Alpentour 2016

  • Hallo,

    wie so oft, kommt letztlich alles anders, als man denkt. Oder, um im Jargon meiner Profession zu bleiben: Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. Eigentlich wollte ich letztes Jahr so eine Tour machen, aus diversen Gründen wurde dann nur eine kleine Alternative realisiert. Aber dieses Jahr wurde es wieder Alpenalpin, die nackten Zahlen sind im Foto gezeigt.

    Interessant der Vergleich zur AT 2014: Streckenlänge nahezu identisch (es waren übrigens damals wie diesmal 6 Tage), Durchschnittsspeed diesmal 66 statt 61 Sachen, bei einem Durchschnittsverbrauch von 11,4 statt 12,6 Literchen. Das hat simple Gründe, über die ich neben den Tourberichten in der nächsten Zeit hier schreibe, wird aber noch dauern weg. Fotos sichten und aufhübschen :)

    Die diesmal befahrenen Ecken waren Ostösterreich, Nordslowenien, Friaul, Trentino und Dolomiten. Falls dazu jemand konkrete Fragen hat / Tipps braucht, nur her damit.

  • Die Anreise am Freitag vor Pfingsten von der Gegend um Stuttgart quer durch Österreich (Landstraße, nix Autobahn) war leider arg verregnet. Aber irgendwas ist halt immer, so eben diesmal bescheidenes Pfingstwetter.

    Eigentlicher Ausgangspunkt war aber diesmal die Kalte Kuchl in Niederösterreich. Ich habe dort einige Bekannte getroffen, und mir zwei Tage die Gegend angesehen. Wobei es landschaftlich eher wenig zu sehen gibt, zu fahren aber umso mehr. Ein ca. 120km langer, ungemein kurvenspaßiger Rundkurs ist der hier

    ausgehend von der kalten Kuchl, durch das Höllental, über Preiner Gscheid und Lahnsattel auf die B21, am Ochsattel vorbei wieder zur Kalten Kuchl (gpx-File gezippt an dieses Postings angehängt). Die Gegend ist allerdings zumindest bei gutem Wetter voller Kieberer, weil rappelvoll Motorräder. Wer keinen gesteigerten Wert auf einen Strafzettel legt, sollte daher die Speedlimits einigermaßen einhalten. Am Sonntag ging es dann weiter nach Slowenien. Unterwegs ein Straßenschmankerl gefunden, 80km kurz aber oho:

    Übernachtet habe ich dann hier, sehr empfehlenswert: sehr sauber, große, gut eingerichtete Zimmer, gutes Preis/Leistungsverhältnis. Auch das Autochen war gut untergebracht

    Der PFF-Werbeaufkleber ist nicht zu übersehen, so gehört sich das, nicht wahr, Andreas? ^^


    Fortsetzung folgt

  • Am Dienstag ging es dann gen Ost-Slowenien. Zunächst auf das bekannteste Skigebiet des Landes. Das mir allerdings zuvor überhaupt nicht bekannt war, ich bin einfach einer kurvigen Strecke gefolgt und war dann halt oben. Die Südrampe hoch ist sehr schön zu fahren, sollte man mitnehmen. Es hatte dort auf ca. 1500m leichtes Schneetreiben

    und keinerlei Hinweis, was einen auf der Nordrampe abwärts erwartet: 12km mehr oder weniger leichter Schotter. Wer das Geräsuch in den Radkästen nicht verträgt, und/oder Steinschläglein befürchtet, sollte also oben wieder umdrehen. Ansonsten geht es für lange, lange Zeit so wie hier

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    Der Ton ist absichtlich gelöscht, das kracht einfach nur. Ich hol' mir irgendwann doch noch so ne Dashcam, die D800 mit dickem Objektiv mit einer Hand über den Fensterrahmen zu halten und dabei mit der anderen zu lenken ist eher unspaßig. Einige wegen des Verkehrs nervtötende Kilometer auf der immerhin asphaltierten Landstraße weiter kommt man nach Maribor (bzw. Marburg), eine (wenngleich nur im Zentrum) sehr ansehliche Stadt.

    wo es sehr günstige Immobilien gibt (etwa die rechte Hälfte auf dem Foto)

    und den laut Buch der Rekorde ältesten Weinstock der Welt. Was der liefert, soll allerdings eher ein saurer Hund sein. Wie auch immer, diese Tagestour durchs östlichen Slowenien kann ich aus genußfahrerischen Gesichtspunkten nicht empfehlen. Ätzend viel Verkehr, wenig Überholmöglichkeiten, teils schauderhafter Straßenzustand. Dort kann man sicher nett wandern, Wellness machen, essen gehen, radtouren machen usw., aber eher nicht mit einem Auto in einer anderen Art als, nun ja, gemählich cruisend unterwegs zu sein. Dazu muss man in eine andere Ecke, dazu mehr in der Fortsetzung demnächst.

