67er Cpe: Fahrgestellnummer(n) bei Karosseriearbeiten und Rückrüstung/Eintragung Motor

  • Hallo zusammen!
    Stehe vor folgenden Herausforderungen/Fragen:


    Ich habe hier einen 1967er 911er, der schon lange gestanden hat, also nach Restaurierung eine Vollabnahme benötigt. Beim "Wiederaufbau" soll jetzt wieder ein originaler (aber nicht matching #) 2.0 Motor eingebaut werden, sowie noch Fahrwerks-/Karosserieteile aus einem (1968er) Schlachtfahrzeug.


    Eine allgemeine Frage bzgl. Karosseriearbeiten/Fahrgestellnummer(n):
    Worauf muss ich achten, wenn ich ganze Karosserieelemente aus dem Schlachtfahrzeug verbaue? Bis zu welcher Grenze ist so ein "Mischling" dann noch das Auto, das ich gem. Brief besitze, bzw. anmelden möchte? Wie ich in anderen Foren/Beiträgen gelesen habe, gibt es eine Reihe von Fg-Nummern oder auch nur Endnummern, die an diversen Stellen im Fahrzeug eingeschlagen sind - muß ich bei allen darauf achten, daß sie der Fg-Nummer lt. Brief entsprechen? (Dann dürfte ich ja nicht mal eine Tür austauschen, in der die Endnummer eingeschlagen ist...?!)
    Oder ist das unproblematisch, z.B. ein komplettes Heck von einem Schlachtfahrzeug an das Auto zu schweissen? Bleibt dann die Fg-Nr. im Kofferraum maßgebend für den Abgleich Fahrzeug<>Papiere?



    Die zweite Frage ist eher speziell:
    Wie ich im Brief festgestellt habe, war bei dem Fahrzeug zuletzt (Anfang der 80er) ein 50kW Motor eingetragen (lt. Vorbesitzer irgendein VW Vierzylinder) und noch so einiges mehr - also alles mit dem Segen vom TÜV aber natürlich nicht original. War auch alles schon nicht mehr dran, als ich das Fzg. übernommen habe. Fraglich ist für mich nun, ob es bei der Vollabnahme Probleme gibt, wenn ich das Fahrzeug in den Urzustand zurückversetze, da der letzte vorliegende Brief ja nur die ganzen "Sonderlösungen" 50kW, 145km/h usw. enthält. Genügt mir hier ein Motordatenblatt von Porsche Classic, das die Daten des nun von mir eingebauten 2.0 Liter Motors von 1967 bescheinigt? Oder bringt mir hier die Porsche "Geburtsurkunde" mit dem Auslieferungszustand etwas? Oder kann der TÜV die ganzen nachträglichen Änderungen (speziell den Motor) einfach wieder auf den Standard gem. Schlüsselnummern zurücksetzen und haben die vielleicht entsprechende Datenblätter zu dem Motor/Fahrzeug?


    Ich hoffe, meine Frage ist nicht zu umfassend formuliert... und jemand hat vielleicht Erfahrungen mit einer oder sogar beiden Fragestellungen!?


    Danke im Voraus!


    Mirko

  • Hallo Mirko,
    Dein Auto hat an 2 Stellen die FGN eingeschlagen und die müssen mit dem Briefeintrag übereinstimmen.
    Vorne im Kofferraum beifahrerseitig und auf der Knieleiste in Höhe des Radioschachtes, wenn die vorhanden sind, kannst Du die anderen Teile ohne Bedenken ersetzen. siehe hier: www.elferhelfer.de >FZ-Ident.>Die geheime Nummer und auf der linken Seite findest Du links unter Identifikation 1964 - 1967 die zugehörige Motornummer.


    Zur zweiten Frage: wo ist denn der Originalbrief?
    Wenn Du die Umbauten wieder ins Original zurück versetzt, wird der Prüfer dies ohne Probleme bescheinigen (war bei mir auch so)
    Bei ungeklärten Fragen wende Dich mal an das Classic Center: www.markus.pyrlik@porsche.de
    Mit luftgekühlten Grüßen aus dem Bergischen
    Bernd

    "Porsche fährt man nie aus Vernunft sondern immer aus Überzeugung"
    911 SC, 9/78, RdW Coupe`, 180 PS, grandprixweiß, 290 tkm ohne Motorrevision, H - Zulassung, "matching numbers", seit 43 Jahren in meinem Besitz

    Luftgekühlte Grüße aus dem Bergischen Land

    Bernd

  • Hallo Bernd und danke schon mal für die schnelle Antwort!


    Die beiden von dir genannten FG-Nummern bleiben wo sie sind... sollte dann also kein Problem sein. Ich hatte nur schon mal gelesen, daß es noch weitere Nummern im Bereich Heckablage oder auch im hinteren Bereich von unten zugänglich/lesbar gäbe. Würde ich aber jetzt mal abhaken...


