Fördermenge Förderleistung K-Jetronic

  • Hallo zusammen,


    es gibt zwar viele Beiträge, die bei der Suche nach „Fördermenge“ bzw. „Förderleistung“ als Ergebnis angezeigt werden. Jedoch streifen diese Beiträge das Thema nur. An meinem 928 habe ich gerade 980 ml in 30 Sekunden gemessen, dabei sollten es während 30 Sekunden ganze 1.360 ml sein. Frage: Was ist denn die Folge, wenn die Fördermenge geringer ist als vorgeschrieben? Dazu habe ich im Internet und auch in einschlägiger Literatur leider nichts gefunden. Kennt jemand die Antwort?


    Viele Grüße und frohe Ostern


    Andreas

  • HEI Andreas,
    der geförderte Kratstoff dient ja nicht nur zur Versorgung der Einspritzdüsen.
    Speziell bei der K-Jetronik wird ein erheblicher Teil zur Regelung verwendet.
    Zudem benötigt die Anlage eine gewisse Kreisförderung damit Dampfblasen vermieden werden.
    Wenn also, wie bei Dir, die Förderleistung nahezu halbiert ist wird dies sich in Beriechen bemerkbar machen die viel Kraftstoff erfordern.
    Dies wäre z.B. eine starke Beschleunigung in nicht betriebswarmen Zustand.
    Es wird dabei zu Aussetzern und Magerruckeln kommen.
    Da anzunehmen ist, dass die Pumpe nicht besser wird, kommt der Bereich der Mangelversorgung immer näher.
    Aber warum die Frage, ersetze die Pumpe und gut is`


    Gruss
    Gordon

  • Hai Andreas,


    hattest Du die Fördermenge nach dem Spritfilter gemessen?
    Wenn ja, vielleicht den erst mal tauschen, falls er nicht schon neu ist.
    Generell läßt sich bei der K Jetronic sagen, daß ihre Funktion auf Druck und Fluß beruht.
    Wie Gordon bereits sagte, ein Teil der Fördermenge wird für Regelfunktionen verwendet.
    Vielleicht solltest Du auch mal die Spannung an der Pumpe messen, wenn die zu niedrig ist, stimmt natürlich auch die Fördermenge nicht mehr.


    Grüße


    Andy

  • Hallo Andreas,


    die Spritschläuche/-leitungen selbst sind i.d.R. ok.
    Relevant für die Förderleistung ist das gesamte Pumpensystem .


    -Vorfilter im Tank oder Intankpumpe
    -Hauptkraftstoffilter
    -Pumpe
    -elektrische Spannung bei laufendem Motor am Pumpenanschluß
    -Durchgang Rücklaufleitung ( am Tank , wo der Tankgeber ist )



    Ein paar % Toleranz bei der Förderleistung sind immer drin , d.h. auch bei 10% geringerer Förderleistung wird alles einwandfrei funktionieren.
    Eine Förderleistung von nur 75% ist aber n.i.O.


    Alle obenstehenden Komponenten checken, da ist mit Sicherheit ein Fehler drin.
    Pumpen altern, Filter können verstopfen, el. Kontakte können Übergangswiderstände bekommen durch Korrosion.


    Greetz,
    Thommy

    Porsche 928 RS MJ 1981 bugattiblau / 5,2L 360 PS GTS Fahrwerk/Getriebe/Bremsen


    Klimabedienteil instandsetzen lassen und auf warmweiße LED-Beleuchtung in Originaloptik umrüsten? --> Nachricht an mich!




  • Hai zusammen,


    vielen Dank für Eure Antworten. Man merkt einfach wenn jemand Bescheid weiß über das wovon er schreibt. Damit Ihr wisst wozu mich Eure Antworten veranlasst haben, und welche Fragen ich abschließend noch habe, hier mein hoffentlich anschaulicher Bericht:


