Benzinpumpe überholen

  • Nachtrag:


    also von der Innenseite des Flansches war partout kein Herankommen, geschweige denn Bewegen des Kolbens (ich hatte angenommen, es sei eine federbelastete Stahlkugel) möglich. Deswegen habe ich die Pumpe komplettiert und heute mit Diesel zur Probe betrieben.

    Die gute Nachricht: die Pumpe läuft (deutlich ruhiger und leiser als zuvor), fördert und ist dicht.

    Die schlechte Nachricht: der Überdruckanschluss ist vollkommen verschlossen.

    Also musste ich die seitliche Kappe abnehmen, um von außen an das Ventil zu gelangen. Zum Vorschein kamen jede Menge Rost, 2 Federn und ein Federteller.

    Aber keine Kugel.


    In der Bohrung war nur ein schwarzer dünner Stift, der komplett festsaß. Bei dem Versuch, ihn mit einer Spitzzange herauszuziehen, zerbrach/zerriss er von mir unerwartet und es kam ein dünner Gummischaft (grüner Pfeil) zum Vorschein.

    Nach stundenlangem Einweichen in BOLTEX fiel dann plötzlich etwas hörbar zu Boden. Das Einzige, was ich finden konnte, war eine Art kleiner Gummiteller (roter Pfeil). Ich gehe davon aus, dass beides zusammen das Überdruckventil bildet, was jetzt leider zerstört ist.

    Ärgerlich so kurz vor der ansonsten wirklich erfolgreichen Reparatur. Dieses Teil wird es wohl nirgends geben (?).

    Grüße von Wolfgang

    911 SC 3.0 US-Coupé eSSD 09/82 - 930.16·K-JET - G915.63
    911 2,4TE US-Targa 07/73 - 911.51·MFI - G915.02

  • ...defekte Pumpen dürfte es reichlich geben. Du wirst eine andere defekte Pumpe als Teilespender nehmen müssen!

    alte Porsches:
    911S Ex US '76 mit Umbau auf 3,2l 207PS (Motor 930/21 mit Getriebe 915/68) - Silbermetallic, Schiebedach
    944/1 Targa '84 2,5l 163PS - Platinmetallic (bis 03/2017)

  • ...defekte Pumpen dürfte es reichlich geben. Du wirst eine andere defekte Pumpe als Teilespender nehmen müssen!

    Hast Du Dir mal die Preislage angesehen? Da wird höchstwahrscheinlich Kernschrott ab 400 aufwärts angeboten...

    Grüße von Wolfgang

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  • Bei genauerer Betrachtung des Pumpendeckels mit den Anschlusstutzen fällt mir folgendes auf:


    Die Pumpe fördert den Kraftstoff vom Saugstutzen (Tank) zum Druckstutzen (ESP). Überflüssiger Kraftstoff wird durch die ESP abgeregelt und fließt zurück zum Tank.

    Zusätzlich gibt es ein Überdruckventil im Pumpenkopf, das vermutlich öffnen soll, wenn der Druck in der regulären Druckleitung aus irgendwelchen Gründen über einen schädlichen Sollwert steigt. Der Überdruck kann dann in dem Fall über den Überdruckstutzen entweichen und wird ebenfalls in den Tank zurückgeleitet.


    Das Überdruckventil wird gebildet aus einer kleinen Querbohrung, die den Druckstutzen mit dem Überdruckstutzen verbindet. Im Normalfall ist diese Bohrung durch den mit den beiden Federn vorgespannten kleinen Gummikolben verschlossen. Steigt nun der Druck am Druckstutzen über den durch die Federn bestimmten Maximaldruck an, wird der Gummikolben ein Stück geöffnet und gibt den Durchfluss zum Überdruckanschluss so lange frei, bis der Druck wieder auf den Normalwert abgefallen ist. So weit so gut.


    Der innere Durchmesser des Überdruckventils beträgt etwa 5 mm, und die kleine Feder (siehe Foto) hat einen Innendurchmesser von ca. 4mm, die Überströmbohrung ca. 3mm. Daher hatte ich mir gedacht, könnte ich den defekten Gummikolben eventuell ersetzen durch eine 5 mm Stahlkugel, um die ursprüngliche Funktion wieder vollständig herzustellen. Ob das Überdruckventil wirklich betriebsnotwendig ist oder nicht, sei mal dahingestellt, denn moderne Pumpen, die hier vielfach ersatzweise benutzt werden, kommen ja auch ohne aus. Darüberhinaus ist ein relativ hoher Kraftstoffdurchfluss auch für die ESP nötig, um diese innerlich zu kühlen, insbesondere weil die Pumpe beim Porschemotor direkt auf dem warmen Kurbelgehäuse montiert ist.


    Aber irgendwie geht es ja auch um's Prinzip und das Wiederherstellen der Pumpe in den ursprünglichen Sollzustand (Perfektionist eben...).


    Jetzt, wo Federn und Kolben also entfernt sind (ein kleiner Schraubenzieher lässt sich von oben aus bis in den Pumpenraum sichtbar hineinschieben), erwarte ich, dass der Überdruckstutzen freien Durchgang hat, ich also hindurchpusten oder besser saugen kann. Geht aber nicht. Bei genauerem Hinsehen befindet sich nämlich an der mit dem weißen Pfeil gekennzeichneten Stelle eine dünne, metallische zylindrische Hülse innen im Ventilraum, die dort bisher fest drin steckt und den Stutzenquerschnitt komplett absperrt.


    Ob die dort überhaupt hingehört? Kommt mir merkwürdig vor, denn wozu sollte sie dienen? Womöglich wurde die mal nachträglich eingebracht? Kennt jemand den genauen Aufbau der Pumpe?

    Grüße von Wolfgang

    911 SC 3.0 US-Coupé eSSD 09/82 - 930.16·K-JET - G915.63
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    Edited once, last by werinhari: Katastrophale Rechtschreibung... ().

  • Die Hülse kenne ich nicht, habe meine Pumpen aber auch in dem Bereich nicht zerlegt. Beim MFI würde ich es mal ohne das Überdruckventil in der Pumpe probieren. Ich meine das es im Filtergehäuse auch eines gibt. Beim Vergasermotor geht es nicht ohne.

  • Ja, bisher lief es ja auch so mit der Pumpe, nur dass sie dann plötzlich anfing zu lecken.

    Aber ich habe irgendwie auch den Ehrgeiz, sie wieder korrekt herzurichten. Gehe mal mangels besseren Wissens davon aus, dass sie manipuliert worden ist.

    Die Verpressung der kleinen Alukappe sieht auch entsprechend etwas auffällig aus.


    Vielleicht machst Du ja demnächst noch eine Pumpe und kannst mal nachsehen?

    Grüße von Wolfgang

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  • Kann ich nur bewundern sich diesem extremen Aufwand zu stellen.

    Für mich wäre das nix.


    Lars

    Nur wenn du schwarze Striche vom Kurvenausgang bis zum nächsten Bremspunkt ziehen kannst, hast du wirklich genug Leistung(Mark Donohue).


    Im Alter wird man immer knackiger -- da knackt es und da knackt es...


    Sechs 964er bisher mit abgerissenen Dilas --- 7(!!!) Ventilfederbrüche bei den letzten zwei Motoren! 4:3


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