Vorstellung eines "Neuen", die II. (etwas ausführlicher Teil 1, weil zu lang)

  • Hallo "luftige Freunde",

    hier mal eine etwas ausführlichere Vorstellung meines Töf`s und ein wenig auch von mir............

    Habe wie bereits berichtet, einige Jahre (ca. 86-90) einen 76ger 911er bewegt, der war damals 10 Jahre alt, als ich ihn gekauft habe, also einfach reinsetzen und fahren, da vom Verschleiß her nix zu werkeln war. OK, einmal war die Benzinpumpe defekt und das ausgerechnet auf einem Lehrgang im allerdings schönen München, das hat ein dortiger Bosch-Dienst dann für mich erledigt. Ansonsten hat er mich einige Jahre treu begleitet, auch tagtäglich beruflich (Außendienst), sowie Urlaube in der Schweiz und als Lastesel mit Moppedteilen beladen, auch in Italien, oben aus Mandello, am Comer See. Im Winter war er immer abgemeldet. Habe ihn nach kurzem Besitztum direkt bei DP-Zimmermann auf Turbobreit umbauen lassen, die kleinen Sportspiegeln angebaut und "natürlich" KEINEN Heckspoiler installiert......genau SO wollte ich ihn damals haben und ich habe es nie bereut. Dann kam noch ein 3 Liter SC-Motor hinein, der den 2,7 l ersetzte und ich war rundum Happy.

    Nach ein paar Jahren habe ich ihn dann (warum auch immer, schnieeef) nach Österreich verkauft....und wenn er nicht gestorben ist, dann düst er heute noch munter durch die Landschaft .Der 911er kurz vor dessen Verkauf, noch in meiner kleinen Halle, hinten, aus Platzgründen unter die Decke gezogen.


    Parallel dazu kam meine Opel - Phase, genauer: die Opel Rekord C, Commodore A - Phase. Den Rekord C bin ich auch schon in den Wintern, anstatt des 911ers gefahren. Der Commodore A kam etwas später dazu und "ersetzte" dann den verkauften 911er im Sommer. Da kamen im Außendienst und den Jahrzehnten, etliche 100.000 km zusammen, die speziell der Rekord C, trotz seines Baujahres 1967, allerdings mit viel handwerklicher Eigenleistung, wacker gemeistert hat....ok, die Schweißdrahtrollen, die ich in die beiden versenkt habe, die habe ich nie wirklich gezählt, aber es waren einige...daher wohl reagiere ich heute auf Rost nicht mehr ganz so allergisch, war ja damals mein ständiger Begleiter.....bleibt aber auch nicht aus, wenn man solch einen Oldie durch den Winter prügelt.....ja ja, Asche auf mein Haupt.Zum Thema Rost an "ollen Opels" (unten hinter der B-Säule...alles Morsch am Com. A !

    Muss allerdings auch mal ein Lanze für diese Modelle brechen, sie haben mich über 25 Jahre abwechselnd täglich begleitet und trotz ihres schon hohen alters, haben sie mich niemals wirklich im stich gelassen, grundsolide überschaubare Technik, mit Rost als "Beigabe"....nee, im Ernst: tolle dankbare Wägelchen !

    Der Commodore A hatte zum Schluss übrigens einen M5, 3,6 Liter Motor (ich glaube 360PS) implantiert und der Rekord C hatte auch nicht mehr seinen 1,9er, sondern ein 2,4 Liter Motörchen.....frei nach meiner damaligen Devise: "Original ist langweilig":)

    Commodore A.Rekord CDer M6 - Motor im Commodore A



    So, das waren die letzten, bald 30 Jahre mit den "ollen Opels", dazwischen kam noch mal kurz (weil der Commodore A verkauft wurde) "rein für Sommer-Spaßfahrten" ein 94ger Viper - Mischling, ein echter "Wolf im Schafpelz", ihr könnt ja mal unter YOUTUBE "Viper Opel Rekord C" (Teil 1 und Teil 2) eingeben.

    Die Komplette Viper unter einer Rekord C Karosse "versteckt" :headbange.

