Bremsscheiben für den Track

  • Dieser Thread ist an die wenigen Racer gerichtet, die sich schon mit alternativen Bremsscheiben für den Track auseinandergesetzt haben.


    Die Serienbremsscheiben von ATE. Zimmermann, Brembo und wie sie alle heissen gibt's ja mittlerweile für kleines Geld zu kaufen, doch leider haben die auch eine recht begrenzte Lebensdauer. Da kommt die Überlegung nach besserem Material. Anbieter gibt's ja einige, die zwischen €1000.- und €3000.- für eine Achse in Stahl aufrufen. Nur gibt's keine Vergleichswerte zu finden, ob sich sowas lohnt.


    Was die Bremsleistung angeht, so ist nach wie vor der Reifen, idealerweise ein Slick, das limitierende Moment. Die GT3 Bremse kann selbst im Serietrimm einiges mehr, wenn man dann die entsprechenden Beläge montiert hat, noch mehr und das den ganze Tag lang.

    Bringen die Rennscheiben so viel Mehrwert, dass sich das lohnt? Die Materialwahl mit Grauguss ist an sich schlecht, bei meinen Scheiben sehe ich Spuren, die fast Weissglut erahnen lassen. Es gäbe natürlich Materialien, die in Form einer Bremsscheibe enorme Lebensdauern erreichen könnten, aber selbst die teuersten Scheiben werden ohne nähere Materialbezeichnung angeboten.


    Greetz

    Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
    Harm Lagaay


    PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking:

  • auf meinem 997.2 fahre ich 380er Scheiben vom Cup, die sind etwas günstiger als die Serienscheiben. Die Bremsleistung ist soetwa gleich. Weiss nicht wie andere, aber ich muss die Scheiben wegen der Risse und nicht wegen der Abnützung wechseln (ca. 14 Trackeinsätze a 250 km und nach 2 Sätzen Bremsbeläge). Um endlich mal Scheiben auf die min. 32 mm runterzufeilen bieten sich die Brembo oder die PFC an. Die letzteren habe ich am Auto von meinem Kumpel (auf Trofeo R) in Monza gefahren und war sehr positiv überrascht. StartZiel gute 270 km/h Bremspunkt vorsichtig geschätzt 30 m später. Subjektiv gefühlte Verzögerung war enorm im Gegensatz zu meinen. In kompetenten Kreisen / Sabine Schmitz am 997 gt3 rs Taxi waren auch die PFC montiert. Ich denke, dass sich der Mehrpreis lohnt da man nicht wegen der Risse wechseln muss. Es braucht nicht erwähnt zu werden, dass sowohl die Brembo wie auch die PFC nicht zugelassen sind.


    Komischerweise finde ich für meinen keine billigen Alternativen, nur die originalen, die Cup oder die Brembo oder PFC. Wenn ich auf den Ersatzteilportalen für meinen suche, kommt entweder nichts oder schwachsinnigerweise 318er Scheiben. Für den 997.1 gibt es allerlei.


    Da bei mir nun auch Scheibenersatz überfällig ist, wäre ich für gute Bezugsquellen dankbar. (BremsenHeinz kenn ich bereits;-)

  • Hey, doch einer vom Track k:gimmefive:


    Ich fahre aktuell die günstigen Seriengussscheiben in 350mm rundrum (war mal ein PCCB-Auto), die Dimension vom 997 GT3. Ich wechsle die Scheiben zusammen mit den Belägen, ebenfalls weit weg vom Verschleissmass aber voller Risse und Oberflächenverglasungen (die Scheiben sehen aus wie antike Vasen). Anhand der Verschleissspuren kann ich erkennen, dass es im Aussenbereich die Bohrungen leicht deformiert, bzw. das Metall der Scheibe fast flüssig verschmiert wird. Ich wechsle demnächst von Zimmermann auf ATE, einfach mal zum Testen.


    Wenn ich mir die Preise der vermeintlich besseren Scheiben ansehe, so bekomme ich 3-6 Sätze der normalen Scheiben, die auf dem Track sehr standfest sind. So müssten die besseren Scheiben doch wesentliche Vorteile haben, denn die Beläge verschleissen ja dennoch und müssen dann auf gebrauchte Scheiben montiert werden, was je nach Verschleissbild auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei ist. Die Serienscheiben werden sehr schnell wellig, der Dickenverschleiss bei den Bohrungen und dazwischen ist deutlich zu sehen.


    Welche Beläge fährst du? Ich habe Pagids versucht und bin jetzt bei Ferodo Langstreckenbelägen, die eine deutliche Verbesserung darstellten. Das Anbremsen auf letzter Rille macht höllisch Spass, auch spürte ich zum ersten Mal die Hinterachse bremsen, sehr sattes Gefühl.

    Die Pagids haben den Wagen extrem zugestaubt, vom vorderen Radlauf bis zum Heck war der Wagen deutlich verstaubt und dunkler. Die Ferodo sind hier auch besser, der Bremsstaub haftet nicht so an.


    Fährst du Semis oder Slicks auf dem Track? Hier kommt nochmal ein Parameter für die Bremse. Mit Slicks ist die Bremsleistung merklich grösse, der Bremspunkt wandert nach hinten, dafür muss die gleiche Energie in noch kürzerer Zeit abgeführt werden, das dürfte der Grund sein, dass meine vorderen Scheiben so aussehen.


    Greetz

    Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
    Harm Lagaay


    PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking:

  • ich kriege das Gefühl, dass die gelochten Scheiben bei unseren Möchte-gern-Trackautos nur noch der gierigen Porsche Ersatzteilstrategie Rechnung tragen sollen. Die 991 Cup Autos haben nun geschlitzte Scheiben.


