Kauf einer "gebrauchten" Lebensversicherung

  • Hallo Freunde,


    hat jemand von Euch Erfahrung im Aufkauf einer 'gebrauchten' Lebensversicherung?


    Konkret:
    Ein Bekannter hat seit Mitte der 90er Jahre ein LV am Laufen, die er 2021 (60. Geburtstag) ausgezahlt bekommen soll.
    Die LV hat er bei der Versicherung selbst beliehen, um davon ein Haus zu bauen. Der heutige Rückkaufwert nach Abzug der Beleihung liegt wohl um die 30 TEUR.


    Nun kommt es leider, wie es kommen kann. Der gute Mensch hat Jahrzehntelang gearbeitet und fleißig eingezahlt, nun ist er aber krank, kann seit geraumer Zeit nicht mehr arbeiten und steht bei Hartz 4.
    H4 kriegt er aber nicht, da er ja erst seine Ersparnisse (hier LV) aufbrauchen muss. Die Lage ist für den Betroffenen zusätzlich ärgerlich, da bei Rückkauf der LV entsprechende Verluste anfallen.


    Hier im Forum ist doch eine Reihe von Lesern vom Fach, vielleicht kann ja der eine oder andere etwas dazu sagen.
    1) Könnte ich die LV zum Rückkaufwert + X abkaufen, dann am Leben halten, also z.B. weiter Beiträge zahlen und ihm die LV – wenn er sich wieder berappelt hat – zurückverkaufen?
    (Wenn er nicht wieder auf die Beine kommt, so hat er doch wenigstens mehr als den Rückkaufwert)
    2) Was geschieht, wenn er vor der Zeit von uns geht? Wäre ich dann der Begünstigte? Oder seine Erben?
    3) Würde ihm das in Bezug auf H4 überhaupt weiterhelfen? Nehmen wir mal an, er würde mit dem Verkaufserlös alte Schulden bezahlen, z.B. den Privatkredit, den er (neben den anderen) für sein Haus aufgenommen hat?
    4) Gibt es sonst eine Möglichkeit, die vorzeitige Kündigung der LV und den damit verbundenen Verlust zu vermeiden?
    5) Wie sähe das eigentlich steuerlich aus, müsste er seinen Erlös (LV älter als 12 Jahre) versteuern?
    6) Was müsste ich – wenn ich denn die LV bis zum Ende halten würde – versteuern?
    Hat jemand vielleicht schon mal eine LV ‚gebraucht‘ gekauft und kann über seine Erfahrungen berichten, z.B. wie sich in so einem Fall das LV-Unternehmen anstellt?


    Was meint ihr?

  • 1) Ja.
    2) Das steht in der jeweiligen Versicherung und kann vom Versicherungsnehmer geändert werden.
    3) Eher nicht, weil mit dem Verkaufserlös Einnahmen erzielt werden, die angerechnet werden. Die Tilgung von Schulden kann man allerdings nicht anrechnen. Notfalls lediglich die Tilgung angeben :D
    4) Verkauf an jemanden anderen
    5) Nö
    6) Die Differenz zwischen dem, was Du für die LV an den Bekannten gezahlt hast und dem was Du von der Versicherung am Ende tatsächlich ausbezahlt bekommst. Also den Gewinn (Erlös - Kosten).

  • Denn wird der gute Mann aber noch weiteres Vermögen haben denn sonst wären die 30.000€ Vermögen fast das was er haben darf.
    Er sollte vielleicht mal prüfen ob er noch einen verwendungsausschluss rein setzen kann, dann wäre es harzIV sicher.
    Haus tilgen würde ich nicht da harzIV die Zinsen vom Darlehen übernimmt wenn diese analog einer Miete wären.

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