Unfallreparatur im Porsche Zentrum München | Elektronischer Defekt im Nachgang

  • Liebe Porschefreunde,


    ich habe vor etwas über zwei Jahren meinen Boxster S (Baujahr 2008) im Porschezentrum München (Ost) nach einem unverschuldeten Auffahrunfall (das Fahrzeug vor mir ist rückwärts in mich reinrangiert, weil sich der Fahrer das mit dem Parkhaus doch nochmal anders überlegt hatte und Schnee auf der Heckscheibe wohl ETWAS die Sicht nimmt ... X/) reparieren lassen.


    Grundsätzlich musste der vordere rechte Bereich erneuert werden, nebst Karosserieteilen war auch eine Kühlmittel- bzw. Wasserleitung gerissen. Um die Abwicklung hat sich mein Anwalt gekümmert, das Gutachten hat ein externer Gutachter (über meinen Anwalt) übernommen. Reparatursumme lag dann etwas über 10.000,- €.


    Die Abwicklung war - extrem so lala, die Mitarbeiter wirkten zu der Zeit extrem gestresst, und ich wurde mehrmals ermahnt, in Zukunft doch bitte das direkt übers PZ abzuwickeln, die auch ihren eigenen Anwalt haben. Na gut - nach einiger Zeit war das Fahrzeug dann repariert, ich konnte es wieder abholen.


    In den folgenden Wochen trat dann sporadisch folgender Fehler auf: Beim Einschalten der Zündung spielte die gesamte KFZ-Elektronik verrückt. Sämtliche Innen- wie Außenbeleuchtung flackerte, blinkte und leuchtete wie wild (inklusive der Kontroll- und Warnlampen im Cockpit, Blinker und Scheinwerfer außen ...), die komplette Elektronik schien verrückt zu spielen. Das Probleme legte sich meist nach wenigen Minuten wieder von selbst, trat in aller Regel häufiger bei Warmstart denn bei Kaltstart auf.


    Anruf im PZ? Ja: Die haben gerade keine Zeit, Motorsportevent und dies und jenes. Ich soll nochmal anrufen.


    Dann hatten sie immer noch keine Zeit. Mittlerweile sind schon mehrere Wochen bis Monate ins Land gegangen - da der Fehler nur sporadisch auftrat, ich ihn dann "aussitzen" konnte (Motor aus, abwarten, ....) und ein Zweitfahrzeug zur Verfügung hatte, bin ich eben ausgewichen. Tja, und irgendwann wurde es mir zu blöd - nach freundschaftlichem Ratschlag von meinem Anwalt habe ich dem PZ die Kiste dann unangekündigt vorbeigebracht mit der Bitte, den Fehler doch zu beheben.


    Jetzt war der erste Moment des Staunens für mich angesagt: Der Serviceberater meinte, das können sie schon machen - aber dass der Fehler garantiert nicht mit der Reparatur zusammenhängt. Könne gar nicht sein, weil die Teile, die repariert wurden, haben ja nichts mit der Elektronik zu tun und so weiter und so fort ...


    Konnte mich dann - Gott sei Dank - doch durchsetzen, dass die wenigstens mal nachschauen, und: Siehe da, nach einer Woche konnte ich das Auto auch wieder abholen. Der Serviceberater meinte, dass wohl "Farbe bei den Lackierarbeiten auf einen Massepunkt" getropft wäre, die dann eben einen elektronischen Kurzschluss verursacht hätte.


    Ich wollte mir das schriftlich geben lassen - schon alleine aus dem Grund, weil das Fehlerszenario wild genug aussah, dass man ja Folgefehler nicht ganz ausschließen kann. Konnte der Serviceberater da leider nicht, hat mich erstmal mit leeren Händen losgeschickt - und dass ich mich nochmal melden soll. Habe in den Folgewochen mehrere Male angerufen, einen Rückrufwunsch hinterlassen, dann zwei Mails geschickt - wurde leider nichts davon beantwortet. Ich stand also komplett ohne Dokumentation des Reparaturschadens oder der getätigten Arbeiten da ... was ich extrem befremdlich fand, aber bei meiner ersten Bitte nach einem Protokoll o.ä. wurde halt nur erwidert: "Wenn noch was sein sollte, soll ich ihn einfach vorbeibringen."


    So: 95% der Fehler sind dann auch tatsächlich verschwunden. Einzig und alleine zwei Symptome sind verblieben:


    - "Systemfehler Airbag" + Airbagsymbol

    - Gurtsymbol


    Beides tritt gelegentlich auf - mal ein paar Tage gar nicht, dann konsequent immer wieder. Kann nach 10 Sekunden weg sein, mal dauert's aber auch bis zu 10 Minuten ...

    Und: Wenn ich trotz der aufleuchtenden Symbole anfahre, hupt das Auto zweimal kurz. Ist natürlich der Knaller, wenn man aus einer Tiefgarage rausfährt, oder an einer Ampel weiterfährt, an der viele Fußgänger stehen ...


