Island mit dem Boxster erkunden?

  • Hallo zusammen,


    wir fahren gerne mit dem Boxster zu Reisezielen in Europa - zuletzt waren wir in Stonehenge mit ihm. Unser nächstes Reiseziel ist Island im Juni und hier stellt sich die Frage, trotz der Witterung und Pisten dort den Boxster zu nehmen oder doch was anderes? Alternativ stünde aus dem eigenen Fuhrpark noch der aktuelle Ford Mondeo mit Frontantrieb zur Verfügung.


    Hat jemand von Euch Reiseerfahrung in Island? Kann man dort offen fahren, wenn man nicht besonders wehleidig ist oder ist Boxster & Island eine völlig bekloppte Kombination?


    LG, Michael

    "Gute Autofahrer haben die Fliegen an der Seitenscheibe" (Walter Röhrl)

  • Tolle Idee. k:good: Ich würde den Boxster nehmen. In anderen Gegenden, z.B. Schottland hat man auch keine Wettergarantie und abseits der Touristenrouten schlechte Strassen. Aber für die Momente mit offenen Dach lohnt es sich dann doch. Bei mir steht noch Schweden/Norwegen/Finnland mit dem Boxster auf der todo Liste.

    987S FL - PDK, schwarz/schwarz, Sportchrono Plus, Sportsitze, Sportabgasanlage, Sportlenkrad

  • Hallo Michael.
    Im letzten Porschemagazin "Christophorus" Nr. 378 war ein Bericht zu diesem Thema und dem Porsche Club Island. Wir waren 1983 mit einem EML-Gespann auf Island: damals wäre nicht mal die Ringstraße mit einem Boxster zu fahren gewesen geschweige denn Abstecher ins Landesinnere (Ersatzölwanne hatte ich Gott sei dank dabei, Stoßdämpfer leider nicht aber die isländischen Motorradfahrer waren sehr sehr hilfsbereit). Soweit ich es verfolge ist es heute viel besser und die Ringstraße weitestgehend asphaltiert, sofern nicht gerade ein Vulkan ausbricht. Allerdings ging in den letzten Wochen ein "Aufschrei" der Isländer durch die Presse über die extrem gestiegenen Touristenzahlen die allerdings im Wesentlichen auf den Großraum Reykjavik beschränkt sind. Wenns nicht regnet kann man im Sommer im hohen Norden egal ob Schottland, Island oder Lappland natürlich offen fahren; Schirmmütze mit Ohrenklappen aber nicht vergessen. Ein evtl. Zelt sollte in Island mit wenig geschützten Stellen absolut windfest sein (vielleicht Ersatz mitnehmen). Auf dem rel. kleinen Fährschiff sind 1983 über den offenen Atlantik ausnahmslos alle Passagiere seekrank geworden. Wir hatten allerdings vom Wetter her 1983 einen Jahrhundertsommer im negativen Sinn.
    Ach ja und vom porschelastigen Stefan Bogner ("Curves") gibts auch einen wunderschönen Straßen/Landschaftsbildband über die Ringstraße von 2014 namens "Epic".
    Gruß
    Rudi

  • Als Reiseerfahrung könnte ich 4x Island, zuletzt 2014, anbieten. Allerdings mit Mopped und Zelt. Und ich hoffe auf ein baldiges nächstes Mal. Vielleicht schon 2017?


    Gleich als Erstes die Frage was ihr von der Reise erwartet? Grundsätzlich ist Boxter & Island zwar eine bekloppte Idee, aber eine durchaus charmant Bekloppte.
    Die Ringstraße, etwa 1300 km, ist fast durchgängig asphaltiert. Die „Reststücke“ sind ebener festgefahrener Schotter. Das ist problemlos mit dem Porsche zu fahren und für den ersten Islandbesuch sind über diese Ringstraße mehr als genug sehenswürdige Dinge zu erreichen. Viel mehr als 2-300km täglich würde ich aber nicht planen.


    Achtung, jetzt kommt die erste Einschränkung, die kannst aber nur Du alleine bewerten:
    Die Karre wird dreckig und auch mit Steinschlägen an der Front mußt Du rechnen.
    Nächste Einschränkung:
    Bei einigen Zufahrten zu den Sehenswürdigkeiten wird die Bodenfreiheit nicht ausreichen und ihr dürft spazierengehen oder den Bus nehmen.
    Das Hochland ist natürlich komplett außen vor, das wird auch nicht das Ziel sein. Wenn irgendwo steht „Ab hier nur noch 4x4“ sollte man das beachten. Wenn Isländer Schilder aufstellen meinen sie es auch so.


