Wie wurde ich mit dem Porschevirus infiziert

  • Vor ungefähr 3 Jahren habe ich mir einen Ordner angelegt, bei dem ich alles von meinem Auto abgeheftet habe. Sämtliche Rechnungen, Geburtsurkunde und und ..........

    Weiters habe ich mit jedem Besitzer persönlich gesprochen, sämtliche Fakten aufgeschrieben und eine Historie angefertigt.


    Als ich alles beisammen hatte, habe ich für die "Nachwelt" eine Einleitung geschrieben, wie ich überhaupt zu Porsche kam.

    Natürlich hat ein jeder der Vorbesitzer auch ein Exemplar dieser Historie bekommen!


    Hier eine Kurzfassung davon (wenn ich hier die ganze Version schreiben würde, dann wäre das eine ziemlich lange Geschichte).


    In den frühen siebziger Jahren erzählte uns mein Vater, dass er und sein Freund sich einmal bei der Polizei bewerben wollten. Damals wurden laut seinen Angaben per Zeitungsinserat Männer gesucht, die in den Polizeidienst eintreten wollten und so kamen die beiden auf die Idee sich telefonisch zu bewerben.


    Einzige Vorraussetzung war eine Körpergröße von mindestens 165 cm und das konnte mein Vater mit ein 168 cm gerade noch so erfüllen.

    Weil sowohl mein Vater als auch sein Freund Motorradverrückte waren, wollten sie natürlich auch als Polizisten mit dem Motorrad unterwegs sein. Weil ihnen das offensichtlich auch noch zu wenig und bei der Autobahnpolizei angeblich sogar ein Porsche im Dienst eingesetzt war, führten sie laut seinen Angaben folgendes Telefonat.


    „Wir interessieren uns für eine Stelle im Polizeidienst, jedoch stellen wir als Bedingung, dass wir im Sommer den Dienst mit dem Motorrad und im Winter mit einem Porsche machen können!“

    Natürlich wurden diese Forderungen nicht erfüllt und so wurde auch nie was aus dem Polizeidienst.


    Nach dieser Erzählung hat mich jedoch das Wort Porsche und natürlich das Auto nie mehr richtig los gelassen. Obwohl ich zu dieser Zeit nicht einmal wusste wie ein Porsche aussieht, wurde ich zum Porsche Fan.


    Im Alter von 16 Jahren kam ich dann öfter in eine nahegelegene Stadt und sah dort immer wieder einen weißen 911 er vor einem Gasthaus stehen. Er gehörte dem Wirtsohn, der als einer der wenigen so ein Auto besitzen durfte.

    Dieser Porsche hatte damals einen Turboflügel montiert und faszinierte mich natürlich sehr und der Traum so was zu besitzen wurde noch größer.

    Der nächste 911 er der mich immer wieder verfolgte, war ein roter SC, der in meinem Ort vor einer Landmaschinenwerkstatt stand. Dieser Porsche gehörte einem Landmaschinenmechaniker.


    In den 80-iger Jahren begann ich mit der Restauration von Oldtimern. Ich habe dabei sowohl Motorräder als auch Autos restauriert und wollte irgendwann auch einen 911 er haben.

    Der Traum blieb jedoch aus finanziellen Gründen nur ein Traum. So um 1989 stieß ich in einer Zeitung auf ein Inserat, dass in meiner Nähe ein Porsche 911 verkauft wird. Der Porsche wurde von einem Kaffeehausbesitzer verkauft und sollte um die 180.000 Schilling kosten. Gott sei dank hatte ich damals das Geld nicht und so restaurierte ich wieder an billigeren Fahrzeugen.


    Als ich dann bei der Restaurierung meiner damaligen BMW R 51/3, Kontakt zu einem Porschebesitzer bekam, wurde ich erneut vom Porschevirus erfasst. Der hatte zu dieser Zeit nicht nur einen Porsche, sondern gleich zwei.

    Bei einen handelte es sich um einen roten Targa und der zweite war ein goldenes SC Coupe vermutlich 1979 oder 1980. Wie er mir erzählte kaufte er den goldenen Porsche damals um 360.000 Schilling und fuhr eigentlich fast nie damit.


    Als ich ihm erzählte, dass ich mir den Porsche in unserer Nähe angesehen habe, sagte mir er, dass dieser eine absolute Leiche war und ich froh sein konnte, dass ich ihn nicht gekauft habe.

    Es vergingen die Jahre und der Gedanke Porsche war da und auch wieder weg. Realistisch gesehen unerreichbar für mich, weil andere Dinge wichtiger als ein Porsche waren.