    Zu den Belägen: vor ca. 6 Jahren hatte ich auch Ferodo montiert, habe aber damit in der Hocki Spitzkehre beim innen überholen fast ein anderes Auto torpediert, danach habe ich schnellstens gewechselt, weiss aber nicht mehr, welche Ferodo ich hatte, deshalb ist diese Erfahrung keine Referenz.


    Danach bin ich brav die Porsche P50 (Pagid grün) Sprintbeläge gefahren, fand die ok aber mit der Zeit war mir der Porschezuschlag zu teuer. Seither fahre ich die Pagid RS14, die auch gut zu meinem Fahrstil passen. Die Auswahl an Belägen ist mittlerweile so gross, dass ich den Ueberblick verliere -wie sind so z.B. die Endless Dinger?


    Slicks bin ich auf meinem gt3 noch nie gefahren, auch wenn ich gerne paar Sekunden pro Runde schneller wäre. Werde es gelegentlich vielleicht mal probieren, auf die Dauer ist es für einen Strassen gt3 kaum gut. Das Serienfahrwerk ist für Slicks zu weich und das ganze Auto scheint mir für die Kräfte zu schwer und vor allem nicht steif genug. Beim Runterschalten haben Slicks auch weniger Schlupf und Das Risiko eines Motorschadens erhöht sich ohne Zwischengas (wie spitze-hacke beim degressiven Bremsen gehen soll, habe ich noch nicht rausgefunden;-) Aus ökonomischer Ueberlegung fahre somit die fast obligaten sport cup 2, die halten bei mir je nach Strecke etwa 5 Trackdays, bei den alten sport cup waren es die Hälfte und schnellsten und teuersten Trofeo R nur 1 1/2 Trackdays, vielleicht auch deshalb, weil es solchen Spass machte!

  • Kann nur vom GT4 berichten. Hier sind die Serienscheiben so teuer, dass das schon beschriebene Verschleißbild echt ärgerlich ist. Für den zweiten Satz Beläge nicht mehr optimal und auch optisch kein Genuß.

    Habe daher jetzt auf geschlitzte PFC Scheiben und Beläge (11) gewechselt.

    Preislich komplett sogar etwas günstiger, beim Wechsel genügt künftig zudem einige Male der Reibring (dann deutlich günstiger).

    Bremsleistung top, deutlich besseres Verschleissbild!

    Für den GT4 und den Track (StVO würde ja schon erwähnt) eine klare Empfehlung.

    Fahre die Bremse mit Trofeo R und KW Competition 3-Fach.

    Gruß :wink:

  • Ich bin bisher entweder Semis oder Slicks an einem Trackday gefahren, vor kurzem zwangen mich meine etwas gealterten Slicks aber dazu, am gleichen Tag auf den Cup 2 zu wechseln. Ich habe ja gewusst, dass Slicks noch eine Schippe besser sind, aber beim direkten Vergleich zum Cup 2, den ich sehr schätze, fühlte es sich an als ob ich Winterräder aufgezogen hätte.

    Das Einlenkverhalten, die Bremspunkte, das Fahrgefühl in den Kurven, der Grenzbereich, unglaublich, wie gross der Unterschied ist. Die Rundenzeiten haben sich natürlich auf unterschieden, aber das ist ja nur eine Zahl, 3 oder 4 Sekunden, was das aber beim Fahren bedeutet, unbeschreiblich.


    Ich kann es jedem nur empfehlen mit Slicks auf den Track zu gehen, ABER das setzt Sturzwerte voraus, die auf der Strasse nicht glücklich machen. Unter -3° sollte man es nicht machen, die Reifen gehen so zu schnell kaputt.


    Auch das Fahrwerk sollte eher auf der straffen Seite sein, auch die Stabis eher auf hart. So bekommt man die Slicks gut ans Arbeiten, ohne dass sie überhitzen. Ich habe das KW Clubsportfahrwerk drin, das originale GT3 Fahrwerk ist zu weich, in Kurven kommt er gerne ins rythmische Rollen.


    Auch merkt man bei Slicks extrem das Nachlassen des Grip durch den Gebrauch, sprich der Anzahl Hitzezyklen. Die ersten Runden sind die besten, dann geht der Grip etwas zurück und bleibt erst mal stabil, leicht absinkend mit der Zeit, aber innerhalb der normalen Streuung durch Tagesform und Wettereinflüsse. Spätestens nach 3 Jahren sollte man die Dinger aber abgefahren haben, die Rutscherei fängt an, so überhitzen die Reifen leicht und dann ist es eh schon gelaufen.

    Aber auch relativ alte Slicks fahren sich immer noch besser als neue Cup 2.

    Wobei das natürlich auch vom Asphalt der Rennstrecke und deren Layout-Charakter abhängt. Ich glaube auf der Nordschleife bringen Slicks nicht so viel, aber auf technischeren Strecken mit viel Kurven und Bremspunkten kann man es nur empfehlen.


    Die Frage ist halt dann, wie sind die Slicks zueinander im Vergleich? Auch hier gibt es ja mittlerweile einige Anbieter, nur hat man die Reifen selten mal nebeneinander, damit man mal die Laufschichtdicke messen könnte, genau so wenig weiss man dann auch über die Härtegrade.

    Meine Yokos bekommt man vorne in 4, hinten in 3 verschiedenen Härtegraden, wie in der Formel 1, nur dass man beim Elfer vorne weicher als hinten fährt.

    Wie sich die Slicks der grössten Hersteller aber untereinander unterscheiden, was Grip und Lebensdauer angeht, ist kaum zu erfahren.


    Greetz

    Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
    Harm Lagaay


    PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking:

    Edited once, last by Pilot69 ().


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