Boxster 986: Öl im Kühlerwasser, Risse im Zylinderkopf

  • Als langjähriger begeisterter Porschefahrer möchte ich es nicht versäumen, dem Forum einige Erfahrungen mit meinem Boxster 986 Baujahr 2001 zu schildern:


    Nach Jahren bester Erfahrungen mit einem Porsche 911 Baujahr 1987 bin ich vor 5 Jahren auf den Boxster umgestiegen. Die Konstruktion mit Mittelmoter brachte wirklich Fahrspass pur. Auch der Boxster scheint mir in Vielem porschetypisch qualitativ hochwertig ausgestattet zu sein. Bremsen, Radaufhängung, Karosserie machen einen soliden und haltbaren Eindruck.Umso erstaunter war ich, als beim Km-Stand 96000 plötzlich Öl im Kühlerwasser war.Zunächst wurde der Öl-Wasser-Wärmetauscher gewechselt, da dies häufig die Ursache sein soll. Hierbei sollte man allerdings unbedingt darauf achten, dass das Altteil abgedrückt wird.Wie sich später zeigte, war es nämlich nicht defekt und das Spülen des ganzen Kühlkreislaufs, Nachfüllen der 22l Kühlflüssigkeit waren umsonst (Kosten 1500 Euro).


    Nachdem also weiterhin Öl im Wasser war, musste der Motor defekt sein. Er wurde ausgebaut. Die wohl auch des öfteren defekten Laufbuchsen machten einen guten Eindruck. Also wurden die Zylinderköpfe abgebaut und in einer Spezialwerkstatt abgedrückt. Dabei stellte sich heraus, dass die Köpfe nicht dicht waren und Risse aufwiesen, die man nicht schweißen konnte. Neue Zylinderköpfe kosten bei Porsche 3600 Euro pro Stück! Meine (freie) Werkstatt besorgte gebrauchte Zylinderköpfe von einem 911. Diese passen offenbar, da alle Kanäle übereinstimmen. Sie wurden abgedrückt, waren dicht und wurden plan geschliffen. Die Werkstatt verlangte dafür den halben Neupreis (3500 Euro für beide). Die Köpfe vom 911 sollen stabiler und haltbarer sein. Tatsächlich läuft der Motor jetzt einwandfrei und es kommt auch kein Öl mehr in die Kühlflüssigkeit. Allerdings hat mich der gesamte „Spaß“ jetzt ca 10000 Euro gekostet.Übrigens wurde auch der problematische Simmerring des Boxsters, der wohl häufig Undichtigkeiten verursacht, ausgetauscht und durch einen neuen vom 993 er (passt und ist dicht!) ersetzt.


    Insgesamt muss ich sagen, dass Porsche seit Ende der 90er Jahre wohl viel in Marketing investiert hat (allein schon der völlige unnötige und sehr teure Ausbau der Porschzentren im neuen Design, den diese übrigens selbst bezahlen müssen!) und darüber wohl die ehemals sehr große Sorgfalt beim Bau der Fahrzeuge und besonders der Motoren gelitten hat. Insgesamt wäre ich mit dem Boxster sehr zufrieden gewesen, obwohl auch die hinteren Radlager schon bei 90000 kaputt waren, aber der kapitale Motorschaden bei dieser Laufleistung hat mich doch mit sehr gemischten Gefühlen zurückgelassen.Ich hoffe ich konnte dem einen oder anderen mit ein paar Infos dienen, denn sicherlich wird der Schaden bei meinem Boxster kein singuläres Ereignis sein!


    Lgdetlevdr

  • es ist bekannt dass die Qualität der Luftis speziell bis zum 3,2 Liter nie mehr erreicht wurde von den Nachfolgemotoren :str:

    Gruß Edi
    911 SC Bj. 1980 seit 2010 mit H-Kennzeichen
    (Erstbesitz, in 2007 komplett restauriert)
    John Deere X 304 R mit Allradlenkung

  • Wow - 10.000 EUR für gebrauchte Zylinderköpfe - das ist nicht gerade ein Discountangebot.


    Gruß, Marcus

    Walter Röhrl: Ein Auto ist erst dann schnell genug, wenn man morgens davor steht und Angst hat, es aufzuschließen.

  • Hui das ist ja mal ne Leidensgeschichte.


    Aber Du bist nicht alleine.
    mein Boxster 2.5 B.99 hat genau 78000KM gehalten dann Lagerschaden , heul


    Da hätte ich auch mehr erwartet.


    Gruss
    Karsten