Zwischenwelle Lagerwechsel

  • Hallo,


    habe einen 996 , Bj. 1998, km 130000.


    Habe schon einiges über Zwischenwellenbruch hier im Forum gelesen.Eine Ursache ist ein sich verabschiedendes Lager der Zwischenwelle getriebeseitig.Dieses Lager ist gekapselt und nicht in den Ölkreislauf eingebunden.


    Ein sich verabschiedendes Lager kündigt sich durch schlechten Leerlauf an.Die Zwischenwelle eiert dann und die Steuerzeiten sind asynchron.Bei höheren Drehzahlen zentriert sich die Welle ,die Steuerzeiten passen wieder und der Motor läuft einwandfrei.


    Im Archiv konnte ich nichts finden , ob ein Wechsel des Lagers sinnvoll ist.


    Dazu muß ja nur das Getriebe ausgebaut werden,dann kommt man an den Lagerdeckel und müßte dann auch das Lager wechseln können.


    Bei der Gelegenheit kann man gleich den KWS und die Kupplung wechseln.


    An sich keine große Sache, ich frage mich aber, ob das Sinn macht, insbesondere, ob die Zwischenwelle nicht schon so vorgeschädigt ist , dass sie dennoch früher oder später doch bricht.


    Ich möchte keine Diskussion über eine mögliche Komplettrevision des Motors bei der Laufleistung.


    Mir geht es nur darum , ob man mit vertretbaren Aufwand einen Motor retten kann, der ansonsten problemlos läuft.


    Hat hier schon einmal einer das Lager gewechselt und wenn ja mit welchem Erfolg ?




    Freundliche Grüße




    Cabrio00 aus München

  • Grundsätzlich kann man es wohl wechseln - ist aber nicht einfach da der Lagersitz eingepresst ist.


    Die Amis aus den o.g. Link haben wohl ein spezielles Werkzeug dafür, bleibt aber eine heisse Kiste. Wenn was schief geht ist das Kurbelgehäuse hin.
    Von Porsche gibt es kein Werkzeug dafür, da Porsche auf dem Standpunkt steht, dass es so nicht zu wechseln ist.


    Wenn der Motor ohnehin kaputt ist OK - aber präventiv würde ich das nicht machen.


    Gruß, Marcus

    Walter Röhrl: Ein Auto ist erst dann schnell genug, wenn man morgens davor steht und Angst hat, es aufzuschließen.

  • Hallo,


    danke für die Hinweise.


    Werde das Lager tauschen und wieder berichten.


    Freundliche Grüße


    Cabrio00 aus München

  • Hallo,


    die Angelegenheit hat sich doch etwas verzögert.


    Die Symptome (Klappergeräusch aus dem Bereich des Zwischenwellenlagers und asynchrone Steuerzeiten) waren klassisch für ein defektes Zwischenwellenlager.


    Also Getriebe ausgebaut und Lagerdeckel entfernt.Leider ist das Lager noch zusätzlich gekapselt.Erst nach Entfernung dieser Kapsel(geht nicht zerstörungsfrei) läßt sich das Lager begutachten.Lager war nicht defekt.Durch die defekte Kapselung mußte es jetzt aber getauscht werden.


    Also Lager aus USA besorgt.Ging völlig problemlos.


    Das Ausziehen des alten Lagers war schwierig.Es wirken enorme Kräfte.Um das Motorgehäuse nicht zu beschädigen wurde das Lager durch anschleifen und ansägen geschwächt.Dann war eine Entfernung möglich.Eintrag von Spänen in den Motor läßt sich vermeiden.


    Einschlagen des Lagers mit dem mitgelieferten Werkzeug problemlos.


    Insgesamt eine nicht unproblematische Sache.So leicht wie in den Videos dargestellt gehts nicht.


    Ursache der Klappergeräusche waren ein defektes Zweimassenschwungrad und unrunder Motorlauf.


