F8 Spider – die Probefahrt

  • Den F8 Spider hab ich mal in den Fokus genommen, durchaus schönes, elegantes Auto mit ordentlich Power.

    Mal Probefahrt heute gemacht. So ganz überzeugt hat mich das Auto nicht.

    Das Fahrwerk ist mir Tick zu weich, auch im Race Mode, mir fehlt etwas die Direktheit vom F8 Tributo Coupe.

    Auch die Lenkung ist nicht so präzise, wie ich es vom 991.2 GT3 oder 720 S kenne, trifft aber auch für das Coupe zu. Das Auto fährt sich sehr komfortabel, aber dadurch auch etwas indirekt, verwaschen.

    Karosserie ist recht steif, aber Coupe im direkten Vergleich doch besser und präziser. Mein 488 GTB mit 15 mm Tieferlegung gefällt mir deutlich besser. Klar, wenn man 991.2 GT3 und 720 S fährt, ist die Messlatte natürlich hoch, besonders beim Thema Lenkung.


    Denke aber auch, dass die Käuferzielgruppe eher auf Komfort steht, insofern ok.

    Dachkonstruktion ist gut, ausreichend schnelle Öffnung, auch auf schlechten Straßen kein Knarzen. Die Bedienung von Navi und Infotainment ist alles andere als intuitiv, stört aber nicht, da das Auto ja in der Regel reines Spaßauto ist.


    Was auch beim Spider hörbar ist, ist der Sound, der nicht mehr an den 488 GTB rankommt, der OPF schluckt ordentlich Sound.

    Etwas emotionslos im Vergleich zum 488, auch im Ansprechverhalten nicht ganz so bissig unter 3000 U/min.

    Aber zwischen 3000 und 8000 U/min sehr schöner Biss und Drehfreude bis zum Drehzahlbegrenzer, der bei 8000 U/min auch einsetzt. Die rotatorischen Massen konnte man am Motor um 17% reduzieren dank Titanpleuel und leichterer Kurbelwelle, Schwungrad. Motor schon Benchmark bei Turbomotoren derzeit. Das Drehmoment wird gangspezifisch in den unteren Gängen reduziert, ab 6500 U/min sind die Drehmomentwerte wieder gleich in allen Gängen, macht Sinn aufgrund der extremen kurzen Übersetzung. Durchaus saugerähnliche Leistungsentfaltung.


    Die ermittelten Beschleunigungswerte waren ok, so 720 PS haben die Autos. Beim Thema Gewicht gibt es keinen Hersteller, der so mogelt wie Ferrari, dry oder curb weight, alles wird vermischt, Leergewicht von 1505 kg geistern in den Medien auch rum,

    Leergewicht nach DIN im Schein 1600 kg, aber auch nur in leichtest möglicher Konfiguration, der Testwagen dürfte um 1630 kg –1640 kg gewogen haben, US Kollege hat Coupe gewogen mit 1566 kg, auch mit leichten Carbon Sitzen. So mindestens 70 kg ist der Spider schwerer, 488 Spider lag beim Test bei 1650 kg, F8 Spider maximal 20 kg leichter.

    Nun gut, 720 PS relativieren das natürlich, kam auf 5.5 s (korrigiert) mit Tank voll und ohne Beifahrer. Das Coupe, das ich im April gefahren ging naturgemäß spürbar besser mit korrigiert 5.2 s.

    Auch nur mehr oder minder marginal.


    Gibt kaum Kritikpunkte ( wie erwähnt, mir subjektiv zu verwaschen komfortabel). Schöner Luxus Spider mit ordentlich Power und Komfort, entspannt zu fahren.

    Dass das Auto eher ein Facelift vom 488 ist, der wiederum auf 458 baiert, merkt man beim Fahren, alle recht ähnlich vom Fahren, abgesehen von der Leistung.

    Auf der anderen Seite heißt das, wer 488 oder 458 Spider hat, hat keinen Umstiegszwang.

    Ist alles mehr Evolution als Revolution.


    Wie man an der Preisliste sieht, sind Preise jenseits 300.000 Euro schnell erreicht,

    Karbonfelgen für schlappe 23.8000 Euro, Unterbodenverkleidung in Carbon ( wer braucht das? ) und so weiter…

    Hält man sich zurück mit vernünftiger Ausstattung, sind auch rund 300.000 Euro fällig.

    Lieferzeit etwa 1 Jahr derzeit.

  • Interessanter Bericht, vielen Dank :thumb:


    Hattest Du auch mal den 992 turbo s Cabrio gefahren? Falls ja, würde mich interessieren, wie er Dir gefallen hat.

  • Ich habe ja nun auch einen 488 Spider seit ein paar Tagen und muss mich erst noch dran gewöhnen. Die Lenkung ist viel zu spitz übersetzt und bietet nicht die Rückmeldung eines GT3´s. Auch ist die Klappe am Auspuff "blöd". Entweder höre ich nichts oder es "brüllt", dazwischen gibt es nichts. Zu alle dem weis ich oft nicht warum er ausgerechnet "jetzt" laut wurde. Ich schaffe es noch nicht einen "schönen Strich" auf meiner Hausstrecke zu fahren.