    Das war ein wirkliches Monster (Eckdaten: 400 PS, 8 Liter Hubraum, 10 Zylinder), in dem Unmengen an Arbeit, Blut (beim Werkeln), Schweiß und Geld geflossen sind. Mit ihm habe ich in 12 Jahren, schöne Urlaubstouren und Spaßfahrten unternommen, bis auch er 2013 "gehen" musste, da die kleine Schrauberhalle, die ich angemietet hatte, einen neuen Besitzer bekam......und das war`s dann.

    Einen solchen (fast) "Eigenbau" kann man nicht in der heimischen Garage warten, unmöglich, weil der war ja richtig breit, lang und nicht zu vergessen, über 1,7 Tonnen schwer, kein Vergleich zu meinen "kleinen" 964 heute.

    Und was soll ich sagen, nach einiger Zeit kam wieder Langeweile auf, da kein Töf mehr zur Verfügung stand, das für meine Möglichkeiten (nur noch Standard-Garage) trotzdem noch genügend Emotionen bot, bezahlbar war, es ausreichend Ersatzteile gab, man nicht Teile in der weiten Welt ordern musste, man noch selbst dran werkeln konnte (musste) und und und.......was lag da näher als der Spruch: "Back to the Roots"....ich hätte ihn eben vor 28 Jahren nicht verkaufen sollen, den breitgemachten und tollen 76ger 911er.

    Und außerdem: "I am Legend", da sollte auch das Töf dazu passen :old: .

    Ab in`s Internet und auf Eure Seiten geschaut, vieeeel über Schwachstellen gelesen, über Problempunkte, aufgetretene Fehler, Technik und und und.

    Dann die Qual der Wahl, "G"- Modell, 964, oder 993....puhh ......schnell war klar, der 993 hat nicht mehr die ursprüngliche Formgebung, scheidet also rigoros aus (schade, da er die von allen dreien beste Radaufhängung besitzt, also bessere Straßenlage)....aber ok, da ich selbst mit meinem alten 76 turbobreiten und 3 Liter bestückten und OHNE Heckflügel, aber mit Frontspoiler (Asche auf mein Haupt) über die Bahn gekachelt bin, ohne abzufliegen =O, da muss es dann wohl eh nicht der 993 sein....ging ja irgendwie auch so, damals ......

    Aber etwas fortschrittlicher in Elektrik, Fahrwerk, Leistung, als das G-Modell, sollte er schon sein....was blieb demnach übrig...........genau, der 964, obwohl ich optisch eher zum G-Modell tendiert hätte, man kann halt nicht alles haben.

    C4, Tipse schieden natürlich sofort aus....womit ich diese Modelle hiermit nicht "madig" machen möchte.....(aber zum Ausschlachten find ich sie gut....:blumengruss:......ich bitte um GNADE, nicht steinigen ! )

    Ein Coupe sollte es sein, am besten ohne Schiebedach (könnte ja wieder eine weitere Schwachstelle / Baustelle sein). Cabriolet und Targa schieden auch aus, dafür habe ich mein Mopped......eventuell mal später, wenn ich das "Eisenschwein" nicht mehr halten kann und an der Ampel vor Muskelschwund umkippe .

    Ich habe ihn dann nach nur insgesamt zwei Besichtigungen (ich weiß, bescheuert, aber ich wollte auch nicht durch ganz Deutschland gurken) Anfang 2017 gekauft. Zu den beiden Besichtigungs-Kandidaten: der erste befand sich gerade beim Lackaufbereiter, hui der strahlte besser als neu (im Lack), hatte auch kein Schiebedach.......wieder ein Pluspunkt (für mich).

    Nach langen hin und her konnte ich ihn dann von unten betrachten......AUWEIA, alle Haltestreben massiv angerostet, Motor-Getriebeeinheit total verölt.......das reichte mir dann schon, der war draußen. Der zweite und nun "meiner", kam in allen Punkten wesentlich besser weg, nicht zuletzt weil er vor dem Verkauf, vom Verkäufer aus noch einmal eine freie Porsche-Werkstatt von innen sehen durfte, dort wurden ca. 3 Din A-4 Seiten (auch mit Kleinteilen) an Neuteilen verbaut, Kettenkasten abgedichtet, Motorbleche neu, Kupplung mit Nehmerzylinder, Leitungen, Querlenker erneuert, Inspektion durchgeführt und und und.....Ich habe natürlich auch ihn von unten ausgiebig in Augenschein genommen....mit demontierter Motorkapselung versteht sich....und was soll ich sagen: für mich ein absolut ehrliches Auto, dem man zwar die Jahre hier und da ansieht, aber bei dem man nicht sofort wieder zum Schraubenschlüssel, oder schlimmer, zum Schweißgerät hätte greifen müsste.

