Ruckeln im Teillastbereich

  • Hallo Zusammen!


    Nachdem ich hier durch die Suchfunktion schon sehr viel gelernt habe muss ich dennoch ein Problem schildern dessen Lösungsweg mich stark beschäftigt.


    Mitte Juni habe ich mir meinen Carrera 1 Bj.84 zugelegt. Das Auto ist ein Traum, doch stört das Verhalten beim Erreichen bestimmter Drehzahlbereiche unter Teillast. Zwischen 1600-1800 bzw. 2200-2400 schüttelt sich das Auto regelmäßig durch. Landet man ausversehen dort wird’s unschön. Dann hilft nur durchdrücken oder Gas weg.


    Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Und vor allem sehe ich es nicht ein die endlos lange Liste an Komponenten an denen es liegen kann auf „Verdacht“ zu tauschen. Zumal der Wagen an sich in hervorragendem Zustand ist. Kennt jemand vielleicht das Problem? Ich habe bereits alle Schlauchschellen im Ansaugbereich nachgezogen. Daran lag es nicht. Ventile sind eingestell, Zündkerzen neu, Lufi ist sauber und der Zündverteiler ist auch noch in Ordnung.


    Charakteristisch sind für mein Problem folgende Dinge:
    1. Zwei Problembereiche.
    2. Die Problembereiche liegen innerhalb eines sehr kleinen Drehzahlbereichs (200 min^-1)
    3. Es scheint so dass je kälter die Luft und je wärmer der Motor ist, desto empfindlicher reagiert das Auto.


    Wäre toll wenn mir jemand nen guten Tip geben kann.


    Viele Grüße
    Alexander

  • Hi Alex,


    ich hatte nur Probleme bei ca. 2000-2400. Der Austausch von Zündkabeln, Stecker, Verteilerkappe und Fingern war die Lösung. Bei Problemen fahre ich mittlerweile zum PZ, die haben noch Schrauber die auf den "Alten" fit sind und finden daher die Fehler meist umgehend. Es ist günstiger als erwartet und du must dich nicht wochenlang ärgern.


    Viel Glückwave.gif


    Andreas

  • Quote

    Bei Problemen fahre ich mittlerweile zum PZ, die haben noch Schrauber die auf den "Alten" fit sind und finden daher die Fehler meist umgehend.


    Eigenartig. Ich habe gerade die Erfahrung gemacht, dass die PZ im Regelfall null Ahnung von den Alteisen haben. Vielleicht noch ein guter alter Meister kurz vor der Rente. Der kümmert sich jetzt aber auch nicht persönlich drum, sondern stellt einen lehrling ab und sagt "Mach so und so". Der lehrling kriegt aber schon die Krise, wenn er sein Fehlerspeicher-Laptop nicht anschließen kann. :)


    Für G-Modelle sind nach meiner Erfahrung die bekannten freien Porsche-Spezialisten besser. Wobei du die Motorkönner mit der Lupe suchen kannst.
    Ich weiß aber zwei, drei ;)


    Gruß Carlo

  • Ist vielleicht ein Problem deines PZ. Bei mir haben die das Geschäftsfeld Old- und Youngtimer Porsche erkannt. Die Kompetenz ist zweifelos vorhanden und im Gegensatz zu den freien "Spezialisten" bei mir in der Nähe sind die auch noch zuverlässig.

  • Hallo Alexander,


    ich würde erst einmal den CO-Wert messen lassen, evtl läuft er zu mager, daher das ruckeln.


    Häufig sind auch bei unseren älteren Modellen die Schleifkontakte Luftmengesser verschlisseln, dann hilft häufig nur ein Wechsel, diese läßt sich jedoch vorab von einem versierten Elektroniker messen.


    Nächster Punkt könnte der NTC-Widerstand sein, über die Suchfunktion findest Du die Sollwerte.


    Falls es ein Kat-Modell ist, könnte es auch die Landasonde, bzw. Regelung sein.


    Hoffe Dir Ansätze gegeben zu haben.


    Gruß


    Norbert

  • Hallo!


    Zunächst mal vielen Dank für die themabezogenen Antworten.


    Entschuldigung, dass ich das nicht erwähnt habe: Mein Auto ist ohne Kat auf die Welt gekommen und hat seit dem nichts dazu bekommen. Und das bleibt auch so. (Eine Fehlerquelle weniger.)
    Kilometertechnisch befinde ich mich übrigens kurz vor der 100.000. Ja, ich weiß, das tun wir alle, aber ich habe bisher noch kein Anzeichen gefunden was dagegen sprechen würde. Vor allem von innen sieht der Wagen aus wie neu.


    Ich werde zunächst mal den Luftmengenmesser zerlegen und reinigen. Wäre nicht das erste Teil was ich damit wieder zum Leben erweckt hätte.