    Meine Bekannte hat schon 2018 einen 488 Pista (Ganzjährig mit Winterreifen gefahren), das ist schon eine ganz andere Hausnummer. Im Grunde ist der F8 ein 488 mit Pista Motor und bisschen Optik. Kommt aber nicht an die Schärfe des Pista ran.

    Danke für deinen ausführlichen Bericht.

  • Sehr interessant !


    Eine Frage: wie groß siehst du den Unterschied / Sprung 488 --> F8 ?


    Ich lese aus den Zeilen eher marginal als riesig


    Abgesehen von den nominell 50 PS mehr Leistung, die man auch merkt, sind es eher subtile Verbesserungen wie Bremskraftverstärker vom Pista, bessere ABS Regelgüte usw. ,die man aber auch nur auf Track ausloten kann, im direkten Vergleich abseits der Rennstrecke kaum Unterschiede. Auch beim DKG kaum Unterschiede merkbar.


    Die leichten Kritikpunkte am F8 in einigen Tests, wie von Alfanta auch beim 488 erwähnt, sind das Lenkmoment, spitze aber etwas zuleichtgängige Lenkung, oder starkes Eintauchen beim Bremsen, das zeigt halt den Spagat, den Ferrari machen wollte von Track bis Komfort.


    Der auch gelungen ist, sehr gute Rundenzeiten bei hohem Komfort.

    Das galt aber auch schon für 488, insofern in der Praxis kaum Unterschiede, 7–8 % Mehrleistung sind spürbar, aber auch keine neue Dimension zumal max. Drehmoment auch nur 10 Nm höher beim F8, im Wesentlichen ist die Mehrleistung über 6000 U/min spürbar.


    Was man aber machen kann unisono bei 488 und F8, um das Auto von Komfort auf mehr

    Präzision zu trimmen, ist Gewindefahrwerk um 15 mm runter drehen, Spurplatten hinten 15 mm , vorne 10 mm, das verändert nicht den negativen Lenkrollradius zum Nachteil und man hat mit wenig Aufwand ein präzisere, strafferes Auto, alternativ KW Gewindefedernsatz empfehlenswert, höchstens um 20 mm runterdrehen, das harmonisiert

    sehr gut mit den adaptiven Seriendämpfern. Vorderachslift aber sinnvoll.


    Anbei noch meine gemessenen Beschleunigungswerte mit Tank annähernd voll, ohne Beifahrer F8 Tributo zu F8 Spider


    Die gemessenen 5.02 s beim Coupe 100–200 müssen noch korrigiert werden auf 5.15,

    Spider 5.50 s korrigiert. Also um 0.35 s verliert der um 80–90 kg schwere Spider, was auch rechnerisch zu erwarten ist.


    Macht man GPS Leistungsauswertung im 5. Gang 160–215 , bei 215 kommt der Begrenzer entsprechend 8000 U/min, sieht man an den Beschleunigungszeiten in 5 km/h Schritten Auswertung, wie der F8 Motor von 6500 bis 8000 U/min nahezu konstant um seine Nennleistung von 720 PS liegt, sehr schöner Biss bis zum Drehzahlbegrenzer.

    Die Drehzahlüberwachung des Verdichterrades der Lader dient in erster Linie, um den Ladedruckverlauf zu antizipieren und damit bessere Drehmomentregelung zu ermöglichen.


    Sicherlich „state of the art“ Turbomotor, galt natürlich auch schon für 488 Motor.


    Persönlich kommt für mich der F8 Spider nicht in Frage, das Coupe finde ich ok,

    auch von der Preisseite, allerdings nur Grundpreis.


    Wirklich gut finde ich beim Thema „Spider“ eigentlich nur die McLaren. Durch das enorm steife Carbonchassis hat man kaum Einbußen im Hinblick auf Präzision/ Fahrdynamik.

  • Wer geht testweise mal auf die CUP2 R vom 488 Pista?


    720S kennst Du jemanden, der damit auf dem Track Erfahrung gemacht hat?

    Bei 991 GT3 ja voll kompatibel, a–workx hat ja jetzt den 718 GT4 mit Cup2 R vom Pista im aktuellen Sportauto testen lassen, schon top Zeiten gefahren. Die 305/30 Hinterachse muss man eintragen lassen, da Serie 295/30 beim 718 GT4. Die Reifenmischung der Cup2 R wird bei Ferrari Kennung K2 nicht viel anders sein als bei Porsche/Corvette . AMG hat jetzt harte und weiche Mischung bei Cup 2 R wahlweise.


    991.2 GT3 mit Cup 2 R vom Pista dürfte schon GP Hockenheim 1.5 –2 s schneller sein als mit Cup 2 N1 Kennung.

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