Motoreninstandsetzer Insolvenz

  • Die Preform hat etwa um 2.5 mm Wandstärke, das ist poröses Silizium, die wird eingebettet, beim Hochdruckspritzen infiltriert Aluminium in die Preform, bei Revision bleibt die drin, sonst müßte man zu viel ausbohren.

    Danke für die Info! Wie stark ist dann die aufgebrachte Nikasilschicht?

    Etwa 80- 180 Mikrometer, dann wird gehont Richtung 25 bis 50 Mikrometer.


    Gab ja das Theimann Lager und das Pomotec. Theimann war der Ansicht, dass Nikasilbeschichtung bei open deck Konstruktion nicht funktioniert beim Lokasilmotor.

    Pomotec hielt die Nikasilbeschichtung in Verbindung mit Serienkolben ( leider Alu Guss)

    für gute Lösung. Die Kunden durften dann testen.


    Kann sein, dass der Weggang von Thomas ( racertb ) nicht gut war für Pomotec.


    Ein Grundproblem kann durchaus in der open deck Konstruktion bei M96/97 gesehen werden, nicht unbedingt bei Lokasil ( ist keine Beschichtung ). Als Wiedeking Porsche vorm Untergang retten sollte, war klar, dass ein kostengünstiger aber auch leichter Motor her musste, weil die Umstellung auf Wasserkühlung Gewicht bedeudetet. KS hat dann Porsche den Lokasilmotor vorgeschlagen ( M96/97) : Zwischenwelle zum Antrieb der Nockenwellen mit mehrteiligen kurzen Ketten brachte kurze Motorlänge, weiche Al7Si Legierung brachte hohe Standzeit der Bearbeitungswerkzeuge, hart ist der Motor im Bereich der Preform und beim Lagerstuhl. Der war eingebettet in weicher Al 7 Si Legierung, konnte sich absetzen,

    war Vermutung für Thema Wellendichtring Kurbelwelle, axiale Fluchtungsfehler usw..


    KS konnte aber Lokasilverfahren damals nur im open - deck Verfahren unter Hochdruckgießen herstellen . Hochdruck bedeutete für BWL Mann Wiedeking kurze Taktzeiten.


    Ende der 90 er Jahre hat Porsche Versuche gemacht mit Turboaufladung, der teure Mezger Motor war Wiedeking zu teuer, schnell zeigte sich, dass open deck Konstruktion nicht steif genug war für hohe Belastungen. Damit musste man mit dem Mezger weiterleben.

    Erst mit 9A1 Motor ab 997.2/987.2 DFI hat Porsche die Motorkonstruktion komplett geändert und auf die steifere closed deck Konstruktion umgestellt.


    Insofern ist es für Motoreninstandsetzer auch schwieriges Thema, ein auf kostengünstige

    Herstellung getrimmter Motor mit nicht überragender Motorsteifigkeit zu optimieren.


    Bei den Mezger Motoren mit schwimmend gelagerten Buchsen ( Über O- Ringe gesichert) ,

    zieht man verschlissenene Buchsen raus und neue rein. Lokasilmotor hat eingegossene

    Buchsen, schon mal ungünstiger für Instandsetzer.


    Konstruktiv gesehen ist der Lokasilmotor anspruchsvollere Konstruktion als der Nachfolger 9A1 Alusil. Aber oftmals sind die einfacheren Konstruktionen auch die zuverlässigeren.

    B6 Alusilmotor 9A1 ist Subaru B4 Kopie. Und Zuverlässigkeit können Japaner...

    Edited 6 times, last by 720S ().

  • Hi Leute,

    Sehr gut beschrieben 720S!


    Kennt hier im Forum jemand die folgende Instandsetzungsmethode: die Zylinder / Laufbuchsen im M97/01 Block werden komplett ausgespindelt und durch Nikasil beschichtete Stahl-Buchsen in Closed Deck Form ersetzt mit 99.06mm Durchmesser.

    Sprich es ist keine Hubraumerweiterung, "nur" ein Neuaufbau des Motors.


    Mir war bisher bekannt entweder GGG-Buchse oder Nikasil beschichtete Alu-Buchse...

  • Also closed deck geht nicht , es gibt den Ansatz der sogenannten Brillenkonstruktion,

    die freiliegenden Zylinder hat man stabilisiert im Bereich des oberen Totpunktes des Zylinders, oder besser versucht, persönlich glaub ich nicht, dass das viel gebracht hat. Instandsetzer sind keine Motorenkonstrukteure.


    Im Bild links sieht man die Brille, das bringt wohl wenig, , bei echter closed deck ist Zylinderlaufbahn komplett umgossen. Hat Porsche mit 9A1 Motor umgesetzt, also closed deck Konstruktion statt open deck, Zylinderlaufbahn eingegossen.


    Positiv aber, dass namhafte Motoreninstandsetzer sich enorm engagiert haben, dass darf man nicht vergessen, auch wenn manches nicht zielführend war. Aber gute Lösung für Kunden anzubieten, dass war war oder ist schon die Mission, alles Leute mit technischem

    Hintergrund. Schwarze Schafe die Minderheit.


    Inkompotente Geschäftsführer/ Gesellschafter oftmals das Hauptproblem.

  • Genau diese Konstiktion meinte ich. Mir ging es hauptsächlich um die Wahl des Materials.

    Mir ist aktuell keiner bekannt, der auf Nikasil Stahlbuchsen setzt.

    Ggf ist jemand besser informiert als ich und kann was zur Haltbarkeit / Materialpaarung sagen 😉

  • Problem ist, dass Nikasil nur noch wenige machen. Porsche hat beim 997 GT3 RS mit 3.8 l / 4.0 l Nikasil beschichtete Stahlbuchsen eingesetzt, bei 3.6 l 997 Turbo/ GT2/GT3 , Nikasilbeschichtung auf Alubuchsen. Die 102 mm Bohrung beim 3.8 l hat man kompensiert mit Stahlbuchsen zur Erhöhung der Festigkeit. Alle 3.6 l Alubuchsen mit Nikasil, auch 997 GT2 RS. Mezger Motore immer nikalsilbeschichtete Alubuchsen und ab 3.8 l Stahlbuchsen.


    Instandsetzer haben beim M96/97 Lokasilmotor die “ Brillenlösung “ als closed deck Umbau verkauft, eher fragwürdige Bezeichnung. Echte closed deck sieht aus wie 9A1 Motor, rechts im Bild.

  • Genau, das ist soweit bekannt. Die Konstellation an sich sollte folglich funktionieren. Leider kenne ich es nicht als Instandsetzungsmethode für den "normalen" 997.1 Carrera S (3.8L) Motor.


    In meinem Fall wären es die 99mm.

    Weiß jemand mit welchem Kolbenspiel und Kolbenring Stoßspiel die 3.8L GT Motoren laufen?

  • Weiß jemand mit welchem Kolbenspiel und Kolbenring Stoßspiel die 3.8L GT Motoren laufen?

    ...kolbenspiel hängt maßgeblich vom material der zylinder ab.