Nachbar hat videotechnisch aufgerüstet und überwacht jetzt möglicherweise mehr als nur sein Grundstück

  • Hallo zusammen,

    ich benötige mal Eure Expertise.

    Neuer Nachbar gegenüber dem Wohnhaus meiner Eltern hat mit Überwachungskameras sein Haus und Hof aufgerüstet. Drei der Kameras sind so ausgerichtet, dass sie (möglicherweise) den Hauseingang, Einfahrt und Garage meines Elternhauses mit überwachen. Die Richtung, Position und Ausrichtung der Kameras zeigt direkt auf unser Haus bzw Teile davon.

    Da es sich um ein Wohngebiet handelt, sind die beide Häuser durch eine schmale Straße getrennt. Ich vermute, dass auch hier Aufnahmen von dem Treiben erstellt werden, also an und abfahrende Fahrzeuge, Fußgänger etc. Ein Hinweisschild das der Bereich Videoüberwacht ist befindet sich nur an der Eingangstür, an der seitlichen Toreinfahrt oder andere Bereichen gibt es keinen weiteren Hinweis.

    Nun ist der neue Nachbar nicht unbedingt ein umgänglicher Mensch und mag sich auch wenig für den deutschen/europäischen Datenschutz interessieren.

    Bevor ich ihn zum Thema anspreche und er ggf. die Position der Kameras entsprechend verändern muss, wollte ich mal nachfragen was es für Möglichkeiten gibt wenn er sich stur stellt, ohne ggf. direkt mit dem Anwalt zu drohen.

    Die Nachbarn drumherum sehen das Problem auch, da wird aber meist nur ein Stück Zaun/Hecke gefilmt und man will ja nicht unbedingt mit dem unangenehmen Zeitgenosse anlegen, daher lässt man ihn dann gewähren.

    Evtl. habt ihr schon ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Viele Grüße

    Tom

    Je detaillierter man plant, desto härter trifft einen der Zufall !!!

  • Wie immer alles schön dokumentieren.

    Den örtlich zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten informieren. Der lässt sich dann von dem Nachbarn über seine Kamera-Ambitionen aufklären.

    MUV17 :drive:

    Mitglied des T UV · Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand. Ich benutze es, um von A nach A zu fahren.

  • Ich kann mich MUV17 nur anschließen. Womöglich dauert ein wenig, aber die Datenschutzbeauftragten sind inzwischen sehr rührig. Da kannst Du Dich darauf verlassen, dass der bei Deinem Nachbarn nachhakt. Und er wird sich auch mit halbgaren Ausflüchten nicht abspeisen lassen.

    Gruß :khat:
    Bernhard


    914 2.0 (1982 - 1983)
    964 C4 (1994 - 1995)
    Cayman R (11/2012 - 11/2013)
    Cayman GTS - 981 (09/2014 - 04/2016)

    Cayman GTS - 718 (03/2019 - 01/2020)

  • Glaube an das Gute im Menschen: Er wird rechtskonform alles ausgepixelt haben, was über sein Grundstück hinaus geht.

    Das Gegenteil hast du ihm zu beweisen.

    Machen ist wie wollen, nur viel krasser.

  • Das Gegenteil hast du ihm zu beweisen.

    Unsinn.

    MUV17 :drive:

    Mitglied des T UV · Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand. Ich benutze es, um von A nach A zu fahren.

  • Das Gegenteil hast du ihm zu beweisen.

    Woher hast Du denn die Weisheit?

    Gruß :khat:
    Bernhard


    914 2.0 (1982 - 1983)
    964 C4 (1994 - 1995)
    Cayman R (11/2012 - 11/2013)
    Cayman GTS - 981 (09/2014 - 04/2016)

    Cayman GTS - 718 (03/2019 - 01/2020)

  • Aus rechtlicher Sicht ist es ganz einfach, man darf keine Bereiche Überwachen oder aufzeichnen die ausserhalb des eigenen Grundstücks liegen. Bei Überwachung auf dem Grundstück muss auf die Überwachung hingewiesen werden.

    Das zu überprüfen ist als Nachbar nicht ganz so einfach weil die Ausrichtung der Kameras nur bedingt ein Argument ist. Bei Überwachungskameras kann man sogenannte "Private Bereiche" einrichten die komplett geschwärzt dargestellt, nicht aufgezeichnet und auch nicht in der Vorschau angezeigt werden.

    Du kannst ihm entweder vertrauen ?:-( oder ihn fragen ob er die Bereiche ausgeblendet hat und Du Dir das anschauen darfst.

    Genauere Auskünfte kann Dir das :pfeil:Landesamt für Datenschutzaufsicht geben.

  • Aus rechtlicher Sicht ist es ganz einfach, man darf keine Bereiche Überwachen oder aufzeichnen die ausserhalb des eigenen Grundstücks liegen. Bei Überwachung auf dem Grundstück muss auf die Überwachung hingewiesen werden.

    Das zu überprüfen ist als Nachbar nicht ganz so einfach weil die Ausrichtung der Kameras nur bedingt ein Argument ist. Bei Überwachungskameras kann man sogenannte "Private Bereiche" einrichten die komplett geschwärzt dargestellt, nicht aufgezeichnet und auch nicht in der Vorschau angezeigt werden.

    Du kannst ihm entweder vertrauen ?:-( oder ihn fragen ob er die Bereiche ausgeblendet hat und Du Dir das anschauen darfst.

    Genauere Auskünfte kann Dir das :pfeil:Landesamt für Datenschutzaufsicht geben.

    Das war die grundsätzliche Überlegung. Das Vertrauen in den neuen Nachbarn ist leider nicht so groß wenn man seine Aktionen der letzten Monate in Betracht zieht. Er hätte ja auch proaktiv auf meine Eltern und die Nachbarn zugehen können und genau diese Infos teilen.

    Danke erstmal für alle Antworten. Wir werden ihn mal darauf ansprechen und schauen wie kooperativ und auskunfts-/"zeigefreudig" er ist. Wenn das nicht klappt, dann geht es den offiziellen Weg zum Datenschutzbeauftragten.

    Viele Grüße

    Tom

    Je detaillierter man plant, desto härter trifft einen der Zufall !!!

  • Unsinn.

    MUV17 :drive:

    Naja, er bestreitet es und du bist nicht weiter. Für ne Anzeige braucht man halt Fakten.

    "braucht man halt Fakten"

    Äh, nein im Sinn von Fakten bezüglich tatsächlicher Aufnahmen.

    Es genügt, dass die Kamera angebracht ist. Warum? Es ist noch nicht einmal zulässig, eine Kameraattrappe auf das Nachbargrundstück zu richten. Und für den Datenschutzbeauftragten ist das sowieso irrelevant; er wird auf jeden Fall tätig.

    Links zu einschlägigen Urteilen:

    https://openjur.de/u/2317382.html

    https://openjur.de/u/2388680.html

    Deshalb: Auch hier Vorsicht mit unzutreffenden Vermutungen zu rechtlichen Gegebenheiten.

    Dennoch der Hinweis: Urteile von Amts- oder Landgerichten können grundsätzlich nicht verallgemeinert werden.

    MUV17 :drive:

    Mitglied des T UV · Ein Auto ist ein Gebrauchsgegenstand. Ich benutze es, um von A nach A zu fahren.