Gardasee – Mille Miglia 2019 – Youngtimer meets Oldtimer

  • Hallo Mitfahrer,


    jetzt wo sich die Saison langsam dem Ende neigt habe ich beschlossen, Euch mal wieder auf eine meiner Reisen in diesem Jahr mitzunehmen und daran teilhaben zu lassen.


    Auch zu dieser Tour gibt es wieder eine kleine Vorgeschichte. Mein sehr guter Kumpel - ich nenne ihn für diesen Bericht wieder Paul - mit dem ich im vergangenen Jahr schon diese Alpentour unternommen habe...


    2 Verrückte in 3 Tagen mit Dauergrinsen durch die Berge


    sprach mich im Herbst 2018 an, ob ich Zeit und Lust hätte mit ihm zur Mille Miglia nach Italien zu fahren. Meine bessere Hälfte hat sofort zugestimmt und so begann die Planung.


    Wir schließen uns also einer Gruppe von ca. 70 Leuten an, die schon seit 20 Jahren privat organisiert dieses Event machen. Organisiert wird dabei lediglich eine gemeinsame Unterkunft in Sirmione und es gibt das Angebot zur Teilnahme an gemeinsamen Aktivitäten rund um die Mille Miglia. Die Anreise ist individuell und es gibt Tage, an denen man vor Ort sein eigenes Programm gestalten kann. Wir planen je 2 Tage für die An- und Abreise ein und kommen inkl. Mille Miglia Programm somit auf eine Woche.


    Für die einfache Entfernung Köln – Gardasee von ca. 1.000 km ist die Zeit also sehr knapp und wir wollen die Fahrzeit natürlich auf schöne Streckenabschnitte beschränken. Da mit einem Oldtimer Autobahnfahrten auch nicht gerade viel Spaß machen, erkundigen wir uns nach Alternativen und kommen sehr schnell auf den Autoreisezug des ÖBB von Düsseldorf nach Innsbruck. Die optimale Fahrzeit über Nacht, die eingesparten 700 km Autobahn und der morgendliche Start ab Innsbruck in die Berge überzeugen uns schnell. Die frühzeitige Buchung führt dann sogar noch zu einem Schnäppchenpreis, der gerade mal den eingesparten Benzinkosten entspricht. Ich habe hier etwas zu den Erfahrungen mit dem Autoreisezug geschrieben…


    Autoreisezug ÖBB Nightjet Düsseldorf-Innsbruck


    Es ist von Anfang an klar, dass wir des Fahrspaßes halber wieder mit zwei Autos fahren. Unsere Frauen erklären uns natürlich erneut für verrückt. Paul fährt eine schöne weiße Pagode, die natürlich bestens geeignet ist um zu einem Oldtimer Event zu fahren. Wie der Zufall es will, habe ich kurz vor der Tour meinen 968 erworben, von dem ich hier berichtet habe…


    Nach 4 Jahren bekommt der 996 ein kleines Brüderchen


    Ich erzähle Paul übrigens vor der Tour nichts von meinem Neuerwerb.


    Gruß Thomas

    Irgendwann fahre ich mal Porsche!
    Wie wäre es mit irgendwann jetzt? :drive:
    996 Carrera 2 Cabrio GT Silber Bj. 09/2004

    968 Cabrio Polarsilber Bj. 01/1992

    PiP Tour 2020

    Oberfranken Tour 2020

  • Samstag 11.05.2019


    Nach der kleinen Vorgeschichte geht dann endlich die Fahrt zum Treffpunkt am Düsseldorfer Bahnhof los. Ab sofort gibt es natürlich auch Bilder.




    Ich passe Paul auf der Autobahn ab und fahre ihm mit etwas Abstand hinterher. Er ruft mich an und fragt wo ich bin und ob ich hinter ihm fahre. Ich bestätige das kurz. Man muss dazu erwähnen, dass er eine Sehschwäche hat und sich mit Porsche Modellen auch nicht so gut auskennt. Ich folge ihm unauffällig weiter und als ich langsam an ihm vorbeifahre, scheint er zu zweifeln, dass ich es bin.