    Die Grundversorgung für Mensch und Maschine ist entlang der Ringstraße überall gewährleistet. Es finden sich regelmäßig Tankstellen mit und ohne angeschlossenen Burger-/Pizzabuden. Dabei wichtig, die kleineren Tankstellen sind oft nur Automaten. Da braucht man eine Kreditkarte mit (!) PIN. EC-Karten haben oft nicht funktioniert.


    Zeltplätze gibt es reichlich, aber ihr wollt in dem kleinen Wagen vermutlich nicht auch noch eine Campingausrüstung mitschleppen. Mit Hotels sieht es da schon mauer aus, viele „Ortschaften“ auf der Karte bestehen in der Realität aus drei Häusern. Eine gewisse Reiseplanung mit Übernachtungsreservierung wäre also anzuraten.


    Wettermäßig solltet ihr auf alles eingestellt sein. Der Juni ist noch recht früh in der Saison. Von der Fähranlegestelle geht es als Erstes über einen Paß wo auch im August noch Schnee vom Winter neben der Straße liegt.


    Und das Stichwort „Fähre“ birgt wohl den größten Haken.
    Island mit dem eigenen Fahrzeug ist nur mit dem Bötchen zu erreichen. Und es gibt nur eine Reederei die die Insel anläuft (http://www.smyrilline.de/). Die Überfahrt dauert 2 Tage und die Fähre fährt einmal die Woche.
    Alleine für An- und Abreise muß man also schonmal eine ganze Woche einplanen. Durch den Fährplan ist ein Islandaufenthalt auch nur wochenweise möglich. Eine Woche ist zu stressig, das würde auch dem Land nicht gerecht. 2, besser noch 3 Wochen sollten es schon sein.
    Das ist dann schon ein guter Anteil am Gesamtjahresurlaub.


    Island ist klasse! Solltet ihr euch zu dem Trip entscheiden melde Dich gerne. Ich schmeiß Dich dann mit möglichen Zielen zu. :thumbsup:


    Jörg

  • Hallo Jörg,
    hallo Rudi,


    herzlichen Dank für Eure ausführlichen Rückmeldungen und Tipps! Ich werde jetzt mal alles auf den Boxster zuschneiden - mit den Steinschlägen bin ich entspannt, da ich Haube und Schürze eh mal neu lackieren lassen wollte wegen den bisherigen Steinschlägen - das mache ich dann wohl besser danach ;-)


    Zu den Reisezeiten: Wir würden am 3. Juni übersetzen und kämen am 6. Juni morgens an - zurück würde es gehen am 15. morgens und Ankunft auf dem Festland am 17. Juni. Wir wären also netto 9 Tage auf der Insel. Theoretisch reicht das, um in 2-300km Etappen entspannt einmal rum zu kommen über die Ringstraße - oder?


    Dann würden wir mal in die Buchung einsteigen :D :D


    LG, Michael

    "Gute Autofahrer haben die Fliegen an der Seitenscheibe" (Walter Röhrl)

  • ..
    Wir wären also netto 9 Tage auf der Insel. Theoretisch reicht das, um in 2-300km Etappen entspannt einmal rum zu kommen über die Ringstraße - oder?
    ...


    DAS wirst Du am 15.06. selber beurteilen müssen. :D


    Wenn noch Wünsche wie „Blue Lagoon“ oder Walbeobachtung dazu kommen könnte es sein das das Wörtchen „entspannt“ nicht ganz die richtige Wortwahl ist.
    Ich gehe mal von Hotelübernachtung aus (Hinweis auf Vorreservierung war ja oben schon). Dann hat man jeden Abend ein fixes Ziel das zur Zeit erreicht werden muß. Zelt ist etwas flexibler, zumal es abends sehr lange hell ist.
    Und neben so nervigen k:pleasant: Photostops alle 2km könnte ein kleiner Vulkan eine Flutwelle auslösen der eine Brücke der N1 wegspült. So geschehen 2011, das Teil mit den Leitplanken links ist ein Stück Ringstraße das eigentlich auf die Pfeiler rechts gehört. Wenn jetzt noch der Fährtermin drückt hat sich das mit „entspannt“.
    (Laß Dich nicht ärgern. )



    Ungefragt sind hier mal mögliche Übernachtungsorte (in „unseren“ Buchstaben), dort gibt es Hotels:
    Höfn
    Kirkjubaejarklaustur
    Geysir
    Reykjavik
    Olafsvik
    Blönduos
    Akureyri
    Myvatn
    Egilstadir
    (Im Uhrzeigersinn)


    Bin ein kleines bisschen neidisch. Habe ich schon gesagt das ich die Insel klasse finde.

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