    /elwu

  • Am Folgetag ging es wieder gen Westen. Quer durch Slowenien, mit einigen Umwegen. Von denen nicht alle uneingeschränkt empfehlenswert sind
    Es gibt dort viele sehr, sehr enge Sträßlein mit katastrophalem Straßenzustand.
    Und besonders nervtötend die Unsitte, dass Kurven grundsätzlich geschnitten werden. Die hat ja leider überall Einzug gehalten
    In Slowenien wird sie besonders häufig praktiziert, was dann halt besonders häufig zu brenzligen Situationen führt.
    Man sollte sich einen Panzer zuzulegen und dann mal all die Vollhonks, die auf der Gegenfahrbahn in blinde Ecken stechen, auflaufen lassen...

    Wie auch immer. Die Route war diese hier,

    ist wieder als gezipptes .gpx anbei. Streckenlänge rund 510km. Es gibt sehr, sehr schöne Ecken

    und sehr unschöne

    Zwischendrin bin ich mal kurz ins Ösiland, über den Wurzenpass.

    Im Tal günstig den Tank vollgemacht, und gleich wieder zurück über den Wurzen.

  • Das war auch das an diesem Tag schönste Streckenstück.

    Über den Wurzen nach Slowenien, unten im Tal nach Kranjska Gora, dort abbiegen auf den Vrsic-Pass.
    Der bietet ordentlich Kurven und Kehren. Die sind oft mit Kopfsteinpflaster versehen, das ist bei nasser Witterung eher spannend...
    Sehr schöne Aussichten, wenn man mag kann alle paar Meter anhalten und gucken oder Fotos machen. Solche zum Beispiel:

    bis man dann auf der Passhöhe des höchste innerslowenischen Passes ankommt, immerhin 1611m

    Die südliche Rampe hinunter ist weniger kehrig aber mehr kurvig als die Nordrampe. Man kann an etlichen Stellen locker weit über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit unterwegs sein. Was ich natürlich niemals machen würde! Unten im Trenta-Tal sieht es stellenweise aus, als wäre man auf einam anderen Planten- gewaltige Geröllhänge über Kilometer. Fotos habe ich davon leider nicht gemacht, weil, ich war froh endlich mal zügig eine schöne Kurvenstrecke entlangschwingen zu können. Da muss man halt Prioritäten setzen. In Kai-Koritnica rechts auf die 203, und an deren Einmündung in die 902 links ab (rechts geht es auf eine Stichstraße zum Mangart, war aber leider gesperrt).

    Über den Predil und die Grenze nach Italien entlang eines Stausees und dann durch einige häßliche Skidörfer nach Chiusaforte. Dort bin ich Richtung Norden nach Pontebba, ich wollte über den Nassfeldpass nach Österreich, eine Unterkunft suchen. Die Auffahrt zum Nassfeldpass war aber wegen Schlammlawinen oder so gesperrt. Da ich nicht dieselbe langweilige Strecke zurückfahren wollte, habe ich mich auf die SP112 nach Moggio Udinese begeben. Sehr, sehr eng, aber auch sehr schön! Über Tolmezzo und den Plöckenpass nach Kötschach-Mauthen, im Gailtaler Hof (empfehlenswert) eine Unterkunft gefunden.

  • Wie gewohnt von dir super aufbereitet. Du hängst da echt Energie rein. Vielen Dank dafür!
    Ist auch deswegen interessant, weil aus dieser Gegend bisher für mich nichts bekannt ist.
    Slowenien bzw. Ostalpen war bei uns bisher noch nicht.

    VG
    Thomas

  • Der vorletzte Tag hatte die schönsten Strecken und war fahrerisch am interessantesten.

    Von Kötschach gleich wieder zurück über den Plöckenpass, nach Tolmezzo. Nach Westen, und in einem kleinen Örtchen namens Ampezzo rechts auf die SP73. Diese Strecke war praktisch verkerhrsfrei, und führte an einigen Dörfern und im Bau befindlichen Skigebieten entlang hoch auf die Sella di Razzo.

    Die Westrampe hinunter ist ebenfalls sehr spaßig. Am Lago die Santa Caterina dann rechts auf die SP532. Die ist zwar erheblich rumpeliger als die SS52 etwas weiter im Osten - aber auf der fahren dafür ganze Kolonnen von Langholztransportern, und es hat auch sonst mehr Verkehr - also kaum überholen und freies fahren möglich. Irgendwann mündet aber die SP532 in die SS52, und dann zuckelt man halt dahin. Zeit, die Gegend zu genießen

    Von Innichen bin ich dann kurz nach Österreich, auftanken, wieder zurück. In Toblach links ab, hoch in die Dolos

    Über die SP48 und den Kreutzbergpass und durch Cortina d' Ampezzo (furchtbar hässliches Kaff) ein kurzes Stück auf der anderen Talseite rauf, und links auf die SP638. Die Abzweiugung kann man leicht verpassen. Es rentiert sich aber. Nicht dass der Falzarego langweilig wäre, aber da ist halt auch mehr Verkehr. Ganz anders die wenig befahrene Strecke über den Passio di Giau

    Fotos habe ich ab da (leider) keine mehr gemacht, ich war im Flow des fahrens... Die Südrampe des Giau hinunter, in Dont auf die SP347 bis Markt Primör - einsame Strecken, manchmal etwas eng, aber unbedingt fahrenswert. Auf die SS50 und den immer wieder faszinierenden Rollepass, ebenso wie der Giau ein absolutes Highlight. In Pardatsch bin ich dann auf die SS548, um nur 15km weiter, in Vigo die Fassa, links ab auf die SS241, den unauffälligen Karerpass und den stillen Karersee entlang. In Birchabruck wieder links, und über das Lavazzejoch. Übernachtet habe ich dann hier. Günstig, aber auch sehr einfach. Demnächst dann noch das Posting zum (kurzen) Schlussspurt.

