KFZ-Brief verschollen - Eidesstattliche Versicherung?

  • Moin :wink: !


    Nachdem ich mich erstmal an´s neue Foren-Design gewöhnen mußte, nun zum eigentlichen Anliegen.
    Es geht um Folgendes: Es geht um den Kauf eines 1.Hand-Fahrzeuges, bei welchem der originale KFZ-Brief, warum auch immer, verschollen ist. Ansonsten ist die gesamte Historie dokumentiert (Scheckheft, Rechnungen, HU/AU-Berichte etc.). Nur leider ist der Brief nicht auffindbar... Der Verkäufer bietet mir an, innerhalb einer Woche (kann ich mir kaum vorstellen, daß das so schnell gehen soll!?) einen neuen Brief besorgen zu können und eidesstattlich zu versichern, daß er der einzige Halter des betreffenden Fahrzeugs war. So weit, so gut. Nur stellt sich mir da die Frage, ob das bei einem evtl. späteren Wiederverkaufs meinerseits nicht "Glaubwürdigkeitsprobleme" gibt, wenn bei einem höher wertigen Fahrzeug (konkret geht es um ein Fahrzeug aus Zuffenhausener Produktion :D ) ausgerechnet der originale Brief nicht mehr dabei ist? Anstelle dessen tritt dann die eidesstattliche Erklärung des Ersthalters - da ist halt nur die Frage, ob das vom Markt auch genauso akzeptiert wird wie der "alte" Brief...? Sprich, ob ich in diesem Fall mit finanziellen Einbußen rechnen müßte?
    Wäre nett, wenn Ihr dazu mal Eure Meinung äußern könntet!
    Danke schonmal!


    Schönen Gruß
    Christian

  • Hallo Reißi,


    das der original Brief nichtmehr vorhanden ist würde mich jetzt nicht extrem stören.
    Da leider in einigen Regionen bei einer Ummeldung der origina lBrief eingezogen wurde oder viele Leute durch desinteresse oder unwissen der alten Brief abgegeben haben.
    Im neuen Brief steht ja auch die Anzahl der Vorbesitzer also ist der erstbesitz problemlos nachzuweisen, mal abgesehen davon passen in dem neuen Brief auch nurnoch max. 2 Halter.


    Was Du aber beachten solltest:


    Eidestattliche Versicherung ist schonmal gut!
    Brief aufbieten kann aber nur der jetzige Halter, und dauert ca. 4-6Wochen. (So zumindest Meine Erfahrungen hatte das Thema schon nen paar mal)
    Würde das Fahrzeug anzahlen und nen kaufvertrag fertig machen und den rest bezahlen wenn der Brief da ist... nicht das der Brief noch bei der Bank liegt und der jenige das Auto ohne wissen der Bank versucht zu verkaufen 8:-)


    Hab Ich alles schon erlebt :deal:


    MfG Alex. (der leider auch keinen orignal Brief mehr vom Shark hat)

  • Hi Alex :wink: !

    Eidestattliche Versicherung ist schonmal gut!
    Brief aufbieten kann aber nur der jetzige Halter, und dauert ca. 4-6Wochen. (So zumindest Meine Erfahrungen hatte das Thema schon nen paar mal)
    Würde das Fahrzeug anzahlen und nen kaufvertrag fertig machen und den rest bezahlen wenn der Brief da ist... nicht das der Brief noch bei der Bank liegt und der jenige das Auto ohne wissen der Bank versucht zu verkaufen 8:-)

    Der Besitzer würde alles in die Wege leiten, also neuen Brief beantragen, so daß einer Zulassung meinerseits nichts mehr im Wege stehen würde. Das ist auch die Voraussetzung meinerseits, denn ich kaufe kein Auto ohne gültige KFZ-Papiere!
    Der Brief liegt wahrscheinlich nicht bei der Bank oder dergleichen, sondern ist, angeblich, erst vor kurzem beim Umräumen daheim verschwunden - also noch nicht lange her! Der Schrauber meines Vertrauens hatte ihn vor längerem selbst in den Händen gehalten, es gab ihn damals also noch.
    Na ja, mal schauen, vielleicht findet er sich noch... Die Kohle liegt bereit, also an uns soll´s nicht scheitern :D . Mein Vater hätte halt gerne zwecks Historie den orig. Brief, auch um bei einem evtl. späteren Wiederverkauf Diskussionen mit Interessenten aus dem Weg zu gehen.