    Zu Punkt 2: Ich habe den letzten und einzigen Brief hier vorliegen - das ist aber der mit dem eingetragenen VW-Motor, einer 4-Rohr-Auspuffanlage, Spoiler etc.... der "Original-Brief" wurde gem. Stempel in den 80ern eingezogen, dürfte also vernichtet sein. Ich habe also aktuell kein Dokument in den Händen, das die "Original-Daten" meines 911 in Sachen kW/PS/Höchstgeschwindigkeit etc. belegt. Ich könnte jetzt von Porsche Classic das Motordatenblatt für den 1967er 2.0 Motor anfordern, den ich einbauen werde - Frage ist, ob ich das Datenblatt zwingend benötige oder ob es auch andere Quellen für diese Daten gibt, die eine Eintragung eines "zeitgenössischen Originalmotors" ohne matching # ermöglichen. Hat der TÜV da nicht eigene Datenquellen? Oder sollte/muß man besser alles selbst mitbringen?
    Die Tatsache, daß Spoiler, 4-Rohr-Auspuffanlage usw. jetzt nicht mehr dran sind, wird der Prüfer ja auch so feststellen können - dann kann man diese Punkte doch auch "aus dem Brief nehmen lassen" - also quasi die Sondergenehmigungen wieder löschen lassen. Oder benötige ich dazu auch noch Belege was "original" ist...?


    Gruß


    Mirko

  • Hallo Mirko,
    die FG Nummern im Bereich der Hutablage wurden erst in späteren Baujahren angebracht.


    zu Punkt 2
    Bei mir wurde nach Rückbau in den Originalzustand im Brief und Schein lediglich der Vermerk gemacht: "Fahrzeug wurde in Zustand gemäß Spalte B zurück versetzt."
    Was auch immer das heißen mag.
    Vieleicht solltest Du Dein Vorhaben mit den Prüfern vorher einmal absprechen, das macht immer einen guten Eindruck und erleichtert die Zulassung, evtl. ist die Ausstellung eines Ersatzbriefes möglich.
    Mit luftgekühlten Grüßen aus dem Bergischen
    Bernd

    "Porsche fährt man nie aus Vernunft sondern immer aus Überzeugung"
    911 SC, 9/78, RdW Coupe`, 180 PS, grandprixweiß, 290 tkm ohne Motorrevision, H - Zulassung, "matching numbers", seit 43 Jahren in meinem Besitz

    Luftgekühlte Grüße aus dem Bergischen Land

    Bernd

  • Moin


    bei den ersten Autos waren noch die letzten 3 Ziffern der Fahrgestellnr an den Türinnenseiten eingeschlagen.
    In der Nähe des Griffes. Ich weiß aber nicht bis zu welchem Baujahr das gemacht wurde...
    ist natürlich nur historisch interesssant und für Dich nicht relevant....


    Viel Spaß !

  • Moin Jungs,


    ihr schmeißt hier Fahrgestellnummer und Produktionsnummer durcheinander. Oben kam doch schon der Hinweis auf die Elferhelfer-Site.
    Die Fahrgestellnummer existiert nur einmal eingeschlagen am Fahrzeug im Kofferraum. Die anderen Nummern sind die Produktionsnummer.
    Wenn man auf Matching Numbers wert legt, sollte man schon darauf achten, dass man die zum Fahrzeug gehörigen Nummern schön beibehält. Das ist schon wertsteigernd.

    Viele Grüße aus dem Pott von Patrick

  • Hallo nochmal und Danke an alle, die schon geantwortet haben!


    Um das Thema abzuschliessen, vielleicht noch folgende Information - vielleicht ist das ja doch noch interessant, bzw. erweitert den Wissensstand bzgl. 1967er Fg-Nummern.
    In meinem 1967er Coupe sind definitiv folgende Nummern vorhanden:
    1. die eingeschlagene Nummer im Kofferraum (DIE relevante Nummer zur Identifikation denke ich)
    2. die handschriftlich mit dem Fettstift auf dem Instrumententräger angebrachte Nummer
    3. eine weitere eingeschlagene Nummer in der Knieleiste unterhalb des Radioschachtes


    Alle drei Nummern sind gleichlautend (und natürlich übereinstimmend mit dem Brief).
    Post 911: Sollte also eine davon nicht die Fg-Nummer, sondern eine Produktionsnummer sein, dann ist das wohl ein Fall von seltener Übereinstimmung dieser Nummern(?). Oder es gibt halt doch die drei Fahrgestellnummern im Fahrzeug.


    Wollte ich nur kurz zurückmelden, auch wenn das Thema für mich so weit abgeschlossen ist.


    Gruß


    Mirko

  • Hallo Mirko,


    nur die Nr. 1 ist die Fahrgestellnummer. Die anderen Nümmerchen sind die Produktionsnummer und stimmen natürlich bei einem unangetasteten Auto überein.

    Viele Grüße aus dem Pott von Patrick