Vollstreckung von Bußgeldern aus der Schweiz

  • Aufgrund aktueller persönlicher „Erfahrungen“ in der Schweiz bekam ich die Rechtsauskunft eines Menschen, der an den Rechtsprüfungen der bilateralen Verhandlungen beider Länder teilgenommen hat, dass mein behaupteter dortiger Verkehrsverstoß definitiv nicht in D. in die Vollstreckung gehen werde.


    In der Praxis habe es einen derartigen Fall bislang jedenfalls nicht gegeben, auch wenn die Schweiz alles daran setze, mit immer neuen Drohbriefen über deutsche Kanzleien die Betroffenen unter psychischen Druck zu setzen, meist irgendwann mit Erfolg.


    Theoretisch besteht für einige Jahre die Möglichkeit, bei erneuter Einreise eine erhöhte Strafe bezahlen zu müssen, allerdings ist diese Gefahr wohl eher gering und bei mir eh nicht gegeben, da mir diese –allzu offen gegen deutsche Verkehrsteilnehmer gerichtete- Abzockmentalität den Aufenthalt dort ziemlich gründlich verleidet hat.


    So habe ich mal einen internen Bericht einer Luzerner Behörde lesen dürfen, nach der man stolz darauf war, dass man jedes Jahr viele Millionen sfr an deutschen Autofahrern verdiene, aber weitaus weniger Schweizer aus diesem Kanton für Vergehen in D. bezahlen müssten.

  • Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen dass Bussgelder aus der Schweiz in Deuschland nicht zwangsweise eingezogen werden. Daher kann man den Schweizer Bussgeldbescheid erstmal ignorieren.


    Dennoch bleibt ein gewisses Restrisiko, dass bei einer Verkehrskontrolle oder einer Unfallbeteiligung ein Schweizer Polizist seine Datenbank durchsucht und dann sämtliche unbezahlte Rechnungen auf einmal fällig werden. Ich glaube gehört zu haben dass diese Daten angeblich 5 Jahre im System bleiben. Sofortkasse ist daher ein Problem.


    Bei den lächerlich hohen Geldbeträgen aufgrund von Lappalien lohnt es sich relativ bald die Schweiz für ein paar Jahre zu meiden.

    Viele Grüße
    ___________________________
    Joachim
    (Porsche Carrera 997 GT3 Mk1)

  • Ignorieren oder vergessen ( in meinem Fall) ist nicht witzig. Bei mir wurden aus CHF 50 (5 km/h zu schnell in Zürich) mit der ersten Mahnung CHF 150.


    Kommt auf Dein persönliches Risikoprofil an, Deinen Wagen und wie toll die Schweizer Grenzer Deinen Wagen finden. Meinen finden sie so toll, daß ich regelmäßig Führerschein und Papiere zeigen darf.


    Daher - und weil ich ab und zu in die Schweiz muß - habe ich ganz schnell bezahlt.


    Ein Navi mit Tempo-Warnung lohnt sich definitiv bei Besuchen im kleinen südlichen Kanton :-)


    Davon abgesehen, die Schweizer selbst leiden am meisten unter der "Abzockmentalität". Ich habe eine ganze Menge Erfahrungen mit Schweizern und in der Schweiz sammeln können. Es gibt gewisse Mentalitätsunterschiede, aber ich konnte nie beobachten, daß ich wegen meiner Herkunft "abgezockt" wurde. Man wird halt genauso ultra-korrekt "abgezockt" wie die eigenen Landsleute.

  • Nach diversen Erfahrungen habe ich mir einfach angewöhnt:


    - in D gut auf die Limits zu achten
    - in CH doppelt gut auf die Limits zu achten


    Das klappt seit ein paar Jahren so gut, daß mein derzeitiger Geschäftswagen, den ich jetzt seit 1,5 Jahren habe, noch nie ein Blitz traf. Und ich bin punktetechnisch sauber.


    Hilft ja nix. o:-)


    Rainer

    GEHT NICHT GIBT'S NICHT - GEHT SCHWER GIBT'S

  • Meine Güte...fahrt zu schnell und zahlt dafür, oder fahrt normal und zahlt eben nicht.
    Immer dieses Kleinkrämertum....


    Ich hab auch schon ein kleines Sümmchen nach Deutschland überweisen müssen...selber Schuld, ich hab ja auch selber Gas gegeben.
    Und in die Schweiz fahr ich (eben wegen der bekanntermassen hohen Strafen) grundsätzlich nicht.

  • Ich empfehle jedem deutschen Autofahrer der in der Schweiz eine Busse bekommen hat diese zu zahlen. Sonst wird es sehr teuer. Man bezahlt dann nicht nur das Bussgeld sondern auch noch Gebühren vom Richteramt die sehr viel höher sind als das Bussgeld selbst. 150 Euro sind eher die Untergrenze. Es reicht schon, dass man bei der Einreise kontrolliert wird, was trotz Schengenabkommen immer noch oft vorkommt. Dann heisst es sofort bezahlen oder das Auto wird beschlagnahmt bis man bezahlt hat. Immer hin kann man mit Karte bezahlen oder die Polizei begleitet den Misstäter zum nächsten Geldautomaten.


    Ich kenne einen Fall wo am Ende 500 CHF zu zahlen waren.

    Nil desperandum


    Der Baum der Freiheit muß von Zeit zu Zeit mit dem Blut der Patrioten und der Tyrannen begossen werden. Dies ist der Freiheit natürlicher Dünger. (Thomas Jefferson)

  • Hier haben schon einige belächelt, dass ich im 997 einen Tempostaten habe. Der erspart einem aber, dass man auf langen Limitstrecken unmerklich immer schneller wird. Und die Schweiz ist ja nun mal eine einzige lange Limitstrecke. :D


    In der Schweiz stelle ich im PCM das Limit immer auf 82 km/h. Dann gibt es immer einen kleinen Gong, wenn man zu schnell wird. Stellt man das Limit auf 80, dann geht der Gong auch, wenn man noch im Limit bleibt, und der Gong-Effekt nutzt sich ab. Daher also 82.


    Fazit: meine bisherige Buße in CH: Null sfr.


    Will aber nicht klugscheißen. Ich gebe Euch Recht: dieses kleinkarierte Gehabe in CH nervt und verleidet einem ein bisschen, dort hin zu fahren. Man kann dort leicht paranoid werden....:D


    Gruß


    Michael

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