Alte Schule: Die Goldene Ära des Automobils

  • ALTE SCHULE - die goldene Ära des Automobils.

    Die Interviewreihe mit den Menschen, die die Welt des Automobils geprägt haben. Ob Rennfahrer, Entwickler, Designer, Sammler oder Tuner – ob in der ersten Reihe oder fernab vom Rampenlicht hinter den Kulissen; es gibt unzählige Persönlichkeiten, die verrückte Geschichten erlebt und Beeindruckendes erreicht haben.


    Im Podcast Alte Schule erinnern sie sich und sprechen gemeinsam mit dem Moderator Karsten Arndt über diese wilden Jahre oder die goldene Ära des Automobils.


    Jeden Donnerstag ein neuer Gast, jede Woche zeitlose Geschichten zum Schmunzeln, Staunen und Verstehen. Ein Muss für jeden Petrolhead!


    Zitat
    Wer die Vergangenheit nicht kennt,
    kann die Gegenwart nicht verstehen
    und die Zukunft nicht gestalten.


    Links

  • Mit Walter Brun im Porsche 962 auf dem Hockenheimring

    Ich möchte heute mal von einer Begegnung der ganz besonderen Art schreiben.


    Vor einigen Monaten hat mich Sacha Brun (der Sohn von Teamcheflegende Walter Brun aus der Schweiz) gefragt, ob ich eigentlich schon einmal in einem Porsche 962 mitgefahren sei. Nun, die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr groß - bis dato kannte ich kaum einen Besitzer eines solchen Gruppe-C-Monsters, geschweige denn hatte ich jemals einen solchen Rennwagen mit eingebautem (und auch nutzbaren) Beifahrersitz gesehen. Knapp drei Monate später fand ich mich auf einem solchen Beifahrersitz wieder.

    Fredy Lienhard, passionierter Sammler exquisiter Renn- und Sportwagen (die man übrigens in seiner "Autobau Erlebniswelt" in Romanshorn, auf der schweizer Seite des Bodensees besichtigen kann), hat dafür seinen 962 zur Verfügung gestellt und eigens die Elektronik so in den Fußraum verlegen lassen, dass man einen Behelfssitz links neben dem Fahrer einbauen konnte.

    Zitat

    "Jetzt könnten wir noch die fehlenden 300 PS gebrauchen - 550 sind einfach zu wenig!" (Walti Brun nach dem Trackday über die gedrosselte Motorleistung)

    Eng war es zwar, aber nicht so eng, wie in einem moderneren LMP3 (aus dem ich mangels Platz gleich wieder ausgestiegen bin) und trotz seines Alters von inzwischen 80 Jahren und fast 40 Jahren 962-Abstinenz war offenbar noch alles vertraut und Walti hat es auf dem Hockenheimring richtig fliegen lassen!

    So sehr, dass er, kurz nachdem ich ausgestiegen bin, einen Dreher hingelegt und den Wagen danach eilig mit den Worten "jetzt muss ich aufhören, sonst wird es gefährlich!" abgestellt hat. Allerdings hatte er da auch schon ca. 70 Runden an zwei Tagen zurückgelegt.

    Eberhard Haberkern, ehemals bei Bosch für Motorelektronik und sehr frühe Datenaufzeichnung bei Rennwagen zuständig, war auch mit seinem historischen Datenlogger vor Ort und ebenso beeindruckt von Waltis Konstanz in den Rundenzeiten, dem Speed und der Art, wie er ans Gas gegangen ist.

    Wenn ihr einen Eindruck von diesem Rennstreckenausflug bekommen wollt, könnt ihr emein Onboardvideo hier anschauen: Oboardvideo // Walter Brun im Porsche 962

  • Otto Geffert - der Mann zwischen "Kunst und Kommerz bei Porsche" zu Gast in der Alten Schule

    Otto Geffert hatte als Designingenieur bei Porsche einen Beruf, den ich so auch noch nicht als Podcast hatte: er saß nämlich nicht klassisch als Designer am Zeichentisch und hat seinen kreativen Ideen freien lauf gelassen, sondern war als studierter Ingenieur dafür verantwortlich, die Ideen der Designer auf ihre Machbarkeit hin zu überprüfen, denn immer schon stand das Design ja nicht nur im Spannungsfeld zwischen Kunst und den Anforderungen der Techniker (was cw-Wert, Belüftung des Motors oder Lichttechnik anbelangt), auch gesetzliche Anforderungen müssten erfollt und am Ende auch noch der Vorstand zufriedengestellt werden. Dass das zu seiner Amtszeit vielleicht die leichteste Aufgabe war, davon zeugt das Vertrauen Wendelin Wiedekings in sein Urteil, auf das er nach der Vorstellung neuer Designvorschläge häufig gebaut hat. Ein toller Einblick ganz tief in weite Strecken der Designentwicklung bei Porsche.

    Den Podcast mit ihm könnt ihr in jedem Podcastplayer anhören! Hier kommt ihr zur Alten Schule: https://lnk.to/alteschule


  • "Mr 911" - August Achleitner, langjähriger Baureihenleiter bei Porsche und für 997, 991 und 992 verantwortlich, über die Balance zwischen Tradition und Innovation.


