Öldruck vs Ölstand

  • Hallo,

    bei meinem 2005 C2S habe ich das Phänomen, wann immer der Ölstand laut elektronischer Anzeige zwischen Minimum und Maximum steht, dass mein Öldruck sofort bei 5 steht, ohne jemals bei laufendem Motor runter zu gehen. Steht das Öl nun unter dem Minimalwert (verbraucht schon 0,5l/1000km), dass schwingt die Öldruckanzeige zwischem 2 im Leerlauf (warmer Zustand) bis zu 5 bei kleiner Last.

    Welcher Anzeige ist nun mehr zu trauen?

    Wie dramatisch ist es wenn der Ölstand unter minmum geht - bei der Menge die drin ist? Wie verhält sich der Öldruck, wenn der Ölstand bedenklich runter geht?


    Danke und Grüße

    Markus

  • Ich würde sagen, dein Öldrucksensor hat einen weg. ;) Ist bei mir genau so; der zeigt viel zu viel an.

    Den Ölstand würde ich unabhängig davon immer im Auge behalten und zusehen, dass er immer in der oberen Hälfte verbleibt. Auf Minimum (oder gar darunter :huh:) war der bei mir noch nie.

  • Das verstehe ich nicht so ganz.


    1. Du findest es ein „Phänomen“, dass der Öldruck konstant ist und nicht absinkt? Ich finde das gut und normal.


    2. Du fragst, welcher Anzeige zu trauen ist. Misst du den Öldruck mit zwei verschiedenen Anzeigen?


    Grundsätzlich sollte der Ölstand nicht unter Minimum sinken, da dann die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Pumpe zu wenig Öl ansaugt (z. B. durch den geringeren statischen Druck im Öltank oder in Kurvenfahrten). Darüber hinaus sorgt die ausreichend große Ölmenge für ausreichende Kühlung des Motors.


    Wenn der Ölstand „bedenklich“ absinkt, besteht die Gefahr, dass der Öldruck sinkt, die Pumpe Luft ansaugt. Und das passiert nicht erst, wenn der Ölstand im Tank den Ansaugstutzen der Ölpumpe erreicht hat. Durch die Ölpumpe, die das Öl in den Vorratstank zurückfördert, kommt es im Öltank automatisch zur Vermischung des Öls mit Luft und somit zur Bildung von Luftblasen (Schaum). Die große Ölmenge sorgt auch dafür, dass sich dieses Öl an der Oberfläche „beruhigen“ kann, bis es dann im unteren Teil von der Saugpumpe wieder zum Motor gefördert wird.


    Sinkt der Öldruck, werden Schmierstellen möglicherweise nicht mehr ausreichend mit Öl versorgt. Insbesondere Gleitlager „leben davon“ dass das rotierende Bauteil sich in einem Ölfilm dreht. Der Öldruck lässt den Rotationskörper Welle „aufschwimmen“ damit er gar nicht mit der Lagerschale in Berührung kommt.


    Ist (im schlimmsten Fall) kein Öldruck vorhanden, rotiert die Welle in der Lagerschale, also Metall auf Metall. Wenn der Motor abgestellt wird und der Öldruck weicht, liegen (wenn wir akademische Betrachtungen einmal außen vor lassen) beide Lagerstellen aufeinander. Wenn der Motor gestartet wird, dauert es Bruchteile von Sekunden, bis der Öldruck an jeder Lagerstelle dafür sorgt, dass die Welle „aufschwimmt“. Bis zu diesem Zeitpunkt rotiert die Welle im Lager. Die Schmierung übernimmt bestenfalls der nach dem letzten Betrieb zurückgebliebende Restölfilm. Deswegen sagt man auch, dass für den Verschleiß eines Motors weniger die Gesamt-km eine Rolle spielen, sondern die Kaltstarts, da hier der maßgebliche Verschleiß entsteht.


    So. Nun zum Thema „Öldruck vorhanden, aber nicht vollständig“: Das ist eine Mischsituation oben den beiden oben geschilderten. Die Welle wird im Lager zwar geschmiert, aber nicht vollständig und ausreichend. Durch das Eigengewicht der Welle befindet sich unterhalb der Welle in der Lagerschale durch den zu geringen Öldruck ein geringerer Ölfilm als oberhalb. Abhängig wie viel Öldruckverlust vorherrscht und wie dünn die Ölschmierung an der dünnsten Stelle ist, kann es kurzzeitig und partiell zu Ölfilmabrissen kommen und somit ebenfalls zu Verschleiß. Wenn man dann noch Vollgas gibt, also die Welle und die Lager großen Kräften ausgesetzt sind, verstärkt das die Sache. Deswegen ist es auch gut, dass bei steigender Drehzahl der Öldruck mit ansteigt.


    Also: Je geringer der Öldruck (besonders bei hohen Kräften), desto bedenklicher.


    Jo.

    Immer wenn ich Porsche fahre, bin ich so gut drauf. Ich glaube, ich brauche Depressiva.

  • Gut erklärt Jo! k:good:k:thankyou:

    Und ja, der Motor geht bei Ölstand unter Minimum nicht gleich und automatisch über den Jordan, aber das Risiko ist schon sehr hoch, dass früher oder später Luft angesaugt wird, selbst bei Trockensumpfschmierung kann das problematisch werden. k:scare:
    Deswegen Ölstand immer WESENTLICH über Minimum halten (Mitte bis Maximum) um Reserven zu haben bei längeren Touren oder plötzlichen Mehrverbrauch. :kwink:

    "TU WAS DU WILLST" (Inschrift auf der Rückseite des Aurin)


    Dieser Beitrag wurde bereits 968 mal editiert, zuletzt von »Camarossa« (30.02.2020, 24:03)


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  • Hallo


    das Thema mit den kaputten Öldrucksensoren ist bekannt. EIn neuer kostet rund 100 Euro. Dann fällt der Öldruck im Leerlauf wieder auf 2-3 bar und bleibt nicht bei 5 bar stehen. Hatte ich vor 2 Jahren auch...


    Gruß Stefan

  • Oh, gut zu wissen. Sind davon nur 997 betroffen oder auch 996?


    Jo.

    Immer wenn ich Porsche fahre, bin ich so gut drauf. Ich glaube, ich brauche Depressiva.

  • Danke für die Antworten, werde mich erkundigen, was meine Werkstatt für einen neuen Öldruckmesser haben möchte. In anderen Threads hatte ich halt immer gelesen, dass es normal sei, wenn der Öldruck je nach Gas zwischen 1,5-5 pendelt.

    Meiner zeigt wie geschrieben halt immer 5 an, wenn der Ölstand nur ein bisschen über min. steht. Daraus schloss ich, dass ich einer Anzeige nicht trauen kann - ich habe keine weitere Möglichkeit den Öldruck zu messen.

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