radlager einpressen

  • Hallo Leute

    ich wollte mich mal etwas unabhängiger von meinem schrauber machen und habe angefangen kleinere wartungsarbeiten selbst auszuführen. das hat gut geklappt und mir spass gemacht.

    nächstes projekt soll tausch bremsbeläge und -scheiben VA sein. Ich dachte nach 31 jahren und 190000 km könnte man auch die radlager auf verdacht mitwechseln. was meint ihr?

    bisher bin ich davor zurückgeschreckt weil ich probleme beim austreiben und (mangels presse) beim einpressen der lagerschalen befürchtete.

    hab mir dann diese video angeschaut

    in dem zumindest das einpressen kinderleicht ausschaut, indem man die lagerschalen abkühlt.

    allerdings habe ich mich gefragt ob das erwärmen der nabe nicht viel effektiver ist:

    der dünnwandige lagerring ist aus stahl (ausdehnungskoeffizient 1.2e-5 K^-1). der durchmesser verändert sich also um 1.2e-5 / Pi = 3.8e-6 pro Kelvin.

    die nabe ist aus alu (ausdehnungskoeffizient 2.3e-5 K^-1) und da die nabe eher ein „klotz“ ist würde sich der innendurchmesser um 2.3e-5 pro Kelvin ändern, (ja ich weiß, das klotzmodell ist nicht ganz korrekt, aber ich will jetzt nicht eine finite elemente rechnung starten, uni ist zu lange her….).

    es liegt also etwa 1 grössenordnung zwischen den durchmesser ausdehnungen.

    frage: hat das schon mal jemand mit erwärmen der nabe beim austreiben und einpressen probiert? auf welche temperatur habt ihr die nabe erwärmt? kennt jemand die tatsächlichen durchmesser von nabe und ring bei raumtemperatur?

    Opel Olympia Cabriolet - 1936

    Boesch 510 - 1977
    Porsche Carrera 3.2 - 1986

    Vespa LX50 - 2006

    Audi Q5 3.0TDI - 2008

  • Also zunächst mal ein Hoch auf die Marie - sonst kennt man im DuSchlauch ja nur hübsche Mädels mit Schmiktips, idiotische Aktionen oder als überflüssige 'Influencer'


    Seltsam war, daß die bei den 'harten Schlägen' die blauen Nitril-Handschuhe durch weiße ersetzt hat - wahrscheinlich waren das dann die Sicherheitshandschuhe :headbange


    Bzgl. Abkühlen:

    So wie da gezeigt wird das nichts.

    Lager in die Kühltruhe oder in Trockeneis/flüssigem Stickstoff runtergekühlt.

    Aufnahme in den Backofen oder auf 'ne Herdplatte gelegt.


    Andererseits kann ich auch nicht ausschließen, daß man die Schalen ohne Wärmebehandlung reinkloppen kann.

    Habe ich schon bei unzähligen Lagern so gemacht, allerdings gibt's *richtige* Probleme wenn's mal verkantet...


    Gruß

    Jens

    911SC Targa 1980 ROW


    Restauration unter:

    https://jensschumi.ddns.net/911erCorner.php

    Wieder auf der Piste seit Mitte 2015

  • Hallo,


    den Film habe ich mir nicht angesehen, aber das Aus- und Einbauen der Außenringe der Kegelrollenlagern ist nun wirklich keine Hexerei. Man muss natürlich umsichtig vorgehen. Erwärmt oder abgekühlt habe ich DABEI noch nie etwas. Die Passung ist ausreichend locker um die Ringe leicht rein- und "rauszuklöppeln". Raus geht es wunderbar mit einem Treibdorn und zum Einbauen schneide ich den alten Außenring mit einer schmalen VA-Trennscheibe an einer Stelle auf (damit er beim Eintrieben nicht auch im Sitz mit einklemmt), und mit dessen Hilfe klappt es wunderbar. Immer schön drehen und auf jeweils gegenüberliegende Stellen schlagen. Darauf achten, dass sich der Ring nicht verkeilt.