    Klar, auch Probe gefahren..........und nach einigen 100 Metern, war es plötzlich wieder da, dieses fast unbeschreibliche Fahrgefühl, das nunmehr 28 Jahre in mir verschollen war (seit meinem G-Modell), diese "Direktheit", dieses "Eins-sein" mit Straße und Technik, dieses "selbst fahren" und nicht "gefahren werden", was wohl einem Gokart-Feeling am nächsten kommt. Dazu der unvergleichliche Sound aus dem Heck, Gott, was hatte ich ihn schon vergessen, für immer abgehakt......nun war er wieder da und die vielleicht nur oberflächliche Entscheidung, sich wieder eine wirkliche Fahrmaschine zuzulegen, hatte sich in diesen Moment fest einzementiert, es führte kein Weg mehr zurück.

    Und da der nächste Interessent schon quasi hinter mir stand, wurde angezahlt und sich kindisch gefreut .

    Hatte ca. 160.000 km auf dem Tacho (2. Hand).....hmmm, gut, nach den Unterlagen irgendwie nachvollziehbar, aber ganz ehrlich, der könnte auch seine 260.000 km runter haben. Habe später mal den Tacho ausgebaut, schien mir noch nie gelöst worden zu sein und auch das Herstellungsdatum auf ihm, ist seinem Baujahr entsprechend....aber auch das muss ja nix heißen....ich weiß, ich weiß.

    Ok, ich nehme es halt so hin und eine Motorüberholung steht ja eh irgendwann einmal an.....wenn ich bedenke, das bei meinem Mopped (auch luftgekühlt, mit dem Adler auf dem Tank) bereits nach 30.000 km die Ventilführungen ausgelutscht waren (viel Kurzstrecke), dann möchte ich nicht wissen, wie es bei meinem 964 Baby dort aussieht. Naja, er läuft sauber, hat Leistung, bleut nicht, hat volle Kompression, ölt nicht wirklich, warum soll man den nun auseinanderreißen.....NÖ !

    Zum Preis nur so viel: "zu viel", klar, aber was ist bei solch einer hoch emotional beladenen Geschichte schon zu viel und um hier darüber überhaupt debattieren zu können, müsste jeder von Euch das Töf ausgiebig begutachtet haben und gefahren sein, also lassen wir das.

    Da kann man sich lieber über die Ersatzteilpreise unterhalten.....oder vielleicht besser doch nicht, bekomme gerade solche Kopfschmerzen...:eek:

    Hab ihn direkt nach dem Kauf Mitte 2017 in der Garage hochgebockt und mir ein Dreivierteljahr Zeit gelassen, um ihn in (fast) allen Einzelheiten zu begutachten, zu studieren, anzupassen und hier und da zu verändern, nach meinen ganz persönlichen Vorlieben. Wenn ich eines nämlich nicht ab kann, dann ist es ein Töf zu kaufen und es nicht in allen Einzelheiten durchgesehen und einigermaßen "verstanden" zu haben............geht garnicht.

    Und, was soll ich sagen....mal so, mal so, da er aus Bayern stammt, hat er in seinem Leben diverse lange und salzhaltige Winter gesehen, die hat er im Gegensatz zu meinen ex. Opels, allerdings bravourös überstanden, was jetzt nicht heißt: "alles paletti".


    Hier ein Schnitt....Teil 2 folgt auf dem Fuße


    Gruß

    Dieter

  • Hi Diddi, schöner 64er,...........tolle Vorstellung - bin auf den 2. Teil gespannt !

    _____________________________________________


    Grüße & allzeit gute Fahrt,


    Dieter

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