GT3 991.2 - Optimierung für den Track -

  • Hallo Leute,

    dieser Fred soll dazu dienen, die praktischen Erfahrungen vom Einsatz auf
    dem Track weiterzugeben.

    Hier geht es in erster Linie um Einstelllungen, Reifen, Fahrwerk, Sturzwerte, Bremsen und Gewichtseinsparung.

    Bitte keine Schickimicki gelb, grüne, blaue, rosa Nähte und Sitzbezüge posten. Danke! :D

    Die machen nämlich nicht schneller. :P

    Ich persönlich habe noch keine Erfahrungen mit dem GT3 auf dem Track, gebe diese aber
    sehr gerne weiter, sobald vorhanden.

    Eine meiner ersten Handlungen wird es wahrscheinlich sein, einen zweiten Felgensatz anzuschaffen.
    Diese so leicht wie möglich, nur für den Einsatz auf dem Track.


    Gruß
    Alex

  • ich glaube, da kommt nicht viel, @walterweder hat das mit einem ähnlichen Ansatz schonmal versucht ... lief im Grunde ins Leere ...

    Hat vermutlich mehrere Gründe:

    • die echten Racer sind in diesem Forum eher rar vertraten
    • behalten die Tips lieber für sich
    • die Sammler optimieren lieber Farbe und Kedar
    • die Pflegenden schonen ihre Möhrchen

    we will see ...

  • Manthey-Racing ist bereits fortgeschritten, was die Optimierung des 991.2 GT3 anbelangt. Es gibt die üblichen Verbesserungen in Sachen Fahrwerk, Bremsen und Aero. Details mögen Interessierte direkt bei Manthey-Racing erfragen, die dann auch zu den Einzelkosten kompetent Auskunft geben können.

    Logischerweise erfährt man dort auf Anfrage nicht die Sturz- und Spurwerte oder dergleichen; das Herausfahren eines Setups soll sich ja für die, die es tun, später mal in den Büchern niederschlagen.

    Aktuell: Golf GTI, Taycan Turbo, Mini Knightsbridge, 992 GT3 Touring 03.08.2022
    2023: 992 GT3 RS

  • Trackfahren ist mit jedem 911er im Grunde das Gleiche.

    Reifen: Bei den Semis gibts an sich den Trofeo R und den MSC2, die wirklich gut funktionieren und auch auf der Strasse noch gut funktionieren. Klar gibt‘s noch andere, die sind aber nicht ganz in der Liga. Besser sind da natürlich Slicks, sofern das Wetter passt. Hier kommen aber die individuellen Vorlieben und der Fahrstil zum Tragen, welche Gummimischung und welches Fabrikat man nimmt. Hierfür müssen allerdings Fahrwerkswerte gefahren werden, die auf der Strasse nicht mehr viel Spass machen.

    Fahrwerk: Solange man nicht beliebig viele schnelle Runden innerhalb einer Abweichung von wenigen Zehnteln abspuhlen kann, ist man mit dem Serienfahrwerk mehr als gut aufgestellt.

    Sturzwerte: Um mit Semis oder Slicks uneingeschränkten Spass zu haben und den Wagen auch ans Limit zu bekommen, sollte man vorne mindestens -3° und hinten mehr als -2.5° Sturz fahren. Hier kommt man aber an die Problemstelle, dass diese Werte auf der Strasse, wo man fast nur geradeaus fährt, zu erhöhtem Verschleiss an der Innenflanke führt. Im Gegenzug kann man mit zivileren Sturzwerten das Potential von Semis und Slicks nicht voll ausschöpfen, von einer NS mal abgesehen.

    Bremsen: Auch hier besteht kein Optimierungsbedarf, die Porschebremsen sind erst mal sehr gut. Klar kann man dann auch hier, zumindest bei Stahlbremsen, noch einiges optimieren durch bessere Beläge. Allerdings kommt das auch erst dann, wenn man zu den 5 Fahrern an einem Trackday gehört, die als letzte bremsen. Nicht mal die Bremsflüssigkeit muss optimiert werden, die Bremsen sind sehr gut belüftet und gekühlt.

