. Zündkerzen herausschrauben

    Vieeel Spass beim Turbo!

    Nur wenn du schwarze Striche vom Kurvenausgang bis zum nächsten Bremspunkt ziehen kannst, hast du wirklich genug Leistung(Mark Donohue).


    Im Alter wird man immer knackiger -- da knackt es und da knackt es...


    Sechs 964er bisher mit abgerissenen Dilas --- 14(!!!) Ventilfederbrüche bei den letzten 5 Motoren! 4:3:3:1:3


    Porsche 911 -- der Volkssportwagen...


    "Hoffnung -- ist immer ein Mangel an Information!"


    Wer restauriert -- verliert...

  • Wo genau befinden sich die Sicherungen für die Benzinpumpe?

    Kofferraum, Sicherungskasten. Siehe Schaltplan.


    In den Sprit kommt etwas synthetisches 2T Öl und der Motor wird danach noch 5 Minuten laufen gelassen

    Damit ist aber niemals das Öl überall im System vermischt. Da erschließt sich mir der Sinn einfach nicht. Die Benzinpumpe beim SC, die ja schon richtig Druck macht (5bar und mehr), fördert in 30 Sek mind. 850ml. D.h. wenn ich volltanke (80l) und unmittelbar vorher 2T Öl (oder wesentlich besser Benzinstabilisator m.M.) und ich sichergehen will, dass der Zusatz überall im System ankommt, muss die Benzinpumpe mind. ~3000 Sek. = 50mins laufen. Also grob eine Stunde fahren...die Carrera Benzinpumpe im Carrera fördert weniger und die L-Jetronic dort braucht auch nur ca. halb so viel Druck...also verlängert sich alles noch einmal...


    Wie dann MB Classic zu dieser Empfehlung kommt, erschließt sich mir nicht.


    Gruß Thomas

    81er ex-US 911 SC Coupé, platinmet., eSSD, K-Leder sw., Turboheckflügel & -frontspoiler, NSW, Maxilite 7/8J, Bilstein Fw("SpoStra" - noch...), 915/61, 930/16 o.Kat, WebCam 20/21 NW, hydr.KS, Dansk 92.502SD, 123 Ignition, orig. Porsche SWV, Seine Systems Gate Shift Kit, Momo Prototipo m.Nabenerhöhung


    „Nicht das Auto verdirbt den Charakter, aber wer keinen Charakter hat, sollte nicht Auto fahren.“

    Ferdinand Porsche

  • Thomas, das 2T Öl vermischt sich sofort mit den ganzen Sprit, sonst müsste man die Vespa ja auch erst gut durchschütteln das es sich verteilt.


    Gruß

    Benno