    Weiß jemand wie die Kerzenstecker an den Kabeln sitzen? Zu der Zeit sollte es üblich gewesen sein die Stecker in die Ader zu schrauben. Wenn das so ist werde ich da einmal alle abschrauben, 10 mm kürzen und wieder anschrauben. Das sollte auf jeden Fall etwas bewirken wenn da was faul ist.


    Viele Grüße
    Alexander

  • Hallo,
    ich habe nun den Luftmengenmesser zerlegt, gereinigt und vermessen.
    Zunächst zum Reinigen: Es war einiges an ölgebundenem Staub vorhanden. Der ließ sich recht gut entfernen.
    Beim Vermessen stellte ich beim Bewegen der Klappe Rücksprünge in den Wiederstandswerten fest. Daher beschloss ich den schwarzen Deckel abzunehmen um der Ursache auf den Grund zu gehen. Als der Deckel dann vorsichtig entfernt worden war bot sich mir folgender Anblick: Klick


    Die springenden Wiederstandswerte waren dann recht einfach zu erklären. Die Schleiferbahn ist mit 11 Kontaktstellen verbunden. Befinden sich die Schleifkontakte auf der Höhe einer Kontaktstelle ist der Wiederstand für diesen Sektor minimal. Steht der Schleifkontakt zwischen zwei Kontaktstellen, so ist der Wiederstand für diesen Sektor maximal.
    Je weiter sich der Schleifkontaktfinger der 11 nähert, desto höher wird der Wiederstandswert im Durchschnitt. Eine Ausnahme ist die 11 selbst, denn da sinkt der Wiederstand auf ca. die Hälfte des gemessenen Maximalwerts.


    Hier ist eine Tabelle der von mir gemessenen Wiederstandswerte in Ohm bezogen auf jede Kontaktstelle (Gemessen von Klemme 4 zu 2).
    1: 71
    2: 653
    3: 708
    4: 841
    5: 860
    6: 912
    7: 1018
    8: 1061
    9: 1135
    10: 1126
    11: 593


    Rein optisch ist die Schleiferbahn noch in Ordnung. Nirgends war eine Durchdringung zu sehen und Abrieb war ebenfalls nicht vorhanden. Also erst mal alles schön mit Alkohol gereinigt.
    Fakt ist jedenfalls, dass bei einem zukünftigen Ausfall der Baugruppe zunächst einmal versucht werden wird den Laufweg der Schleifkontaktfinger zu ändern um auf einen nicht verschlissenen Teil der Schleiferbahn zurückgreifen zu können. Dazu kann beispielsweise ein Verschieben der Schleiferbahnplatine in den Befestigungsbohrungen dienen. Ggf. muss der verschlissene Teil mit Silberleitlack überbrückt werden um einen direkten Stromfluss zu gewährleisten. Das wird noch interessant...


    Der Wert der Klemme 4 zu 3 war 562 Ohm und 4 zu 1: 2690 Ohm.


    Nun wird jedoch erst einmal der Deckel mit frischem Silikon versehen und aufgesetzt. Ich bezweifele, dass der Luftmengenmesser für mein Ruckeln verantwortlich ist....Abwarten auf schönes Wetter...


    Viele Grüße
    Alexander

  • Hallo,
    ich hatte mal ein ähnlichen Problem: wenn der Motor warm war fing er regelmäßig bei ca. 3000 Umdrehungen an zu ruckeln. Bei kaltem Motor war das nie ein Problem. Durch Austauch des Temperaturfühler am Zylinder war das Problem behoben. Die Temp. Anzeige in der Armatur funktionierte zwar aber kam nie über eine gewisse Markierung - jetzt schon.
    Man bekommt den Fühler auch bei Ebay für 80 - 90 EURO. Für mich klingt das bei Dir nach dem selben Problem.


    LG,
    Matthias


    P.S. Ich habe inzwischen an meinem Porsche (Bj. 84) schon 3 NTC Fühler wechseln müssen. Bin gespannt welcher der nächste ist.

  • Hallo zusammen!


    Jetzt kommt die Fortsetzung der Suche.


    1. Der Luftmengenmesser war wie zuletzt erwartet nicht die Fehlerquelle.


    2. Der Temperatursensor scheint auch in Ordnung zu sein. Nach einer halbstündigen Fahrt gab er Wiederstandswerte für eine Temperatur zwischen 70 und 80 ° an, was ich ihm jetzt mal so abgekauft habe. Werde das noch einmal nach längerer Fahrt prüfen, aber das scheint in Ordnung zu sein.


    Die Zündkabel scheinen mit den Steckern fest verbunden zu sein. Daher werde ich mir mal das Oszilloskop von meinem Bruder schnappen und die Kabel mit einer umgelegten Wicklung "abhorchen".


    Viele Grüße
    Alexander