    Auch hier konnte ich meinen Serviceberater leider NICHT erreichen. Bin dann auf gut Glück (und nach einiger Zeit) ins PZ, und mittlerweile war der ursprüngliche Berater auch gar nicht mehr dort tätig - der neue Serviceberater kannte dann dementsprechend die Vorgeschichte nicht, zudem ja nichts ordentlich dort dokumentiert wurde! Selbst die Nachreparatur hatten sie nicht im System (allerdings dann - zumindest einen Miniauszug davon - irgendwo im Archiv ...).


    Hab das Fahrzeug dann dort gelassen, und man hat einen abgeklemmten Kabelstrang in der rechten Tür (also im weiteren Bereich der ursprünglichen Unfallreparatur) gefunden. Hat das Problem leider auch nicht verbessert.


    Habe das Auto dann NOCHMAL hingebracht, und man war ratlos, was man damit machen sollte ... Der Berater meinte, sie würden jetzt warten, bis sie ein ähnliches Fahrzeug da haben, und dann mal die Teile einzeln tauschen, um den Fehler zu lokalisieren. Nach knappen zwei Wochen habe ich das Auto dann wieder geholt, weil wenn sie nur WARTEN, bis sie was machen können, können sie mich ja auch gerne anrufen, sobald sie das andere Auto dahaben.


    So - nach mehreren Monaten habe ich dann doch nochmal aktiv dort angerufen, und einen etwas gereizten Berater erreicht: "Ja, was kann ich denn jetzt tun für Sie?"
    Dass er sich melden wollte bei mir .... ?? Ja - hatten aber bislang kein Vergleichsfahrzeug da.


    Habe dann um Eskalation hin zur Serviceleitung gebeten, auch hier wieder monatelang keine Rückmeldung. Wieder angerufen - angeblich stand die schriftliche Antwort des Serviceleiters noch aus, auf die man warten wollte.


    Dann nach mehreren Wochen - vom Berater, nicht vom Leiter - die Nachricht bekommen, dass sie NICHT glauben, dass der Fehler ihre Schuld ist, ich das Fahrzeug gerne zur weiteren Analyse etc. vorbeibringen kann, ich jedoch dann sämtliche Kosten SELBST zu tragen habe, wenn nicht belegbar ist, dass der Fehler durchs PZ verursacht wurde.


    Grundsätzlich ja OK - natürlich sollte eine Werkstatt nur für den Pfusch aufkommen müssen, den sie selbst verursacht hat. Aber hier beißt sich die Katz vermutlich in ihren eigenen Schwanz:

    Wie will man die Kausalität hier entsprechend nachweisen können?

    Angenommen, der ursprüngliche Fehler hat z.B. ein Steuergerät entsprechend geschädigt, durch Fehlspannung, Spannungsüberschuss oder was auch immer ...

    Dann kann man die Ursache hier ja nur anhand der Plausibilität und Wahrscheinlichkeit feststellen - aber nicht "faktisch" belegen, vermute ich?


    Doofe Sache, einfach. Bin mega enttäuscht vom Porsche Zentrum - bin sonst immer im Porsche Zentrum Altötting, und gelegentlich mal Würzburg - und habe bei beiden immer besten Service genossen: Beratung, Arbeit, Kommunikation - alles tipptopp.

    Und im Porschezentrum München? Fast immer "keine Termine leider ...", nochmal anrufen, oftmals nicht zurückgerufen bzw. kontaktiert worden trotz Absprache, dann der Unglaube des ersten Beraters (kann nichts mit unserer Arbeit zu tun haben!), und das selbe Lied beim zweiten Berater, der natürlich jetzt auch in einer doofen Situation ist, weil er keine Dokumentation für das ursprüngliche Problem hat ...


    Insbesondere enttäuschend: Sie wissen nicht, wo der Fehler liegt und was sie machen sollen ....


    So wie's aussieht, darf ich das vermutlich dann selbst reparieren lassen (und bezahlen) - ganz sicher dann nicht im PZ München. Mega ärgerlich ... hab's leider auch ein wenig schleifen lassen, weil ich irgendwann nur noch gefrustet war von "nochmal melden", keine Zeit etc., zudem ja ein anderes Fahrzeug zur Nutzung hatte. Andererseits hätte ich aber auch auf juristischem Wege nicht viel machen können, da die Beweiserbringung kaum möglich gewesen wäre ... Mich wundert's nur, dass ein derart großer Betrieb wie das Porschezentrum München da nicht von sich aus bemüht ist, die Dinge in Ordnung zu bringen?


    Was ich auf jeden Fall noch machen werde: Den gesamten Ablauf sachlich schildern und dann per Post an das Porschezentrum selbst, den Betreiber (MAHAG), sowie an Porsche. Ich habe das Gefühl, dass mein Leidensdruck immer nur beim Serviceberater hängen geblieben ist ... irgendwie undenkbar, dass die Leitung (entweder Service oder auch GF) mich einfach wieder mit einem - genau genommen - verkehrsunsicheren Fahrzeug auf die Straße schickt und keinerlei Verantwortung übernimmt, dass der Fehler in den Griff gebracht wird.


    Jetzt habe ich genug mein Leid geklagt:saint: - vielleicht hat ja jemand ein paar praktische Tipps parat?

