Berechnung eines geldwerten Vorteils?

  • Hallo zusammen,


    ich bräuchte mal Hilfe von euch. Und zwar möchte ich etwas kaufen. Der Kauf würde über eine dritte Person erfolgen, die das Gut mit Personalrabatt kaufen kann. Es gibt einen Freibetrag und wenn dieser ausgeschöpft ist, ist ein geldwerter Vorteil zu versteuern.


    Nun würde ich gerne ermitteln, wie viel ich letztlich gesamt für das Gut zahlen müsste um dann entscheiden zu können, ob es sich überhaupt lohnt.


    Wie berechnet man das nun genau?


    Vielen Dank im Voraus und Gruß
    Bernie

    997 Carrera 4S Coupé FL MY 2009 (seit 2012) => der mit dem dicken Po
    Volkswagen Golf VII GTI mit DSG MY 2014 (seit 2016) => der Kilometerfresser
    BMW R nineT MY 2015 (seit 2016) => Spaßfahrzeug No. 2 muss auch nen Boxer haben

    Edited once, last by Bernie_J ().

  • Hallo Bernie,
    der geldwerte Vorteil errechnet sich immer nach der Besteuerung des jeweiligen Gehaltes auf Monats/Jahresbasis.
    Wenn Du oder der Freund bereits den Höchstsatz zahlt(ab 53000,-/106.000 sind dies 42% + darauf Soli 5,5% also in etwas 44%), wird auch dieser beim geldwerten Vorteil fällig.
    Also bei Kauf eines Gegenstandes z.B. 1000,- Euro werden diese dem o.g. Einkommen zugeschlagen und dafür werden dann die besagten Steuern (ca. 440,- Euro) fällig.
    Sollte Dein Freund unter diesem beschriebenen Sätzen verdienen/Einkommen haben, ist zwar der Steuersatz geringer, aber es fallen dann zusätzlich Sozialversicherungsbeiträge an.
    Dies ist natürlich nur eine grobe Richtung. Letztlich muß man den genauen Verdienst Deines Freundes wissen um es genau zu berechnen.
    Sollte er über ca. 250,000/500.000,- verdienen, so greift die sogenannte Reichensteuer mit 45% + darauf 5,5% Soli.


    Alle genannten Beträge sind natürlich immer auf das zu versteuernde Einkommen zu rechnen. Also nach Abzug aller Freibeträge und evtl. AFA etc.


    Letztlich ist diese Berechnung analog der 1% Dienstwagenbesteuerung zu sehen.


    Gruß Kimmi :wink:

    Nicht der Fahrer treibt die Maschine - die Maschine treibt ihn :drive: ........

  • Hi Kimmi,


    funktioniert also wie ne Gehaltserhöhung oder wie? Und dann muss diese "Gehaltserhöhung" nicht nur versteuert werden, sondern auch entsprechende Sozialversicherungsbeiträge für abgeführt werden??? :eek:


    Welcher Betrag wird denn da auf das Gehalt drauf geschlagen? Der konkrete personalrabattierte Preis inkl. MwSt oder das Delta zwischen dem Verkaufspreis abzügl. Personalrabatt oder was?


    THX

    997 Carrera 4S Coupé FL MY 2009 (seit 2012) => der mit dem dicken Po
    Volkswagen Golf VII GTI mit DSG MY 2014 (seit 2016) => der Kilometerfresser
    BMW R nineT MY 2015 (seit 2016) => Spaßfahrzeug No. 2 muss auch nen Boxer haben

  • jep Bernd, den gesamten Nachlass abzgl. des Freibetrages. Dennoch lohnt es sich in den meisten Fällen :thumb:


    Hab ich mal mit einem Daimler Mitarbeiter gemacht-21.5%

    Lache nie über jemanden, der einen Schritt zurück macht-er könnte Anlauf nehmen ;)

  • Ja Bernie, es wirkt steuerrechtlich wie eine Gelhaltserhöhung und es muß der gesamte Nachlass versteuert werden.
    Nur wenn noch der gesamte Freibetrag zur Verfügung steht lohnt es sich. Wenn wie in meinem Beispiel gezeigt, ein Steuersatz von ca. 44% vorhanden ist und kein Freibetrag mehr zur Verfügung steht, muß der Personalrabatt größer als 44% sein, damit es sich lohnt.
    Wie gesagt: Es ist im wesentlichen Abhägig von 3 Einflußgrößen. die es zu brücksichtigen gilt.
    1. Freibetrag noch vorhanden ja/nein
    2. Individuelle Besteuerung (44% oder weniger) des Kaufenden/Steuerpflichtigen
    3. Höhe des Personalrabattes
    Grundsätzlich kann man aber sagen, dass, wenn der Freibetrag noch vorhanden ist, es sich lohnt.