    Im Jahr 2008 überkam mich das Gefühl, dass es irgendwann Probleme mit unserem erspartem Geld geben könnte und so sagte ich zu meiner Frau, dass wir jetzt entweder ein Haus bauen oder ich mir einen Porsche kaufe, bevor das Geld nichts mehr wert ist.

    Wie nicht anders zu erwarten war sie gegen den Porsche und so haben wir im September 2008 mit dem Bau unseres Hauses begonnen und tatsächlich kam es in diesem Jahr zu einer Wirtschafts- und Bankenkrise mit der keiner wirklich gerechnet hat.

    Weil mir das Haus sehr wichtig war habe ich alle Oldtimer die ich zu diesem Zeitpunkt besessen habe verkauft.


    Die Beiwagenmaschine (BMW R 51/3 mit einem Felber-Beiwagen) sowie das Sachs Motorrad wurden nach Tirol verkauft.

    Der Käufer hat selber ein paar Jahre zuvor einen Porsche 911 besessen und ihn wieder verkauft. (also wieder das Wort und Auto Porsche, das mich verfolgte)


    Eigentlich hatte ich zu dieser Zeit beschlossen mit den Oldtimern aufzuhören.


    Nach dem Einzug in unser Haus haben wir uns mit Nachbarn angefreundet.

    Schnell stellte sich heraus, dass Hannes (so heißt mein Nachbar) ebenfalls ein Porsche Fan ist und von einem Porsche träumt.

    Für mich war aber dieses Thema trotzdem schon fast erledigt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es sich finanziell noch einmal ausgeht sich einen zu kaufen.


    Der Gedanke an einen Porsche ließ trotzdem nicht locker und ich setzte mir ein Ziel - Der 50. Geburtstag!

    Der 50-iger wäre doch der beste Anlass sich diesen Traum zu erfüllen. Mehr als 40 Jahre einen Traum zu leben und ihn sich zum 50. Geburtstag erfüllen konnte doch nicht falsch sein.


    Jetzt begann ich zu recherchieren und im Internet zu suchen, plötzlich wurde mir klar, dass ein 911er nicht einfach ein 911er ist sondern es viele Dinge zu beachten gibt. Zuerst musste ich mich erst einmal für einen Typen der 911er entscheiden und dann auf die Suche machen.


    Aus Gründen der Zuverlässigkeit und der Vollverzinkung habe ich mich auf einen SC ab Baujahr 1981 eingeschworen...................................................


    Hier endet für mich die Geschichte weil sie den Rahmen sprengen würde!


    Wäre toll, wenn andere auch erzählen wie und warum sie zu Porsche kamen.


    LG

    Christian

  • Wäre toll, wenn andere auch erzähle wie und warum sie zu Porsche kamen

    wirklich? 😉


    nun gut, mich faszinierte an porsche …


    als ganz kleiner bub der 356er unseres damaligen nachbarn.

    … als schüler die touren mit meinem vater über nord- und südschleife.

    … als student die g- und 964-modelle meines bruders.

    … als berufsanfänger und familiengründer erst einmal nichts.

    … als langjähriger angestellter der cayman s 987.


    im sommer letzten jahres stand (nach leasingablauf einer s3-limo) ein neues pendlerfahrzeug für mich an.


    in der auswahl wegen der viersitzoption zunächst camaro und mustang, aufgrund schierer größe im täglichen betrieb jedoch beide durchgefallen, ebenso wie lotus elise wegen (leider) fehlender alltagstauglichkeit. 😩


    slk, s1 und eine kleine harley sind ja schon im haus, da hat meine frau das seit jahren in meinem hinterkopf kreisende kroko „hervorgeholt“ und seitdem sind alle happy. 😍


  • Sehr schöne Geschichte. :love: :love: :love:


    Ich versuche es mal mit wenigen Worten zusammenzufassen.

    Wer ewig seinen Träumen hinterher läuft und immer und überall das "hätte, wenn und aber" als Vorwand nutzt,

    der wird niemals im 911er sitzen.


    Ist doch fast so ähnlich wie in jungen Jahren: :old:


    Die Jungs, die schon in der Jugend immer Schiss hatten das ganz bestimmte Mädchen anzusprechen,

    wohnen heute immer noch bei Mutti (und fahren brav ihren Opel) :rf:

  • Die Beiwagenmaschine (BMW R 51/3 mit einem Felber-Beiwagen)sowie das Sachs Motorrad wurden nach Tirol verkauft.