    Insbesondere zum "Systemfehler Airbag" - woher kommts? Defektes Steuergerät? Habe mich mal durchs Forum hier gesucht, scheint ein Fehler zu sein, der schon mal nach Spannungsproblemen tatsächlich auftritt ...


    Echt schade die Nummer ... weil ich mich jetzt wirklich ziemlich "entliebt" habe von meinem Auto - und eigentlich dachte, die Reparatur extra KORREKT im PZ durchführen zu lassen (und nicht zu einer kleinen Bude zu bringen und dann auf Gutachtenbasis auszahlen zu lassen), weil ich eben diese ganzen Scherereien nicht wollte, sondern mir einfach wieder ein unversehrtes, normal funktionierendes Fahrzeug gewünscht habe. Jetzt habe ich einen selbsthupenden Boxster, den ich kaum noch fahre (fahren mag ...), der über mehrere Etappen insgesamt vier Wochen im PZ München stand mit dem Ergebnis: Sie wissen auch nicht ...

  • Ab zum Anwalt.


    Deckungszusage RSV einholen, genau so runterschreiben lassen, vorhandene Belege in Kopie beifügen, zeitlichen Ablauf festhalten inkl. Telefonate, Fahrzeug bei denen auf den Hof, Fristsetzung zur Nachbesserung und alles im Paket als Einschreiben an den Geschäftsführer.

  • Wie gern ich das getan hätte, ...


    Allerdings müsste ich ja dann auch den Nachweis erbringen können, dass der Schaden eindeutig durch die Reparatur und nicht "zufällig" oder durch andere Ursachen entstanden sind. Zudem habe ich so gut wie keinen Beleg für die Nachreparatur des großen Elektroschadens am Anfang ... bis auf ein paar Einzelposten, die das zumindest sehr plausibel machen - hat mir aber auch eine der Damen an der Rezeption aus dem Archiv besorgen müssen, da im System selbst angeblich dazu gar nichts war ...

  • Was wurde beim Unfallschaden denn gewechselt, was wurde repariert? Wurde am Auto geschweisst? Was steht denn alles im Fehlerspeicher?


    Vom Austauschen von Anbauteilen kann kaum so ein elektrischer Fehler entstehen, von etwelchen Lacktropfen auf Massepunkten auch nicht, schon gar kein Kurzschluss.


    Greetz

    Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
    Harm Lagaay


    PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking:

  • Bei der ursprünglichen Unfallreparatur wurden u.a. der Kotflügel vorne recht ersetzt, der Scheinwerfer, Radhaus gerichtet, und halt viele Kleinarbeiten, die angefallen sind.


    "Vom Austauschen von Anbauteilen kann kaum so ein elektrischer Fehler entstehen, "
    "von etwelchen Lacktropfen auf Massepunkten auch nicht,"

    Der ursprügliche elektrische Fehler ist direkt nach der Reparatur aufgetreten. Und das mit dem Massepunkt kam vom Porschezentrum selbst als Erklärung ...
    In den Unterlagen, die mir die Dame von der Rezeption dann freundlicherweise doch noch besorgt hat, steht:

    "Steckverbind..Massepunkte pr. 11602 Massepunkt v.re.lose-befestigt"


    Und nach dem Termin waren ja auch die meisten Fehler weg - Scheinwerfer, Blinker wieder funktioniert, Spoiler ist nicht nach eigenem Gusto ein- und ausgefahren etc..


    Also: Irgendwas haben die bei dem Termin gemacht, was den Hauptfehler in den Griff bekommen hat - und mir das halt als Lack auf Massepunkt erklärt (bzw. loosen Massenpunkt laut Rechnung). Nur hat die Elektronik da scheinbar schon einen richtigen Knacks gehabt zu haben ...


    Tja: Ich kenn mich nicht gut genug aus, um das selbst analysieren zu können. Konnte aber auch das Porschezentrum in insgesamt vier Wochen Verweildauer meines Fahrzeugs dort nicht ...

  • Porschezentrum München (Ost) - ist das neu ??? Im Osten von München gibt es doch kein Porschezentrum.


    Es gibt

    Porschezentrum München

    Porschezentrum München Süd

    Porschetentrum Olympiapark


    Dieter

  • ...mit Ost ist vermutlich das PZ nahe der Rosenheimer Strasse gemeint, ist aber eigentlich auch egal.


    In anderen Fällen haben freundliche Schilderungen an die Rubriken bei AutoBild, ADAC usw. schon Wunder gewirkt. Sobald die so ne Story aufgreifen, schaltet sich eine ganz andere Abteilung bei den Herstellern und den angeschlossenen Niederlassungen ein, und dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus, wie sehr dort Kundenservice gelebt wird.


    Ich würde es nicht auf mir sitzen lassen, wenn Du den Wagen nicht für immer und ewig behalten willst. Wie sollst Du das sonst dem nächsten Besitzer erklären, wenn mal was auftritt?!


    Schade, dass es in den PZs oftmals nur noch um den Verkauf geht, und ggf. noch um das Abstreiten von Verantwortlichkeiten im Falle von Problemen. Betrifft aber leider auch andere Hersteller und ihre Niederlassungen.


    LG

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