Endlich, er ist da, unser 911S 1970 Coupe

  • Liebe Porsche Freunde


    Nach längerer und eingehender Suche haben wir (mein Sohn und
    ich) einen Urelfer erworben. Es handelt sich um einen 1970er S-Modell in
    Albertblau. Das Fahrzeug haben wir bei einem norditalienischen Händler gekauft
    und nach Deutschland überführt.


    Aufmerksam geworden sind wir auf das Fahrzeug durch einen
    Email-Alert bei atutoscout24. Nachdem die Email im Anfang Dezember letzten
    Jahres reingekommen ist haben wir den Händler direkt kontaktiert und einen
    Besichtigungstermin vereinbart. Ich bin mit Lufthansa von Frankfurt nach
    Mailand/Linate geflogen und der Händler hat mich vom Airport abgeholt. Nach
    1-stündiger Fahrt sind wir in Brescia angekommen, bei der Niederlassung von
    Motor in Head. Nach der Probefahrt in der City von Brescia (leider nicht
    außerhalb) haben wir das Fahrzeug auf die Bühne genommen und die kritischen
    Stellen untersucht. Die Karosserie machte einen guten Eindruck ohne sichtbaren
    Rostbefall. Der Motorlauf war zunächst unrund was auf ein Verteilerproblem oder
    Einspritzpumpenproblem schließen lässt. Laut Angabe des Händlers wurde der
    Motor vor 3 Jahren revidiert aber leider ohne Belege. Aufgrund der
    festgestellten Mängel ist uns der Händler beim Preis deutlich entgegengekommen.
    Ausgezeichnet war das Fahrzeug mit 59.000 EUR und wir haben einen Nachlass in
    Höhe von 12% bekommen. Der Händler hat zudem einen Transport auf dem Trailer zu
    uns nach Hause für EUR 700 angeboten.


    Zurück in Deutschland habe ich die Fotos der Karosserie und
    ein Video vom Motorlauf zwei Porschespezialisten vorgeführt. Nach deren
    Einschätzung ein Kauf gerechtfertigt ist.


    Der Transport hat uns noch etwas beschäftigt da wir das Auto
    auf dem sichersten und besten Wege nach Deutschland verbringen wollten.
    Folgende Transportwege haben wir uns angeschaut:


    1. Per Autozug von Allesandria nach Düsseldorf


    2. Per eigenem Miet-Trailer und Wohnmobil


    3. Per Spedition (U-Ship)


    Oberstes Gebot war für uns die sichere Abwicklung von
    Transport und Bezahlung.


    Aus folgenden Gründen haben wir uns gegen Transportwege 1 -
    3 entschieden und den Transport des Händlers begleitet:


    1. Für den uns gewählten Zeitpunkt war leider kein Platz auf
    dem Autozug verfügbar. Außerdem wäre eine Fahrt des Fahrzeugs von Brescia nach
    Allesandria mit deutschem Kurzzeitkennzeichen problematisch gewesen. Zwar
    besteht eine Vereinbarung zwischen Deutschland und Italien zur Anerkennung des
    deutschen Kurzzeitkennzeichens, aber negative Berichte im Internet sprechen
    klar dagegen. Hier werden Fahrzeuge von italienischen Polizei angehalten,
    vorerst konfisziert und hohe Geldstrafen ausgesprochen (EUR 1.000). http://www.das-kurzzeitkennzeichen.de/artikel.html?id=98


    2. Sicherlich die sicherste Variante, da man alles selbst in
    der Hand hat, allerdings sind die Kosten insgesamt auch am höchsten. Wir haben
    mit ca. EUR 1.500 kalkuliert.


    3. Per Spedition


    Gegen einen Transport per Spedition spricht ganz klar die
    Logistik. Da der Fahrzeugkauf Zug um Zug erfolgen soll, muss die Spedition zu
    einem vereinbarten Termin auch sicher verfügbar sein. Da Speditionen aber immer
    einen Zeitraum angeben in dem der Transport erfolgt war uns dies zu unsicher.


    Folgendermaßen haben wir den Kauf und Transport abgewickelt:


    Flug Bremen-Bergamo mit Ryan Air. Händler hat uns wieder vom
    Airport abgeholt. Dann letzter Check des Fahrzeugs und der Fahrzeugpapiere vor
    Ort. Aufsetzen des Kaufvertrags in
    italienischer und englischer Sprache. Überweisung des Kaufpreises online per
    SEPA Überweisung im Büro des Verkäufers, da eine Bar-Annahme von mehr als EUR
    1.500 in Italien aufgrund von Geldwäschegesetzen nicht möglich ist. Glück
    hatten wir da der Händler die Zahlungsanweisung als verbindlich akzeptiert hat
    und nicht auf die endgültige Gutschrift auf seinem Konto gewartet hat.
    Ansonsten wäre eine Übernachtung vor Ort notwendig gewesen. Danach wurde das
    Fahrzeug auf den Trailer verladen. Mein Sohn und ich sind im Zugfahrzeug
    mitgefahren. Wir sind über den Brennerpass gefahren und nicht über die Schweiz.
    11 Stunden später (wir hatten Glück mit dem Wetter!) zu Hause angekommen stand
    unser Wunschfahrzeug vor unserer Haustür.