    Gruß
    Christian

  • Hai Christian,


    ich seh das so...


    Wenn der Vorbesitzer alles in die wege leitet, und das alles schriftlich festgehalten wird, dann ist das doch okay.


    ..und wenn das Wägelchen gefällt und der Preis auch noch stimmt würd Ich´s machen.


    Falls der Vorbesitzer den Brief noch finden sollte kann er den ja immer noch nachreichen, und durch den fehlenden Brief kann man evtl. ja auch noch was am Preis machen 8:-)


    MfG Alex.

  • ich habe bei der Suche nach meinem Wagen wirklich 'unglaubliche' Geschichten erlebt. Betrug war da an der Tagesordnung. (MWst nicht bezahlt, Brief gefälscht, Fahrzeug gestohlen) von technischen Tricksereien gar nicht zu reden.


    Ich persönlich würde - seriöser Verkäufer hin oder her - allerhöchstens eine (kl.) Anzahlung machen und den Kaufpreis erst rausrücken, wenn *alles* was zum Auto gehört auch übergeben wird. *DU* bist sonst der Dumme, der den Dingen hinterherläuft.


    Wenn es sich *wirklich* um ein tolles Schnäppchen handelt - und das ist bei Autos aus Zuffenhausen so gut wie nie der Fall, denn die Verkäufer kennen sich fast alle sehr gut aus - als *wenn* und nur wenn dann würde ich ihm anbieten, den Kaufpreis auf einem Sperrkonto bei der Bank zu hinterlegen oder meinetwegen auch bei einem Notar, der das Geld dann unter genau beschriebenen Bedingungen freigibt.


    Nur mal als Gedankenspiel (ich kenne weder Dich noch den Verkäufer):
    Der Verkäufer hat das Fahrzeug gestohlen, verpfändet ... und gibt Dir den Wagen und Du zahlst. 3 Monate später kommt der tatsächliche Eigentümer mit dem originalen Brief und verlangt Herausgabe des Fahrzeugs, die er zur Not gerichtlich durchsetzen kann.
    Dann kannst Du zwar gegen den Verkäufer klagen, aber ob Du Dein Geld je wiedersiehst, das ist äusserst fraglich. Das kann am Ende eine ziemlich teure Lektion werden.


    In jedem Fall würde ich mit dem Verkäufer zum PZ gehen und dort den damaligen Verkäufer fragen, wer denn das Fahrzeug als Neuwagen gekauft hat. Wenn der dann nicht den Namen des Verkäufers angibt, würde ich die Polizei rufen. Aber selbst diese Aktion gibt Dir keine absolute Sicherheit.


    Ich selbst habe zu viel Sch*** erlebt als dass ich in solchen Dingen irgendwelche Experimente machen würde.
    Junge gebrauchte Autos gibt es wie Sand am Meer, auch aus Zuffenhausen; dann kauft man eben woanders.


    nix für ungut.


    g.we

  • Nachtrag:


    Auf die Frage, ob aufgrund dieser Aktion mit einem Wertverlust zu rechnen ist.


    Beantworte die Frage doch erst mal selbst. Wenn da zwei absolute gleichwertige Autos stehen, eines mit Originalbrief eines mit Ersatzbrief, welches nimmst Du?


    Jetzt lege noch eine eidesstattliche Versicherung drauf, welches nimmst Du jetzt?


    Jetzt ist das Auto mit Ersatzbrief 1 ... 2 ... 5 Tausend Euro günstiger, welches wird es dann?


    Nach meiner Erfahrung (als Käufer und Verkäufer) von Porsche Fahrzeugen, ist eine lückenlose und glaubhafte Historie notwendige Bedingung für einen guten Kaufpreis; 'komische' Vorfälle sind immer preismindernd.


    Mal angenommen Du würdest mir den Wagen nach x Jahren weiterverkaufen wollen und ich wäre grundsätzlich am Fahrzeug interessiert, dann kämen wir vielleicht ins Geschäft, wenn
    * gültige Fahrzeugpapiere vorliegen (hier also Ersatzbrief)
    * eidesstattliche Versicherung des Ersatzbesitzers.
    * Rechnungskopie des PZ, das den Ersatzbesitzer als esten Käufer ausweist.
    * ... alle Wartungsbelege usw.
    * Der Verkäufer (also Du) einen seriösen Eindruck macht
    * und selbstredend das Fahrzeug einen entsprechenden Eindruck macht.


