Oldtimer Markt - Die Elfer Wette

  • In der Oldtimer Markt läuft seit zehn Ausgaben die Serie "Elfer Wette", in welcher es um die Restauration eines G-Modell für unter 20 T€ inclusive Kauf geht.


    Der 911 steht inzwischen wieder auf seinen eigenen Rädern, knapp 20 sind investiert, nun sind noch Antriebsstrang und Teile des Interieurs dran.


    Fragen:


    Ist eine solche Restaurierung zu diesen Kosten realistisch? Die Fremdarbeiten waren alle sehr günstig, die Gebrauchtteile ebenfalls. Geht das?


    Welche Zustandsnote kann der Wagen mit dieser Restaurierung erreichen? Klappt 2, bleibt es bei einer guten 3?


    Welcher Marktwert wird sich dann einstellen? 25 - 30 T€?


    Was wäre davon zu halten, wenn bei der ggf nötigen Aufbereitung von Motor und Getriebe ebenfalls Gebrauchtteile - nicht nur Anbauaggregate, sondern evtl. auch mechanische Einzelbauteile - zum Einsatz kämen?


    k:thinking:

  • Ich habe das intensiv verfolgt.


    Ich halte eine Restaurierung zu diesen Kosten für in der Praxis durch die meisten Menschen nicht und für die Anderen nur mit viel Glück umsetzbar.


    Voraussetzung:


    1. Günstige Basis für unter 10k, mit folgenden Eigenschaften:
    - rostfrei
    - komplett: 99% aller Teile müssen vorhanden und gut sein
    - Technik muss gut sein


    Urelfer mit diesen Eigenschaften und zu diesem Preis gibt es nicht (wenn jemand einen findet: ich nehme ihn sofort!). Modelle ab 74 mag es geben...aber auch nicht wie Sand am Meer.


    2. Viel Zeit für Eigenleistung, gute Basiskenntnisse und keine zwei linke Hände (Journalisten im Oldtimerbereich ohne geregelte Arbeitszeit sind im Vorteil)


    3. Gute Kontakte zu Teilelieferanten und Fachbetrieben, die z.B. eine komplette Lackierung in sehr guter Qualität für unter 5k anbieten (wiederum: Journalisten im Oldtimerbereich sind im Vorteil)


    4. Keine großen negativen Überraschungen


    Bei der Elferwette kam alles zusammen. Das ist aber nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme, und insbesondere Punkt 3 ist für die meisten nicht darstellbar. Jüngstes Beispiel: Der Dellendoktor kommt ins Haus, arbeitet drei Stunden am Auto und verlangt dafür in Summe 150 EUR. Sorry, aber das geht nur wenn man Motorjournalist ist und darüber einen Bericht schreibt oder mit viel Glück unter Freunden und tief schwarz. Mein Dellendoktor, der davon Betriebskosten, Steuern und Abgaben bezahlt und gerne auch noch seine Familie ernähren würde, würde sich über diesen Preis totlachen. Dieses Preisniveau ist bei der Elferwette aber keine Ausnahme sondern die Regel.


    Fazit: Ein Zustand 2 ist aus meiner Sicht darstellbar, in der Regel aber nicht zu diesen Kosten. Die Kosten dürften eher in der Nähe des resultierenden Marktwerts leigen, wenn nicht sogar darüber.

  • Moinsen,


    selbst wenn alles so gelaufen ist, wie der Autor der Elferwette das schreibt 8:-) , fällt die reale Vollkostenrechnung deutlich höher aus. Allein die Eigenleistung des Autors, der ja nicht unbedarft ist, dürfte bei buchhalterischen 50 Euro die Stunde locker 5000 Euro ausmachen, die nicht auf der Rechnung auftauchen. Gleiches gilt für die etlichen in der Realität schwerlich zu dem Kurs wiederholbaren Fremdleistungen wie Lackierung, Beulendoktor oder Teilediscountlieferant. Addiere ich das kaufmännisch vorsichtig zusammen, komme ich auf eine realistische Investition von ca. EUR 30k und nicht 20k. Für diesen Kurs bekomme ich dann aber auch andererseits ein US-G-Modell in vergleichbarem Zustand ohne mir ein Jahr lang das Leben zur Hölle zu machen.