    Jetzt machen wir erstmal eine ausgiebige Bestandsaufnahme
    und Instandsetzung und dann gehen wir die Zulassung an.


    Folgende Fragen möchte ich hier gerne stellen und hoffe auf
    Antwort von Euch. Natürlich stehe ich auch gerne für Fragen der Abwicklung zur
    Verfügung, falls jemand ein ähnliches Projekt vor hat.


    1. Das verbaute Momo Prototipo Lenkrad hat keine
    mitgelieferte ABE und auch keine sichtbare Kennung. Zudem sitzt das Lenkrad
    viel zu dicht am Armaturenbrett, so dass eine 180 Grad Lenkbewegung ohne
    umgreifen nicht möglich ist. Frage: Wie seht ihr die Chance dieses Lenkrad
    eingetragen zu bekommen und wie würdet ihr das Problem der Lenkradposition
    lösen?


    2. Es sind 195er Firestone Reifen aufgezogen (195/60 R15
    86H). Dies ist sicherlich vom deutschen TÜV für die HU nicht zulässig. Welche
    Reifen (Hersteller+Größe) würdet ihr für eine Abnahme nach §25 empfehlen? Gemäß
    Bedienungsanleitung sind 185/70 VR15 Reifen vorgeschrieben.


    3. Laut Bedienungsanleitung ist Kraftstoff mit 98 ROZ
    einzufüllen. Können wir auch Super 95 ROZ fahren?


    4. Es sind keine Sicherheitsgurte und keine Kopfstützen
    vorhanden. Wie würdet ihr dies lösen, müssen zwingend Kopfstützen nachgerüstet
    werden und welche Art von Gurten/Hersteller würdet ihr empfehlen?


    Bitte seht uns nach falls oben genannte Fragestellungen in
    früheren Freds bereits abgehandelt wurden. Vielen Dank für die Hilfe und ich
    freue mich auf Eure Beiträge und Fragen an mich.


    Gruß
    Hans

  • Hi,


    2. Es sind 195er Firestone Reifen aufgezogen (195/60 R15
    86H). Dies ist sicherlich vom deutschen TÜV für die HU nicht zulässig. Welche
    Reifen (Hersteller+Größe) würdet ihr für eine Abnahme nach §25 empfehlen? Gemäß
    Bedienungsanleitung sind 185/70 VR15 Reifen vorgeschrieben.


    Entweder 185/70 15 (da gibt es wohl mittlerweile kaum Reifen) oder aber 195/65 15, da ist das Angebot wohl noch reichhaltiger.


    raeder_911_69-77.pdf


    Quote

    3. Laut Bedienungsanleitung ist Kraftstoff mit 98 ROZ
    einzufüllen. Können wir auch Super 95 ROZ fahren?


    95 ROZ würde ich aufgrund der Verdichtung nicht empfehlen.


    Grüße
    Matthias

    964 Carrera 2 Cabrio, Tiptronic, Schwarzmetallic, Modelljahr 1991
    924S (946), Indischrot, Modelljahr 1988
    924 Turbo (931), Lhasametallic, Modelljahr 1982

  • Glückwunsch zum neuen alten!


    Gurte sind erst ab Ez. 01.04.1970 Pflicht.


    Bei den Kopfstützen bin ich mir nicht sicher, aber ich glaube zu 99% das du da nix tun musst.



    Gruß

  • Ich würde die 185/70 R15W nehmen, sind stimmiger für den Urelfer. Diese Größe gibt es als Pirelli P6000 neu. Außerdem von Porsche getestet und für die alten 911er empfohlen:


    http://www.porsche.com/germany…ormation/reifenfreigaben/

    "Ich fahre Porsche 911, weil die Akustik, die dieses begeisternde Auto nahezu perfekt entwickelt, nur noch übertroffen wird von einem guten Mozart"
    Herbert von Karajan

  • Hallo Hans,


    herzlichen Glückwunsch zum "neuen" Porsche :blumengruss: und viel Spaß und Freude mit dem Urelfer :drive: .


    Lb. Grüße, Inka

    Lb. Grüße, Inka
    991.2, Carrera 4 GTS, weiß

  • Herzlichen Glückwunsch zum 911er !!!

    Sicher musst du nichts machen. Bzw. welche Erstzulassung ist deiner ? Bei mir wurde,allerdings aufgrund fehlender Angaben in den US Papieren 01.06.70 eingetragen. Wenn das bei dir auch der Fall ist, müsstest du Gurte nachrüsten. Hast du schon mal nachgeschaut, ob Befestigungspunkte vorhanden sind ?


    Kopfstützen musst du keine haben, allerdings ist es mir mit Kopfstützen doch etwas wohler.


    Hast Du Bilder vom Innenraum ?


    Viele Grüße
    Tobias

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