    ... lass Dich nicht unter Druck setzen, Autos gibt es viele.

  • warum übrigens eine Anzahlung machen? :-a ?:-(


    Wenn du mit Ihm einen Vertrag machst, reicht das völlig aus um das Fahrzeug für dich zu reservieren. 8:-)


    Wenn Du dann noch in den Vertrag reinschreibst dass der Betrag erst zur Zahlung fällig wird wenn ein korrekter, neuer Fahrzeugbrief durch den Verkäufer ausgehändigt wird, dann hast Du nichts zu befürchten. :headbange


    Sollte er das Fahrzeug nach dieser Vertragsunterzeichnung dennoch jemand anderes verkaufen, so gibt es den im deutschen Recht zugesicherten Deckungskauf. Das heißt, Du kannst dich dann nach einem anderen vergleichbaren Wagen umsehen. Wenn der dann teurer wird, muss er die Differenz zu dem vereinbarten Kaufpreis an Dich bezahlen. :deal:

    Gruß Edi
    911 SC Bj. 1980 seit 2010 mit H-Kennzeichen
    (Erstbesitz, in 2007 komplett restauriert)
    John Deere X 304 R mit Allradlenkung

  • g.we:


    Danke für Deine ausführliche Meinung zu meinem Anliegen :) . Ich glaube Dir gerne, daß Du auf Deiner Suche so einiges erlebt hast...
    In meinem konkreten Fall ist der Verkäufer als seriös einzustufen, definitiv seit Neukauf im hiesigen PZ bekannt. Wir haben vor kurzem nochmal zusammen telefoniert und sind übereingekommen, daß er doch noch mal lieber nach dem Brief sucht. Erst recht aufgrund der Auskunft der Zulassungsstelle, daß das Aufbieten wohl doch etwas länger dauert als ihm seitens des PZ mitgeteilt wurde.
    Ich habe schonmal überhaupt keine Hektik, irgendwas unbedingt kaufen zu müssen - ansonsten hätte ich ja der umgehenden Aufbietung zugestimmt. Aber vielleicht findet sich ja noch der alte Brief, wer weiß... Und wenn´s einen neuen Brief gibt, dann hat der Erstbesitzer vielleicht auch nicht mehr die Motivation den alten Brief weiter zu suchen :D .
    Barzahlung bei Übergabe - also keine Anzahlung, und schon gar nicht ohne gültige Papiere!
    Also, wie bereits gesagt, der Wagen ist "sauber" (klare Eigentumsverhältnisse), der vorhandene KFZ-Schein wurde in ´92 ausgestellt (Tag der EZ, seitdem nie abgemeldet) und auch die vor kurzem ausgeführte HU/AU wurde darauf eingetragen.
    Na ja, mal abwarten, wie sich das alles weiter entwickelt...
    Es besteht ja kein akuter Handlungsbedarf, denn man hat ja einen Porsche zum Fahren - von daher können wir die Angelegenheit lässig angehen :D .


    Schönen Gruß
    Christian

  • Ich glaube Dir gerne, daß Du auf Deiner Suche so einiges erlebt hast...
    In meinem konkreten Fall ist der Verkäufer als seriös einzustufen, definitiv seit Neukauf im hiesigen PZ bekannt.

    Ein Fahrzeug ohne Brief hätte für mich den Wert 0. Du kannst das Fahrzeug z.B. nicht ummelden oder weiterverkaufen, bis Du einen Ersatz hast.


    Das der Verkäufer in einem PZ bekannt ist, sagt nichts über die Besitzverhältnisse aus. Vielleicht gehört der Wagen seiner Frau oder der Bank, die gar nicht verkaufen will. Vielleicht ist der Brief an einschlägig tätige "Unternehmer" gegangen, die nur an Briefen interessiert sind. Der Verkäufer soll erstmal seine Angelegenheiten regeln, bevor Du ein Auto inklusive jeder Menge Probleme bekommst.