    /elwu

  • Der nächste Tag begann seeehr wolkenverhangen. Und bereits nach wenigen Kilometerchen begann es zu regnen. Stark. Bei San Lugano bin ich auf die SP79, die nach wenigen kurvigen Kilometern in die SS612 mündet. Die bei gutem Wetter stets fantastische Strecke entlang des Val di Cembra war diesmal öde. Wenn es mal nicht regnete, gab es aber sehr schöne Ausblicke

    Durch Cembra, runter ins Tal, und auf die SS12 Richtung Osten. Ab hier feinstes Winkelwerk: die Abzweigung links auf die SP83 nicht verpassen. Nach dem zweiten der kleinen Seen rechts auf die SP224 und wieder nach Süden bis Ferser im Suganertal. Dort unbedingt auf die SP228, und über SP12 und SP11 nach Löweneck. Auf die SP133, und dann die Kaiserjägertraße hoch.

    Diese ca. 8km sind eher keine Strecke für Fahrer und Beifahrer(innen) mit schwachen Nerven. Ich hatte die auch nicht ganz so eng in Erinnnerung, aber es sind gute 18 Jahre her, seit ich sie das letzte Mal gefahren bin, und das war mit dem Motorrad. Übrigens auch kein Spaß mit einer Fireblade, da ist man mit einem leichten Tourer oder einer Reisenduro besser bedient.

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    Weil es sich eingeregnet hatte, und die Folgetage keinerlei Besserung erwarten ließen, habe ich dann abgebrochen. Eigentlich wären noch zwei Tage Trentino und Dolos geplant gewesen. Naja, dafür habe ich einen hervorragenden Grund, im Herbst noch mal mit dem Boxster in diese Ecke zu kommen *g*

    In Trento auf die Bahn, den Brenner hoch (Regen, Baustellen, Stau), oben Schneetreiben und Stau, Brenner runter (Starkregen, Stau), an Kufstein (Regen, Stau) und München (Starkregen, Stau) vorbei nach Augsburg (Regen); Krankenbesuch gemacht, weiter auf der A8 (im Regen) nach Stuttgart, und die A81 hoch in die GUL (Gegend Um Ludwigsburg), wo ich wohne. Bei Ankunft: Sonnenschein, kein Stau.

    Diese AT war in einer für mich neuen Ecke. Ostalpen, das Friaul und Slowenien kannte ich bisher noch nicht. Das oft recht nervige geeiere in Slowenien auf ultraengen Sträßlein und mit völlig merkbefreiten Honks im Gegenverkehr, je nu, jetzt kenne ich das auch. Allerdings: die Strecken im Nordwesten sind sehr empfehlenswert. Fahrerisch sind denn auch Friaul, Trentiono und Dolos die interessanten Teile gewesen. Vielleicht regt diese AT ja manchen von euch zum nachmachen (von Teilen davon) an, viel Spaß!

    /elwu

  • Hallo Elwu,

    wie immer super aufbereitet und informativ. Schade, dass du diesmal wetterbedingt abbrechen musstest.
    Ich bin auch gerade am planen für die Dolotour im Juli.
    Bist du die Strecke von Birchabruck links hoch über den Berg Richtung Blumau (Bozen), LS 132 / SP 132) schon
    gefahren? Lohnt sich das? Eher von Ost nach West oder umgekehrt?

    Kennst du die Strecke von Brixen hoch (nicht Villnößtal) SP 29 bis zm Würzjoch.
    Deine "Note" dafür?

    Deinen Tipp vom letzten Jahr SP 98 über Mölten - Hafling - Meran sind wir gefahren.
    Ist wirklich sehr schön und auch relativ leer.

    Dieses Jahr testen wir mal die SP 135 Sarntal - Oberinn - Klobenstein anstatt
    dem kurzen Weg durch restliche Sarntal bis Bozen.

    Man meint ja immer in den Dolo's "durch zu sein, findet aber immer noch viel Neues.

    Jetzt noch ne "blöde" Frage:
    ich bin ja so ein Super Plus Fettischist (früher 987.1 S VF, aktuell 981 GTS).
    Leistung aus den Kehren heraus ist mir schon wichtig.
    Die Tankstellensuche in der Region Bozen ist manchmal etwas lästig, aber irgendwie
    kriegt man es hin. Wie hältst du das? Super Plus oder 95er egal?

    Danke schon mal für die Antworten, wenn du möchstest auch gerne als PN.
    Wobei ich denke, dass die Themen auch für die anderen Verrückten interessant sein können.

    VG

    Thomas