    Ursache für den unrunden Motorleerlauf waren verstellte Steuerzeiten auf einer Zylinderbank (daher die Anzeige Steuerzeiten asynchron) und eine defekte Nockenwellenverstellung.


    Die Steuerzeiten lassen sich durch Verdrehen des Zahnrades auf der Nockenwelle(Langlöcher) anpassen.


    Warum es zu einer Verstellung kam ist unklar.Entweder Bewegung in den Langlöchern oder Kettenlängung.


    Gegen übermäßige Kettenlängung spricht, dass der Motor jetzt ruhig läuft.Die Kettenspanner können die Kette also noch spannen.


    Bei der Verstellung der Nockenwelle war das Magnetventil defekt.Getauscht wurden auch noch die Ölpumpe an der Nockenwelle, sowie die Gleitschienen der Nockenwellenverstellung.


    Die Gleitschienen waren, wie auch schon von anderen berichtet, heftig eingelaufen und das bei 130000 km.


    Jetzt läuft der Motor im Leerlauf wieder schön rund ohne Klappergeräusche.


    Mal sehen wie lange das Ami-Zwischenwellenlager hält.



    Freundliche Grüße


    Andreas aus München

  • Ursache der Klappergeräusche waren ein defektes Zweimassenschwungrad und unrunder Motorlauf.


    Das ZMS muss aber schon heftig beieinander gewesen sein, dass es schon metallisch klappert....


    Greetz

    Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
    Harm Lagaay


    PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking:

  • Hallo,



    ja, das war fix und fertig.


    Man konnte die beiden Teile mit der Hand problemlos ohne Widerstand um ca. 30°- 40° verdrehen.



    Freundliche Grüße


    Andreas aus München

  • Hallo Andreas,
    mein Patient hat ähnliche Symptome - schütteln im LL und etwas rau zwischen 1400 und 1800 U/min. Ich dachte auch schon ans ZMS.


    Vielleicht kannst Du mal eine Visite machen. Ich bin fast täglich in München und man könnte ja mal ne Runde drehen - Biergarten inklusive.


    Was meinst Du?


    Besten Gruß
    lemania

  • das Symptom hatte mein 3.4 Liter 996 innerhalb der Garantie.. Es wurde die Nockenwellenverstellung (Gleitschiene usw.) getauscht.
    Danach hat er auch weniger Sprit gebraucht.

    Es war einmal:914,944S2,944Turbo,3.0 SC,3.2 Carrera,993 4S,996C4,964C2,996 4S, 968CS, 996 4S, Und aktuell 996 Turbinchen, 968 und 220PS Boxster
    Mein letztgekauftes Auto wird ein Porsche sein. Porsche Club Kassel e.V.

  • wow! Danke für die Infos :thumb:


    Schade dass Du so viele andere teure Defekte reparieren musstest und das Lager dir auch hättest schenken können. Obwohl du jetzt einen robusteren 996 fährst!


    Ich hätte das Einschlagen schwieriger eingestuft als das Auspressen. Dein Lager hatte ja einen Rastring an dem inneren eingepressten Stück. Der hat seinem Namen sicherlich alle Ehre gemacht. :eek: .


    Die US Firma bietet inzwischen einen kleinen Keil an, der nach dem Einschlagen des Zapfens hinter das Lager gefummelt wird. Dann schraubt man eine Gewindestange hindurch und zieht mittels Rohr an der Außenseite der ZW das Lager heraus. Die Kräfte lassen sich dadurch wohlmöglich besser ansetzen. Du hattest sicherlich schon eine Weile das Lager da liegen und damit bestimmt ein älteres Werkzeug von den Amis bekommen.


    Ich werde auch bald diese Aktion durchführen. Hoffe du stehst mir im Notfall zur Seite.


    War / ist das Ami-Lager gekapselt?


    Achso, meine Idee ein vollkeramisches Lager zu verwenden, ist auf Grund der geringen Traglasten (ca. 1/3 eines Stahllagers) gescheitert. Die Ami Lösung ist für mich die professionellste Art für einen Austausch.

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