    Bei August Achleitner weiß man nie, ob man ihn nun um seinen ehemaligen Job bei Porsche beneiden soll oder ob man nicht doch lieber in der zweiten Reihe stehen würde, wenn die "Gusseisernen", wie die traditionsbewusstesten unter den 911-Fans auch genannt werden, wieder einmal auf die neueste Errungenschaft "ihres" Porsche eingeprügelt haben, oft genug auch mit dem Rückenwind der Presse. Ganz so schlimm ist es dann meist doch nicht, wenn der Wagen erst einmal über die Straße rollt und seinen Grundcharakter im Großen und Ganzen doch behalten durfte und dabei ein ums andere Mal zum nächsten Verkaufsrekord ansetzt.
    Hier erzählt August Achleitner aus seinem sicher aufregenden Berufsleben; das allerdings mit einer Gelassenheit in der Stimme, die wahrscheinlich auch nötig ist, wenn wieder einmal die Gusseisernen... aber hört einfach selbst: https://link.chtbl.com/achleitner

  • Herbert Linge: Ein Leben im Dienste des Rennsports und der Innovation bei Porsche


    Herbert Linge, ein Pionier in der Automobilwelt, dessen Karriere untrennbar mit der Geschichte von Porsche verbunden ist, hat in meinem Interview mit ihm Einblicke in sein beeindruckendes Leben und Wirken gewährt und zahlreiche Themen darin würden einen eigenen Podcast füllen. Ob der Aufbau der Firma nach dem Krieg, er, als Einmannservice aller Porsche in Amerika und dem Aufbau des Servicenetzes, als es doch zu viel wurde, die Entwicklung am 917, Le Mans und Linge als Double von Steve McQueen, wie er das Entwicklungszentrum in seine Heimatstadt Weissach gelotst hat, die Erfindung der ONS-Sicherheitsstaffel,… diese Ausnahmekarriere umfasst so viele einzelne Meilensteine – man mag es kaum glauben, nur von einem Lebensweg zu reden.


    Linge begann seine Laufbahnanfänge bei Porsche in einer Zeit des Aufbruchs und der Innovation. "Ich war dabei, als wir die ersten Schritte machten, die Porsche als Marke prägen sollten", erinnert sich Linge. Er spielte eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung verschiedener Porsche-Modelle und brachte seine umfassenden technischen Kenntnisse und seine Leidenschaft für den Rennsport ein.



    Neben dem 917 arbeitete Linge an zahlreichen anderen Projekten, die die Automobilwelt prägten. Er war maßgeblich an der Entwicklung von Sicherheitsinnovationen beteiligt, die heute in der Automobilindustrie als Standard gelten. "Sicherheit war schon immer eine Priorität für mich", betont Linge, "es ging darum, sowohl die Fahrer als auch die Fahrzeuge zu schützen."


    In den 1960er Jahren trug Linge auch dazu bei, Porsche auf der Rennstrecke zu Ruhm zu verhelfen. Seine Erfahrungen als Fahrer und Entwickler ermöglichten es ihm, wertvolle Einblicke in die Performance und das Handling der Fahrzeuge zu liefern. "Jedes Rennen war eine Gelegenheit, zu lernen und sich zu verbessern", sagt Linge. Er nahm an zahlreichen Rennen teil und erzielte beeindruckende Erfolge, die bis heute in der Motorsportgeschichte nachhallen.



    Aber Linges Leben drehte sich nicht nur um Geschwindigkeit und Wettbewerb. Er spricht auch über die Wichtigkeit von Teamarbeit und Innovation. "Bei Porsche waren wir wie eine Familie. Jeder brachte seine Ideen ein, und gemeinsam haben wir sie umgesetzt." Diese Philosophie des kollektiven Strebens nach Exzellenz half Porsche, sich als einer der führenden Hersteller im Motorsport und in der Automobilindustrie zu etablieren.


    Herbert Linge: Mehr als ein Rennfahrer und Ingenieur – Ein Stuntman in Le Mans

    Neben seiner beeindruckenden Karriere als Entwickler und Rennfahrer bei Porsche spielte Herbert Linge eine ungewöhnliche, aber aufregende Rolle in der Filmindustrie. In dem berühmten Rennfilm "Le Mans" aus dem Jahr 1971, der für seine realistische Darstellung des 24-Stunden-Rennens bekannt ist, übernahm Linge eine besondere Aufgabe: Er war das Double für den Hollywood-Star Steve McQueen.

    "Die Arbeit am Set von 'Le Mans' war eine ganz neue Erfahrung für mich", erinnert sich Linge. Er brachte nicht nur sein fahrerisches Können in die Filmproduktion ein, sondern half auch dabei, die Rennszenen so authentisch wie möglich zu gestalten. "Es war wichtig, dass die Szenen realistisch waren, dass sie das wahre Gefühl und die Intensität des Rennsports einfingen", sagt Linge.




    Seine enge Zusammenarbeit mit Steve McQueen, neben seiner Schauspielerei ein Rennsportenthusiast mit besonderem fahrerischen Talent, war ein weiterer Höhepunkt seiner Karriere. "McQueen war leidenschaftlich, wenn es um Rennsport ging, und er wollte, dass der Film diese Leidenschaft widerspiegelt."


    Dieses Interview habe ich mit Herbert Linge kurz nach seinem 90. Geburtstag, im November 2018 aufgenommen. Ich habe es in Folge 17 bisher lediglich als verkürzte Fassung veröffentlicht. Hier gibt es jetzt die ganze Folge, sozusagen den „Director’s Cut“: Hier geht es zur XXL-Folge mit Herbert Linge