Die Steuerpläne der Grünen - das Wahlprogramm für September - wie kann man das sauer Verdiente absichern?

  • Unter der Überschrift „Mehr Steuergerechtigkeit“ präsentieren die Grünen gerade in ihrem Wahlprogramm einen ganzen Strauß von Ideen für eine stärkere Umverteilung. Angefangen von der Vermögensteuer, über das Auslaufen des Ehegattensplittings bis hin zum höheren Spitzensteuersatz in der Einkommensteuer reichen die Vorschläge, um zusätzliches Geld in die Steuerkasse zu bekommen.


    Konkret sieht das Programm dafür Änderungen am unteren und oberen Ende des Tarifs der Einkommensteuer vor. Zusätzlich zu dem bisherigen Spitzensteuersatz von 42 Prozent, der ab einem Jahreseinkommen von rund 57.000 Euro greift, soll eine neue Stufe von 45 Prozent eingeführt werden. Diese gilt für Einkommen ab 100.000 Euro.


    Die bestehende sogenannte Reichensteuer von 45 Prozent, die derzeit ab 270.500 Euro fällig wird, wird verschärft: Sie soll künftig ab 250.000 Euro greifen und 48 Prozent betragen. Für Paare gelten jeweils die doppelten Beträge.


    Die geplante Vermögensteuer will die Partei ab einem Vermögen von zwei Millionen Euro pro Person verlangen. Sie soll jährlich ein Prozent betragen. Weil eine solche Substanzsteuer für Familienbetriebe schnell zum Problem werden kann, stellen die Grünen aber Vergünstigungen für Betriebsvermögen in einem „wirtschaftlich gebotenen Umfang“ in Aussicht – ohne allerdings Freibeträge oder Ausnahmen zu konkretisieren. Mit Rücksicht auf die schwere Wirtschaftskrise wollen die Grünen die Vermögensteuer aber erst nach der Pandemie einführen.


    Das Programm der Grünen hält auch Änderungen für die Bezieher von Kapitaleinkünften bereit. So soll die Abgeltungsteuer abgeschafft werden. Somit müssten Gutverdiener dann über die progressiv verlaufende Einkommensteuer mehr als heute zahlen.



    Meine Fragen dazu:


    1. Gibt es europäische Länder & Stadtstaaten, in die man ein Aktienportfolio verlagern kann, um zukünftig entstehende Kapitalgewinne nach den Steuergesetzen dieses Landes mit einem erheblich geringerem Steuersatz als im Deutschland der Grünen zur versteuern? Und dies ohne, daß der deutsche Fiskus zuschlägt.
    2. Muss man dafür Staatsbürger des jeweiligen Landes sein?
    3. Wie verlagert man solch ein Portfolio von Bank A zu Bank B?
    4. Wenn man legal erarbeitete/ersparte/erwirtschaftete und bereits versteuerte Bankeinlagen dem Zugriff einer zukünftigen grünen Vermögenssteuer entziehen möchte, sollten obige Länder dem grünen deutschen Fiskus keine Aussagen über die Bankeinlage tätigen. Wo sichert man sich derart und legal ab?


    Ich bedanke mich für Eure Gedanken dazu.

    Gruß

    orish

    718 Cayman GTS Schwarz

    991.2 Targa 4 GTS Miami Blue + 1290SDR, 790ADVR, HDBreakout

  • Hallo,


    Da ich mit der Abschaffung der Abgeltungssteuer rechne, achte ich penibel darauf hauptsächlich thesaurierende Wertpapiere zu kaufen. Wenn man den Cashflow aus Dividenden/Zinsen nicht braucht der bessere Weg....Voraussetzung: buy&Hold.


    Die anderen Fragen finde ich spannend...


    Grüße

    Andreas

    Mercedes-Benz 190E 1990

    Porsche Macan Turbo 2017

    Porsche 997 Turbo S 2011

  • Du bist in Deutschland steuerpflichtig. Wenn du Kapitalerträge in anderen Ländern erwirtschaftest musst du diese hier ebenfalls angeben und versteuern. Alles andere wäre Steuerhinterziehung.

    Und Lux, CH und Co melden mittlerweile brav Konten / Depots nach Deutschland.


    Um der Steuerpflicht zu entgehen müsstest du auch deinen Wohnsitz / gewöhnlichen Aufenthalt in eines dieser Länder verlegen. Staatsbürger musst du dazu meist nicht sein, aber halt auswandern.

    Eine Briefkastenadresse reicht übrigens nicht. Selbst ein in D zugelassenes Auto kann dem Fiskus als Anhaltspunkt ausreichen um davon auszugehen dass du weiterhin deinen gewöhnlichen Aufenthalt in D hast und hier steuerpflichtig wärst - inkl Nachforderung für die letzten Jahre.


    Im Gegensatz zu „Bagatellen“ wie Tierquälerei, Totschlag oder Kindesmissbrauch kennt unser Staat bei Steuervergehen auch keinerlei Nachsehen §-)

  • Im Gegensatz zu „Bagatellen“ wie Tierquälerei, Totschlag oder Kindesmissbrauch kennt unser Staat bei Steuervergehen auch keinerlei Nachsehen §-)

    :lol::thumb:

  • Ich bedanke mich für Eure Gedanken dazu.

    Ich habe Kapitalerträge bisher als privilegiert gegenüber anderen Einkommensarten empfunden. Nicht, dass ich wahnsinnig gerne Steuern zahle, aber meine Mieterträge zum Beispiel muss ich auch mit meinem Einkommenssteuersatz versteuern. Hinzukommt, dass diese Erträge sogar bis zur Bemessungsgrenze von der Krankenversicherung verbeitragt werden - sofern man freiwillig versichert ist. Um Kapitalerträge kümmern sich die KK nicht.


    Lasst uns also froh sein, solange dieses Privileg noch existiert. Das ist nur meine Meinung dazu.


    Grüße

    Gisbert

    964 C4 Coupé, BJ 6/89, indischrot, C00, M139 - Sitzheizung links, M425 - Heckscheibenwischer, M573 - Klimaanlage

    158600 km (Stand Ende 2020), ungeöffnet, matching numbers

  • Hallo Gisi,


    Wie kommst du zu der Aussage :Um Kapitalerträge kümmern sich die KK nicht.

    Auf dem Jährlichen Fragebogen wird auch danach gefragt, oder unterscheiden sich da die KK.


    Gruß Horst

  • Das ist nicht ganz richtig.


    Bei Deinen Mieten unterliegt der Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben der tariflichen ESt. Kleiner, aber bedeutender Unterschied.


    Ferner zahlst Du auf diesen Überschuss bestimmt keinen Soli, auf KapErträge schon.


    Besonders deutlich werden Privilegien bei privaten Immobilen, die nach 10 Jahren Vermietung gänzlich steuerfrei verkauft werden können. Finanzanlagen können nach 10 jähriger Haltedauer nicht steuerfrei verkauft werden.


    Die Mär von privilegierten Einkünfte nach § 20 EStG ist also Fakenews.


    Die Verbreitung dieser falschen Ansicht schreibe ich hauptsächlich der Tatsache zu, dass viele Politiker keinen einzigen Tag in ihrem Leben gearbeitet haben, sondern, wie Frau Merkel, von irgendwelchen Kaderschulen und Universitäten direkt in die Parlamente gerutscht sind. Aufgrund der vielen steuerfreien Pauschalen brauchen sich Politiker eigentlich nicht mit Steuern zu beschäftigen.

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