Dauerbrenner "Vorrang" bei Engstelle der Fahrbahn

  • Hey Folks,


    sollten sich Juristen unter Euch befinden, hätte ich da mal eine Frage. Zum "Vorfall":


    Mein Mann und ich sind Mitte August am frühen Abend von einer Ausfahrt nach Hause gekommen. Dazu sind wir von einer gut frequentierten Landstraße in eine schmale Anliegerstraße eingebogen, an der wir ja auch wohnen. Ungefähr 5 Wagenlängen später kommt uns ein VW-Touareg entgegen und es kommt die Frage des Vorranges auf, da an dieser Stelle nur ein Fahrzeug aufgrund der geringen Fahrbahnbreite entlangfahren kann - es befinden sich keine Hindernisse entlang der Fahrbahn, sie ist dort nur etwa 3 Meter breit. Das entgegenkommende Fahrzeug blieb stehen, wir demnach hintereinander auch. Die Fahrerin des Touareg hätte nun lediglich eine Fahrzeuglänge zurücksetzen müssen, um in die auf ihrer Seite liegende Einfahrt zu gelangen oder sie hätte auf der ihr gegenüberliegenden (also unserer) Seite in eine noch freie Parklücke hereinfahren können, damit wir mit beiden Fahrzeugen passieren konnten, denn wir selbst konnten nicht mit zwei Fahrzeugen hintereinander rückwärts in den fließenden Verkehr der Landstraße zurücksetzen, ohne diesen erheblich zu gefährden und auch nicht mit zwei Fahrzeugen in diese freie Parklücke. Die Fahrerin tat aber weder das eine, noch das andere, sondern versuchte, sich an meinem vorausfahrenden Mann vorbei zu quetschen und fuhr praktisch in die Hecke hinein, wobei sie sich den rechten Außenspiegel an dem in der Hecke befindlichen Zaun beschädigte. Nachdem sie festgestellt hatte, dass das nicht funktioniert, ist sie wieder zurückgesetzt und letztlich dann endlich in die freie Parklücke gefahren und wir konnten vorbei.

    Direkt nachdem wir diese Stelle passiert hatten, wiederholte sich das Spielchen, weil ein zweites Fahrzeug aus der Gegenrichtung um die Ecke auf uns zugeschossen kam. Ich war durch die Freisprechanlage mit meinem Mann verbunden und sagte ihm, er solle die vier oder 5 Meter zurücksetzen, damit der Mann auf die gleiche Weise in die Parklücke stoßen konnte, wie der Touareg zuvor. Das tat mein Mann, wir sind also beide ein paar Meter zurückgesetzt, damit der Mann praktisch rechts an uns vorbei konnte (links waren ja Hecke und Zaun). Währen der Mann aber in die Parklücke stieß, beleidigte er meinen Mann auf das Übelste (konnte ich ja alles mithören) und ich sagte wieder: "Fahr weiter, lass ihn". Taten wir, auch der Mann fuhr dann ebenfalls weiter und wir sind dann ca. 30 Meter weiter hinten in unsere Garage gefahren. Die Motoren waren gerade abgestellt, das Tor war noch offen, als der Mann auf einmal im Rückwärtsgang zurück kam, ausstieg und mich in meiner Garage bedrohte (er ist nur wenige Zentimeter vor mir gestanden und ich habe schon mit Handgreiflichkeiten gerechnet), er behauptete weiterhin, dass wir seine Frau (die Fahrerin mit dem Touareg, die inzwischen weggefahren war) in die Hecke genötigt haben und dass dadurch ein Schaden am Außenspiegel in Höhe von mindestens 400 Euro entstanden sei. Das haben wir natürlich bestritten und ich wollte die Polizei rufen, weil der Mann handfeste Drohungen ausstieß ("Ich weiß ja jetzt, wo ich Dich finde"). Blöderweise habe ich in der Aufregung die 112, anstatt der 110 gewählt und das Gespräch dann direkt wieder beendet. Der Mann ergriff dann auch buchstäblich die Flucht, nachdem mein Mann das Handy zückte und begann, Fotos zu machen. Soweit, so gut.


    Die von ihm angedrohte Anzeige ist nicht eingetroffen und ich dachte noch, okay, Schwamm drüber. Dumm ist aber jetzt, dass ich diese beiden Herrschaften gestern Abend wieder getroffen habe, weil sie mit den beiden Fahrzeugen wieder auf der Anliegerstraße (ist eh mehr ein Feldweg) entlanggefahren kamen und ich dort zu Fuß mit meinem Hund unterwegs war. Die beiden sind recht knapp an mir vorbeigefahren und haben mich auch wieder erkannt. Und weil der Mann scheinbar ein echter Choleriker zu sein scheint, der sich nicht im Griff hat, rechne ich damit, dass er beim nächsten Mal entweder meinen Hund oder mich in irgendeiner Weise "beschädigen" will.


    Die Frage ist: soll ich rein vorsorglich Anzeige erstatten, um diese Sache aktenkundig zu machen? Ich bin ja weiß Gott kein ängstlicher Mensch, aber gegen ein Auto habe ich als Fußgänger schlechte Chancen und wenn ich alleine unterwegs bin und zwei "Gegner" habe, kann ich behaupten was ich will, weil ich keinen Zeugen habe. Was meint Ihr? Ich habe zur Verdeutlichung der Sachlage (Engpaß) ein Foto angehangen.

    LG

    Sabine

  • Wer, wie, was und wann ist immer schwierig, wenn man nicht dabei war. Aber wenn die Frau in die Hecke fährt ist sie selbst schuld - selbst wenn der andere hupt muss ich die Nerven behalten und im schlimmsten Fall bleibe ich eben stehen.