    WOW.
    Wir hatten bis vor einigen Jahren eine R50/2 (ehemaliges Polizeimotorrad in Frankreich) mit einem 250er Steib! k:good:

    "TU WAS DU WILLST" (Inschrift auf der Rückseite des Aurin)


    Dieser Beitrag wurde bereits 968 mal editiert, zuletzt von »Camarossa« (30.02.2020, 24:03)


    Aktuelle Pkw:
    911 Carrera Cabrio 3,2 (Gloria)

    944 II 2,5 (Doreen)

    968 Cabrio (Sandra)

    986S n. Fl. (Kate)

    986S v. Fl (Grace)

    928S (Bruce)


    Ford 20m P7b (Kurt), VW Fox (Fuchs), Audi TT (Annette), Maserati GT Spyder (Mariagracia), BMW E36 (Sepp), Mercedes SLK 200K+ (Elise), Ferrari F430 Spider (Ilaria), Lamborghini Gallardo LP560 Spyder (Chiara)

  • Aus Gründender Zuverlässigkeit und der Vollverzinkung habe ich mich auf einen SC abBaujahr 1981 eingeschworen...................................................

    Hier endet für mich die Geschichte weil sie den Rahmen sprengen würde!

    Das kannst jetzt nicht bringen, gerade wenn es spannend wird. k:scare:

    Ich bitte um Fortsetzung!!! k:computing:

    "TU WAS DU WILLST" (Inschrift auf der Rückseite des Aurin)


    Dieser Beitrag wurde bereits 968 mal editiert, zuletzt von »Camarossa« (30.02.2020, 24:03)


    Aktuelle Pkw:
    911 Carrera Cabrio 3,2 (Gloria)

    944 II 2,5 (Doreen)

    968 Cabrio (Sandra)

    986S n. Fl. (Kate)

    986S v. Fl (Grace)

    928S (Bruce)


    Ford 20m P7b (Kurt), VW Fox (Fuchs), Audi TT (Annette), Maserati GT Spyder (Mariagracia), BMW E36 (Sepp), Mercedes SLK 200K+ (Elise), Ferrari F430 Spider (Ilaria), Lamborghini Gallardo LP560 Spyder (Chiara)

  • Sehr schöne Geschichte. :love::love::love:

    Danke!!!!!


    Genauso ist es!:thumbup-alternative:


    Ich bin echt mehr als bescheiden aufgewachsen, wir hatten bis zu meinem Alter von 13 Jahren nicht einmal ein Telefon. Ein Auto hatten wir überhaupt nie.

    Sogar mein Fahrrad habe ich mir mit 12 Jahren selber gekauft, mit Geld das ich bis dort hin durch Hilfsarbeiten verdient habe. (heute nicht mehr vorstellbar)

    Das alles hat mich bescheiden und unabhängig gemacht, außerdem schätze ich alles viel mehr als viele andere.


    Ich hatte immer Träume, und irgendwie habe ich mir jeden Taum erfüllen können. Ohne je was gewonnen, geerbt oder geschenkt bekommen zu haben. Und das Wichtigste: Ich habe nie jemanden was gestohlen!!!


    Als ich mir nach 40 Jahren den Traum vom Porsche erfüllt habe, war ich total überfordert und hatte keine Freude damit. Ich wollte ihn auch gleich wieder verkaufen, weil ich sah, dass ich sowas gar nicht brauche um glücklich zu sein.


    Die ganze Geschichte die ich damals geschrieben habe, hatte auch einen Hindergrund. Ich wollte damit meinen Enkerl bewußt machen, dass Reichtum und Besitz nicht alles ist. Dass man mit Fleiß und Willen, im Leben alles erreichen kann und man Träume haben muss!


    Der letzte Satz dieser Erzählung war folgender:


    "Träume sind da um sich Ziele zu setzen und Ziele sind da um sie zu erreichen. Erreicht man das Ziel nicht, bleibt immer noch der Traum!"


    Christian

  • WOW.
    Wir hatten bis vor einigen Jahren eine R50/2 (ehemaliges Polizeimotorrad in Frankreich) mit einem 250er Steib!

    Eine R50 habe ich damals auch noch verkauft. Die habe ich auch restauriert, schöner als sie neu ausgeliefert wurde!


    Das kannst jetzt nicht bringen, gerade wenn es spannend wird. k:scare:

    Ich bitte um Fortsetzung!!! k:computing:

    Vielleicht kommt die Fortsetzung noch!

  • Jetzt mitmachen!

    Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!


    • Registrierte Mitglieder genießen die folgenden Vorteile:
    • ✔ kostenlose Mitgliedschaft
    • ✔ weniger Werbung
    • ✔ direkter Austausch mit Gleichgesinnten
    • ✔ neue Fragen stellen oder Diskussionen starten
    • ✔ Nutzung des PFF-Marktplatzes
    • ✔ schnelle Hilfe bei Problemen
    • ✔ Bilder hochladen und Umfragen nutzen
    • ✔ und vieles mehr...