    Gewicht: JEDER Porsche ist zu schwer und hat mindestens 100PS zu wenig. Also kann man beim Gewicht alles rausschmeissen, was nicht ins Auto gehört, nur kommt man schnell an den Punkt, wo der Wagen für die Strasse nicht mehr taugt, oder sogar die Strassenzulassung verliert, z.B. bei Carbontüren.
    Man sollte aber hier die Kirche im Dorf lassen, denn man fährt an Trackdays primär gegen sich selbst. Also spielt das Fahrzeuggewicht keine grosse Rolle.
    Wo man anfangen kann und was nichts kostet ist, dass man nur gerade so vie Sprit mitnimmt, wie man für den Stint braucht. Mein 996GT3 hat ein 90l-Fass vorne drin. 25-30l würden an sich reichen, damit man einen netten Stint fahren kann. So wird der Wagen 60kg leichter ... for free!

    Edit: Da Manthey gerade noch erwähnt wurde, so ein Umbau macht in meinen Augen erst Sinn, wenn man den Wagen wirklich im Griff hat und am Limit bewegen kann. Es ist doch mehr als peinlich, wenn man mit einem Mega-Umbau und der besten Fahrerausstattung samt HANS auf der Strecke von deutlich schwächeren Fahrzeugen versägt wird.

    Greetz

    Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
    Harm Lagaay

    PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking:

  • Pilot 69 inhaltlich alles prima ! Doch die abschließende HANS Aussage sehe ich als überflüssig - safety first ist meine Devise uns das für alle und jeden !!!!

  • Pilot69 bringt es auf den Punkt. Das beste Investment ist Coaching. Wenn man dann auf 2 Sekunden konstant am Pro dran ist, dann kann man auch wieder anfangen mit Tuning. Ausnahme ist die Fahrwerkseinstellung, da kann man durchaus auf persönliche Vorlieben eingehen, das sollte man mit einem Profi gemeinsam erarbeiten, was einem da liegt. Sturz ist da nicht das einzige was wichtig ist, auch Vor-/Nachspur, persönlicher Fahrstil,...

  • Wenn jemand ein richtigen Gt3 will für die Rennstrecke dann gibt es nur eins , und das ist ein Cup Auto da passt alles, ich würde einen Serien Gt3 niemals so verpasteln das er auf der Rennstrecke passt weil er dann für die Straße nicht mehr geeignet ist.

  • Im Grunde (überspitzt formuliert) hat man nicht viele Möglichkeiten:

    • Reines Trackauto. Fährt auf der Rennstrecke gigantisch, ist ansonsten nur mit sehr viel Gleichmut und Autosuggestion als "normal nutzbarer" GT3 zu gebrauchen (eher nicht zu gebrauchen). Das Ganze verschlingt richtig Geld und der Wartungsaufwand (weil eben viele Punkte Richtung Rand des Machbaren gehen) steigt. Ich weiß wovon ich spreche - ich hatte bis vor kurzem so ein Ding.
    • Über die Einstellung des Fahrwerks (Reifen, Sturz, Nachlauf, Spur, Luftdruck) erzielt man am schnellsten und mit (relativ) geringem Aufwand ein vernünftiges Ergebnis, wenn das Fahrwerk die erforderlichen Einstellungen zulässt. Wenn extreme Einstellungen möglich sind (z.B. Sturz -3 bis -4°, sonst können viele Semis nicht ihre Leistungsfähigkeit ausspielen), dann ist das nicht mehr im normalen Leben dauerhaft / sinnvoll tauglich. Also vor dem Trackday eine tracktaugliche FW-Einstellung rein und danach wieder zurück. Hmm, kann man machen, ob es "Spaß" macht - ich glaube nicht. Oder nur (wieder als Beispiel) bis -2° Sturz gehen und mit dem "Manko" leben, dass es dann schnellere Fahrzeuge (und bessere / schnellere / mutigere / reichere Fahrer) gibt.
    • Bei den Bremsen über Rennbremsbeläge nachdenken, ansonsten nix tun. Aber selbst Rennbremsbeläge sind nicht ohne Nachteile: sie quietschen in aller Regel erheblich, vernichten die Bremsscheiben zügig (im kalten Zustand besonders, d.h. im normalen Straßenbetrieb) und sind fast ausnahmslos nicht legal, wenn sie was taugen.
    • Die beste Lösung ist, wenn man kein reines Trackauto haben will, eine (noch) halbwegs straßentaugliche Fahrwerkseinstellung, separater Satz Felgen mit Semis (bitte daran denken: nach einem Trackday können die Reifen locker unter den geforderten 1,6mm Profiltiefe oder ganz im Eimer sein) und Coaching und viel Fahrpraxis auf der Rennstrecke. Dann hat man ein straßentaugliches Auto und arbeitet am größten Schwachpunkt (man selbst). Das sollte, wenn man nicht viele Trackdays (> 10 pro Jahr) fährt, eine hinreichende Basis sein.