    Grüße von Wolfgang

    911 SC 3.0 US-Coupé eSSD 09/82 - 930.16 - G915.63 - rubinrot met
    911 2,4T US-Targa 07/73 - 911.51 - indischrot

  • Alles gut machbar:
    Lagerschalen ausschlagen und ein einpressen geht nicht ganz so easy wie im Film. aber das ist wohl der besseren Verfilmung geschuldet.

    Zum ausschlagen der Lagerringe brauchst du einen stabilen Durchschlag mit guter Kante, da der Ring nur geringfügig Übersteht......das Einbringen geht mit einer Presse auch ohne Hitzebehandlung.....(das bisschen Kältespray bringt eh nichts )

    wichtig: Innenring des inneren Lagers muss vor dem Einpressen des Simmerings eingelegt werden.

    Hubert

    Porsche 911ST Clone Bj: 73 Bahiarot

    G Modell Targa Bj: 76 (In Aufbau) Farbe noch nicht festgelegt

    996 GT3 FL Bj: 2004 Speedgelb

    964 C2 Bj; 93 Ferrarigelb


    Ich kann garnicht so viel fahren wie ich Schraube

  • Ich kann nur für mich schreiben -- ohne Defekt und ohne Not tausche ich seit Jahren 0,00 Ersatzteile mehr aus.


    Zu oft damit auf die Fresse geflogen, mit Sachen die DANN ERST Zicken machten.


    Und selbst wenn ein Radlager defekt ist -- die andere Seite packe ich deswegen auf keinen Fall an, wenn ok.


    Lars

    Nur wenn du schwarze Striche vom Kurvenausgang bis zum nächsten Bremspunkt ziehen kannst, hast du wirklich genug Leistung(Mark Donohue).


    Im Alter wird man immer knackiger -- da knackt es und da knackt es...


    Sechs 964er bisher mit abgerissenen Dilas --- 7(!!!) Ventilfederbrüche bei den letzten zwei Motoren! 4:3


    Porsche 911 -- der Volkssportwagen...


    "Hoffnung -- ist immer ein Mangel an Information!"


    Wer restauriert -- verliert...

  • Danke Lars......mit Erfahrung kann ich bei weitem nicht an dich hinschmecken und sauge deine Leitsätze geradezu auf:thumb:

    Hubert

    Porsche 911ST Clone Bj: 73 Bahiarot

    G Modell Targa Bj: 76 (In Aufbau) Farbe noch nicht festgelegt

    996 GT3 FL Bj: 2004 Speedgelb

    964 C2 Bj; 93 Ferrarigelb


    Ich kann garnicht so viel fahren wie ich Schraube

  • hall0


    zwischenstand:

    -die alten radlager-ringe rauszuklopfen ging so einigermassen: die kleinen äusseren kann man gut mit einem stück flachstahl in passender breite rausklopfen. die grossen inneren waren etwas resistenter und das endlose geklopfe nicht wirklich angenehm. habe mir dann auf der hobby-frässe ein "austreiber-tool" gebastelt mit dem es dann so leidlich ging...

    -zum reinklopfen hab ich dann die alten ringe (wie von werinhari beschrieben) aufgetrennt, die nabe erhitzt, die ringe gekühlt, mir die finger verbrannt, und endlos geklopft... -> mit den 3 verbliebenen ringen (und den naben) bin ich dann in die mietwerkstatt auf die hydraulic-presse: 10min + €20 und alles erledigt.

    -die bremszangen und schutzbleche waren leider zu vergammelt -> austauschsättel von JL-parts, neue bleche und neue bremsschläuche. einbau ging auch gut (siehe bilder). entlüften steht noch aus.


    was mir jetzt aber einige sorgen bereitet sind die stifte für die bremsbeläge: wenn ich das MJ87 bremsen-design richtig verstehe halten die stifte eigentlich nur über reibung in ihren löchern. die stifte liessen sich aber sehr leicht reinklopfen und man kann sie (mit kraft) mit den fingern hin und her schieben. besteht da nicht die gefahr dass die stifte sich während der fahrt verschieben? (ich hab keine erfahrung wie fest die stifte in neuen / überholten sätteln sitzen sollten)

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