    Am Bahnhof erwarte ich ihn dann und er macht erst mal ein erstauntes Gesicht, dass ich mit meinem neuen Youngtimer angereist bin. Nach kurzem Austausch müssen wir zum Verladen auf den Autoreisezug.



    Ich parke rückwärts aus und auf einmal gibt es einen Ruck und ein böses Geräusch. Ich bin gegen einen im Rückspiegel nicht sichtbaren Stein gefahren und ärgere mich erst mal zu Tode, dass mir das auf meiner ersten Ausfahrt mit dem 68er passiert.




    Hier ist der Übeltäter…



    Das Verladen klappt reibungslos und wir beziehen unser Schlafabteil.




    Einige Fahrzeuge haben wohl eindeutig das gleiche Ziel...




    In unserem Vierer-Abteil bekommen wir noch einen Mitreisenden, mit dem wir uns gut unterhalten.



    Leider ist die Wettervorhersage für den morgigen Sonntag nicht sehr gut. Ursprünglich sollte unsere Route über das Timmelsjoch und das Stilfser Joch gehen - doch leider ist beides ohnehin noch nicht auf.


    Als Alternativ-Route wollen wir über Kühtai, Ofenpass und Livigno nach Bormio fahren, wo wir ein Zimmer reserviert haben. Die vorausgesagte Schneefallgrenze von 1.700 m macht uns beim Einschlafen etwas Kopfzerbrechen und wir beschließen am nächsten Morgen zu entscheiden welche Route wir nehmen.


    Gruß Thomas


    - Fortsetzung folgt -

    Irgendwann fahre ich mal Porsche!
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    PiP Tour 2020

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  • Sonntag 12.05.2019


    Nach einer halbwegs erholsamen Nacht und einem gar nicht so üblen Kaffee erreichen wir gegen 9 Uhr Innsbruck bei Regen.




    Das Abladen geht schnell und problemlos.




    Aufgrund des bescheidenen Wetters beschließen wir unsere geplante Route komplett zu verwerfen und das Hotel in Bormio zu stornieren. Zwei Bekannte von Paul, die schon seit 2 Tagen ebenfalls auf der Anreise zur Mille Miglia sind, melden sich und wir vereinbaren einen Treffpunkt um die Fahrt gemeinsam fortzusetzen.


    Es geht zur ersten Tankstelle in Innsbruck ...



    … und dann weiter über die alte Brenner Straße Richtung Süden.




    Es regnet und in der Ferne sehen wir bald, dass wir uns der Schneefallgrenze immer weiter nähern.





    Schließlich erreichen wir die Landesgrenze und es hört zumindest auf zu regnen.



    Am frühen Vormittag treffen wir in Ratschings ein, wo wir uns mit den beiden anderen treffen. Im Sporthotel Ratschings stärken wir uns und schauen besorgt aus dem Fenster. Es zieht sich wieder zu und auf dem Jaufenpass, den wir überqueren wollen, sind 0 Grad und leichter Schneefall angesagt. Wir sprechen mit unserem Kellner über unser Vorhaben und er rät uns dringend davon ab, ohne Winterreifen und mit Oldtimern diese Strecke zu fahren.


    Als Plan C beschließen wir gemeinsam die alte Brennerstraße weiter zu fahren und sofern es das Wetter zulässt, den ein oder anderen Schlenker in die Berge zu nehmen. Wir passieren das Penser Joch, das natürlich auch noch gesperrt ist, und fahren weiter nach Süden. Unsere
    Mitfahrer sind ebenfalls mit einem Youngtimer flott unterwegs und übernehmen die Routenführung, da sie sich auskennen.


    Irgendwann fahre ich mal Porsche!
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  • Wir machen einen Exkurs in die Berge bei Bad Dreikirchen.






    Es hört wieder auf zu regnen und hier lassen wir uns noch nicht von diesen Hindernissen aufhalten ...





    … doch irgendwann müssen wir dann doch leider umkehren.