    Unschön an der ganzen Sache, so etwas möchte man ja nie und nimmer im persönlichen Umfeld haben. Wohnen diese Leute auch dort? Vielleicht mal das Gespräch von Frau zu Frau suchen? Eine Entschuldigung kostet nichts und bringt vielleicht Ruhe in die Sache - den Herren würde ich einfach meiden.

  • Geht gar nicht so ein Verhalten und in deiner Garage hat er ja mal gar nichts zu suchen.


    Hut ab, dass ihr so ruhig geblieben seid.


    So Leute sollten bekommen was sie brauchen. Schläge oder Anzeige (alleine schon damit er was hat um sich aufzuregen) :])

    911 Carrera Targa Mj. 1985 - 3.2 (930/21)

  • so leicht ist das in unserem unrechtsstaat leider nicht. hatte letztens einen ähnlichen fall. frau fährt aus einer rechts vor links mit mindestens 60 in die strasse. einseitig autos geparkt, wohngebiet. 30km.

    die ließ sich weder durch freundliche worte noch vernunft dazu bewegen die nötigen 4 meter rückwärts zu fahren. stellte sich sogar noch schräg damit gar nix mehr ging. ich hätte etwa 50 (!) meter zurück gemusst. die übelsten beschimpfungen von a***ch bis führerschein im lotto gewonnen, von stinkefinger bis vogel. alles auf dem iphone meines sohnes.

    die polizei hat uns weggeschickt. "...geht uns nichts an, überlegen sie eine zivilklage wegen nötigung, beleidigung. aber dann ist da die beweispflicht, das video können sie nicht nutzen, ihre frau und sohn gelten als zeugen nicht wirklich. ich würde es lassen..."

    letztendlich hat sie sich noch das auto angekratzt als sie über den gehweg weggerast ist. voll die mauer lang. wenn dann aber was gekommen wäre (toitoitoi ist nicht) wäre ich wenigstens zuerst bei der polizei gewesen. hilft immer ein wenig im prozess.

  • Wer, wie, was und wann ist immer schwierig, wenn man nicht dabei war. Aber wenn die Frau in die Hecke fährt ist sie selbst schuld - selbst wenn der andere hupt muss ich die Nerven behalten und im schlimmsten Fall bleibe ich eben stehen.


    Unschön an der ganzen Sache, so etwas möchte man ja nie und nimmer im persönlichen Umfeld haben. Wohnen diese Leute auch dort? Vielleicht mal das Gespräch von Frau zu Frau suchen? Eine Entschuldigung kostet nichts und bringt vielleicht Ruhe in die Sache - den Herren würde ich einfach meiden.

    Naja, die "Sachlage" wäre in dem Fall eigentlich schon klar, denn er hätte uns nicht mit zwei Fahrzeugen rückwärts in den fließenden Verkehr (Tempo 70) zwingen dürfen, denn damit hätten wir den Verkehr und auch uns selbst gefährdet, während er (und vorher seine Frau) lediglich ein paar wenige Meter zurücksetzen mussten oder in die Parklücke ausweichen konnten, wobei sie dabei weder jemanden gefährdet, noch behindert hätten. Der Umstand, dass seine Frau nach Beschädigung des Zaunes einfach abgehauen ist, könnte sicherlich Einfluss auf die Handhabung ihrer Fahrerlaubnis haben und die Tatsache, dass der Mann mich selbst innerhalb meiner Garage und somit auf meinem Grundstück bedroht hat, wäre in der Folge ebenfalls "nicht nett" (er war zu dem Zeitpunkt alleine, wir waren zu zweit).

    Nur darum geht es im Nachgang weniger: ich habe einfach Bedenken, dass der Mann wieder derart in Rage gerät und dabei entweder meinen Hund oder mich selbst über den Haufen fährt. Oder dass er uns etwas "Nettes" für die Hunde über den Zaun wirft, um uns einfach nur zu schaden. Der Umstand, dass dabei möglicherweise auch noch Neid oder Missgunst eine Rolle spielt (er hat ungezählte Male die Formulierung "diese Porschefahrer" genutzt) lässt das nicht besser dastehen. Der Mann (ich weiß inzwischen, wer das ist) wohnt hier zwar nicht, aber er fährt mehrmals die Woche zu einer Ortsgruppe des Schäferhundevereins (SV), um dort mit seinem Hund zu üben (was immer das sein mag). Mein Gedanke war der, diesen Vorgang aktenkundig zu machen, eben damit er gar nicht auf solche Ideen kommt. Verstehst Du, was ich meine? :)


    LG

    Sabine

    992 GT3 (schwarz), 991.1TargaGTS (schwarz), RS6 MTM962 (schwarz), G500Brabus (schwarz), Dodge RAM Sport (schwarz), Celtic/Dream-Rambler (schwarz)

  • Verstehe das vollkommen und ich bin auch ganz bei Dir, so ein Verhalten geht gar nicht. Nur vielleicht geht es dann erst richtig los?

  • Hi Sabine, so wie Du die Situation darstellst hat die Dame beim verursachen ihres Schadens einfach unclever reagiert.

    In die Hecke fahren war sicher keine gute Lösung, insgesamt ist’s eben unglücklich gelaufen.

    Das aggressive Verhalten des Mannes dagegen ist ein absolutes No-Go. Diese Choleriker sind nicht zu unterschätzen.


    Aber was ist jetzt zu tun??

    Gedächnisprotokoll hast Du ja.

    Wie das mit der Polizei ist, ob man das auch dort protokollieren lassen kann oder gleich eine Anzeige machen muss, weiß ich nicht.


    Gruß und hoffentlich wenig Ärger, Bernie

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