    Allzeit entspannte Fahrt


    Tinolino

    Wir suchen immer noch Teilnehmer des diesjährigen Betriebsausflugs an

    Himmelfahrt, die bei Onkel Joe's "Tattoo Hurricane Best Ink in Town" das falsche Sonnenrad oder den schlimmen Kaktus bekommen haben!


  • Ich denke schon das die ganze Sache realistisch ist. Aber halt auch mit sehr viel Zeitaufwand und Sachkenntnis verbunden. Mit viel Geduld kann man das nachvollziehen - ok ein paar Euro Pressebonus werden wohl dabei sein.


    Den Zustand schätze ich nach der Restaurierung auf 2 bis 2- und den Marktwert würde ich dann auch bei 25-30 sehen.


    Damit käme dann im Endeffekt mit den Eigenleistungen eine schwarze 0 raus. Das ist dann im Oldtimerbereich eigentlich schon ein Glücksfall.


    Falls der Motor Probleme gemacht hätte, hätte man das Budget allerdings wohl recht flott überschritten.

  • Ganz einfach, man frage bei den selben Betrieben nach denselben Dienstleistungen und Teilen und stellt fest......obs geht!?


    Ich will nicht bezweifeln dass Hr.Blaube die genannten Preise bekommt und bezahlt.
    Doch ein Teil sind Freundschaftspreise welche die Dienstleister und Händler in Ausnahmen gewähren und nicht die Regel sind.


    Ruft ein Journalist an und erklärt dass er an einem praktischen Fallbeispiel arbeitet und schreibt usw usf, gibt es schon mal das ein und andere zum Selbstkostenpreis.


    Sollte ich mich für den Weg einer Vollrestauration eines Urelfers entscheiden, werde ich ganz sicher beim selben Lackierer anfragen.


    Kurzweilig und Lesenswert finde ich die Story, doch übertragbar auf "normalo" nicht.


    Elvis

  • Letztendlich ist es für den "Normalo" eher so, dass insbesondere bei den Dienstleistungen
    gerne jeder kleine Handschlag extra auch extra berechnet wird.
    Da zeigen sich die Betriebe aus dieser Story gerne sehr kulant, denn es ist ja Werbung für sie
    und da werden Aktionen gerne auch "dazwischen" geschoben, da man ja sowieso gerade in der
    Nähe ist

    Bei den Teilepreisen, kann man schon das ein oder andere nachvollziehen, Habeck z.B. ist ja auch auf Ebay (mh-Teile)
    aktiv.
    Was man aber als Leser nicht erfährt ist der bzw. das Teil, was extra läuft und keinerlei Erwähnung findet und das sind
    meistens die Treiber, die unterm Strich dann das Ergebnis erheblich belasten.


    Für mich gilt, dass ich die Story gerne lese, aber die ganze Familiengeschichte mit Abstand betrachte.


    Gruß
    Wilco


    P.S. Das Ziel unter 20k zu bleiben bis der 11er auf der Straße ist, kann er aus meiner Sicht nicht mehr erreichen, da für die Papiere und
    Vollabnahme noch ein erheblicher Teil an Kosten entstehen.

    Mitglied im PMF (Porsche-Mimosen-Forum)

  • Er hat das Ziel ja auch mit mehr als 1T€ überschritten.


    Zusätzlich kamen noch 640 Stunden Eigenleistung dazu.


    Recherchen, Preisvergleiche usw. nicht eingerechnet.


    Bin gespannt auf das Classic Data Gutachten, schätze aber das der Wert um die 30 sein wird.


    Damit zeigt sich auf jeden Fall wieder das der Unterschied zwischen Aufbaukosten und Marktwert beim Elfer näher zusammen liegt als bei den meisten anderen Autos.

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