    Wir entscheiden, den Ritten als Tagesziel anzusteuern ...



    … und suchen uns dort ein kleines Hotel mit Garage.



    In Klobenstein im Hotel Restaurant nehmen wir zunächst unser erstes Bier und bleiben schließlich auch dort zum Essen.

    Anschließend kommen die Straßenkarten auf den Tisch und es wird eine neue Route für den nächsten Tag mit Ziel Gardasee ausgearbeitet und ins TomTom übertragen. Mit der nötigen Bettschwere freuen wir uns auf eine komfortablere Nacht als im Zug.

    Gruß Thomas


    - Fortsetzung folgt -

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  • Montag 13.05.2019


    Am nächsten Morgen sieht das Wetter schon deutlich besser aus. Es ist trocken und die Sonne blinzelt durch die ein oder andere Wolke hindurch. Nach einem ausgiebigen Frühstück brechen wir auf und können auch endlich offen fahren. Heute mache ich den Tourguide und auch die Funkgeräte kommen zum Einsatz, was sich noch als sehr hilfreich erweisen wird. Es geht über den Ritten hinüber ins Sarntal.




    Im Sarntal fahren wir durch die diversen Tunnel Richtung Bozen und bevor wir die Stadt erreichen, biegen wir auf die Meraner Höhenstraße Richtung Jenesien ab. Ich bin diese Strecke schon sehr oft in beide Richtungen gefahren und immer wieder davon begeistert.



    Wir fahren durch ein Waldstück und als wir den Wald verlassen, steht plötzlich eine Gruppe von 6 Pagoden am Straßenrand. Mein Kumpel kann es kaum fassen, vier weißen Pagoden auf einem Fleck. Natürlich machen wir einen kurzen Halt und tauschen uns mit den Auto Enthusiasten aus.




    Paul entdeckt ein schönes Fotomotiv und so gibt es noch ein kleines Shooting …



    …bevor es kurvig weiter geht …




    nach Flaas zu einem Aussichtspunkt.



    Dort werden Fotos gemacht und Paul muss feststellen, dass die Pagode nicht mehr anspringt. Er hatte das schon ein paar Mal, aber vor der Tour wurde der Wagen noch komplett durchgecheckt und auch einiges gemacht. Wir schieben ihn schließlich an und lassen ihn diesen Berg runter rollen, 2. Gang rein und Kupplung kommen lassen und der Wagen läuft wieder.



    Er fährt den Berg erst mal runter um etwas auf Drehzahl zu kommen und wir warten auf ihn, da unsere Route in die andere Richtung weiter geht. Natürlich muss er eine Stelle zum Wenden finden und wieder den Berg hoch kommen – aber es dauert ziemlich lange…


    Gruß Thomas


    - Fortsetzung folgt -

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  • So dann danke fürs Warten …


    Plötzlich meldet sich Paul über das Funkgerät. Bei der Bergfahrt ist ihm der Wagen in einer Kurve wieder ausgegangen, er steht dort jetzt am Straßenrand und die Pagode springt nicht mehr an. Wir fahren also mit beiden Fahrzeugen runter um Erste Hilfe zu leisten.




    Er steht an einem Bauernhof so ungünstig am Hang, dass wir ihn mit 3 Männern nicht weggeschoben bekommen und zurück auf die Straße ist auch keine Alternative, da er direkt hinter einer sehr uneinsichtigen Kurve steht. Es bleibt nur die Möglichkeit ihn erst mal abzuschleppen zurück auf den Aussichtspunkt.



    Paul telefoniert mit seinem Schrauber und mit seiner Hilfe probieren wir die Leerlaufdrehzahl und auch etwas an der Gemischeinstellung zu verändern. Beides ist jedoch nicht erfolgreich und es gibt nochmals Starthilfe durch Anschieben. Er läuft und wir setzen unsere Tour.




    Es geht erst runter nach Terlan …




    in Nals wird aufgetankt …



    … bevor es von Lana dann wieder hoch geht …




    … und auch mal etwas eng wird.



    Gruß Thomas


    - Fortsetzung folgt -

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