    Fakt ist aber auch, dass wenn Du es über einen Bekannten machst, dies rechtswidrig ist. Aber wo kein Kläger, da kein Richter. Sollte es sich um ein Fahrzeug handeln, würde ich schon aufpassen, da hier auch von den Herstellern in den Verträgen Klauseln eingebaut sind, die eine solche Vorgehensweise verbieten und dies nicht nur aus steuerrechtlichen Gesichtspunkten.
    Gruß Kimmi

    Nicht der Fahrer treibt die Maschine - die Maschine treibt ihn :drive: ........

  • ..und es muß der gesamte Nachlass versteuert werden.
    Nur wenn noch der gesamte Freibetrag zur Verfügung steht lohnt es sich. Wenn wie in meinem Beispiel gezeigt, ein Steuersatz von ca. 44% vorhanden ist und kein Freibetrag mehr zur Verfügung steht, muß der Personalrabatt größer als 44% sein, damit es sich lohnt.


    Das verstehe ich nicht, Kimmi.


    Du schreibst, es muss der gesamte Nachlass versteuert werden. Dann schreibst Du, dass es sich erst lohnt (wenn kein Freibetrag mehr greift), wenn der Nachlass bei einem Spitzensteuersatz von ca. 44% mind. 44% ist.


    Machen wir ein Beispiel:


    Kauf eines normalen Luxusguts für BLP 3.000€. Nehmen wir an, der Personalrabatt ist 25%.. sprich der Endpreis ist 2.250€. Nach Deinen Ausführungen muss nun also der Nachlass von 750€ versteuert werden, ergo bei Spitzensteuersatz fallen rund 330€ Steuer als geldwerter Vorteil an. Dann habe ich doch trotzdem "nur" 2.580€ bezahlt, also immer noch gut 14% weniger als der BLP.


    Oder meintest Du es doch anders??


    Gruss, Wolfgang


  • Hi Wolfgang,
    es ist immer schwierig etwas zu erklären, weil man selber glaubt es so beschrieben zu haben, dass es auch ein Dritter versteht. Ich schreibe hier ja auch keine steuerliche Abhandlung.
    Ich versuche es noch einmal:
    1. Freibetrag 1250,- Euro noch vorhanden, dann lohnt es sich immer, egal bei welchem Steuersatz oder auch evtl. Sozialabgaben, die anfallen, wenn gewisse Höchstbeträge (z.B. Rentenversicherung oder Krankenversicherung) noch nicht ereicht sind.
    2. Kein Freibetrag vorhanden, dann lohnt es sich meistens erst (äbhängig vom Preis des Produktes), wenn der Nachlass den jeweiligen persönlichen Steuersatz und/oder die evtl. anfallenden Sozialabgaben übersteigt, da man den Nettonachlaß meistens auch durch Nachfragen beim Händler in der Höhe auch erhält


    Beispiel1 : Nachlaß 1250,- Euro. Wenn Freibetrag (1.250,-) noch vorhanden ist, sind keine Steuern oder Sozialabgaben fällig, egal wie hoch der individuelle Steuersatz ist. Hier kommt der Nachlaß voll an.
    Beispiel 2: Nachlaß 1250,- Euro. Kein Freibetrag mehr vorhanden, dann sind bei einem Steuersatz von ca. 44% 550,- Euro an Steuern zu zahlen. Bleiben also nur noch 700,- Euro vom ursprünglichem Nachlaß übrig. Und das ist dann der eigentliche Nachlaß


    Ob sich das am Ende für das jeweilige Produkt lohnt, muß jeder selber ausrechnen und das war ja auch die Frage hier.


    Das von mir aufgezeigte nicht lohnen bezog sich auf den Fahrzeugkauf von einem Herstellermitarbeiter (siehe 5) und dem damit verbundenen Risiko.


    Gruß Kimmi :wink:

    Nicht der Fahrer treibt die Maschine - die Maschine treibt ihn :drive: ........

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