    Die Fördermenge betrug wie erwähnt 980 ml / 30 s (Soll: Mind. 1.360 ml / 30 s). Daraufhin habe ich eine etwas neuere Benzinpumpe eingebaut (Boschnummer 0.580.254.984), ursprünglich war eine mit Boschnummer 0.580.254.967 eingebaut, welche nach Bosch-Kennliste aber auch für dieses Fahrzeug in Frage kommt. Letztere verfügt über ein eigenes Rückschlagventil, trotzdem ließ ich das zusätzliche Rückschlagventil eingebaut, was der Forderung des Werkstatthandbuchs entspricht, obwohl in der Ersatzteilzeichnung auch eine Benzinpumpe ohne dieses zusätzliche Rückschlagventil abgebildet ist. Damit betrug die Fördermenge 1.100 ml / 30 s. Daraufhin habe ich am Mengenteiler den Einschraubstutzen des Benzinzulaufs ausgebaut und gründlichst gereinigt. Das darin sitzende Sieb war dann so sauber wie neu, davor konnte man vor lauter Schmutz kaum hindurchblasen, was nun sehr gut möglich ist. Damit, und mit der neueren Benzinpumpe, beträgt die Fördermenge nun 1.280 ml / 30 s. Die heutige Probefahrt ergab einen deutlichen Rückgang von ruckeliger Gasannahme. (Ganz nebenbei, auf das Sieb kam ich durch einen Vereinskamerad, der in einem PZ arbeitet, und der an einem 928 mit schlechtem Motorlauf in der Benzinzulaufleitung, kurz vor’m Mengenteiler, eine Flusensammlung fand….)


    Nun hat mich der Ehrgeiz gepackt, und ich will die Fördermenge zumindest auf den geforderten Mindestwert bringen, besser noch etwas darüber. Folgende Teile sind recht neu bzw. wurden seit Einbau erst um die 4.000 km gefahren: Intankpumpe samt Intankfilter, Druckspeicher und Benzinfilter.


    Frage 1: Spricht etwas dagegen das zusätzliche Rückschlagventil einfach auszubauen? (Denn dann müssten die Benzinpumpen weniger Widerstand überwinden, die Fördermenge würde sicher steigen, fragt sich nur um wie viel, aber das würde ich dann messen).


    Frage 2: Wo verstecken sich denn noch andere Filter oder ähnliche Bauteile, die man ausbauen und reinigen kann? Um den Schlitzträger des Mengenteilers sitzt ja ein ringförmiges Sieb, jedoch will ich deshalb den Mengenteiler ungern zerlegen bzw. ungern bei Bosch überholen lassen. Auch dürfte dieses Sieb mit der Fördermenge nichts zu tun haben, eher damit dass die Einspritzventile beim Gasgeben vielleicht zu wenig Sprit bekommen, denn der muss ja durch dieses Sieb hindurch.


    Nochmals vielen Dank für Eure bisherigen Antworten und viele Grüße


    Andreas

  • HEI Andreas,
    wenn er mit Rückschlagventil gut läuft lass es wo es ist.
    Den Mengenteiler zerlegen würde ich nicht empfehlen.
    Ist ein Bauteil das im 1000tel Bereich gearbeitet ist.
    In den Einspritzdüsen befinden sich noch solche Siebe.
    Man könnte, mit Feuerlöscher im Ansclag, jeweils eine Düse in ein Glas leiten.
    Die restliche 7 Zylinder machen da schon mit.
    Anhand des Spühbildes, speziell in LL, kann man gut erkennen ob die Düse noch gut ist.
    Jede Düse bei der Arbeit fotografieren und am Bildschirm vergleichen.


    Gruss
    Gordon

  • Das Rückschlagventil ist wichtig für den Haltedruck im System nach dem Abstellen bei heißen Motor, also besser drin lassen.


    Wie Gordon schreibt, ist es äußerst heikel Durchflußmessungen der K-Jetronik bei laufendem Motor zu machen = also besser lassen. :str::still:


    Sicher geht das so = Benzinpumpe ohne Motorstart laufen lassen, dazu am Relais die Kontakte brücken (siehe Schaltplan). Vorteil ist dass man alle Ventile gleichzeitig in Gläser stecken und parallel messen kann. :t:
    Dazu dann bei ausgebautem Luftfilter die Stauscheibe in verschiedene Stellungen anheben (unterlegen) und dann auch messen, so kann man sehen ob die Kraftstoff-Dosierung über die verschiedenen Lastzustände gleich bleibt. ?:-)


    Wenn an einem Ventil zuwenig kommt, die Leitung am Mengenteiler tauschen. Bleibt der Fehler dann an selben Ventil dosiert das Ventil nicht richtig. Wandert der Fehler zum anderen Ventil ist es der Mengenteiler 8:-)


    Nach den Arbeiten an der K-Jetronik unbedingt ohne Motorlauf die Dichtheit des Systems kontrollieren, erst anlassen wenn alles dicht ist (es wäre nicht der erste Wagen der wegen solchen Dingen in Flammen auf geht) :headbange

    Gruß Edi
    911 SC Bj. 1980 seit 2010 mit H-Kennzeichen
    (Erstbesitz, in 2007 komplett restauriert)
    John Deere X 304 R mit Allradlenkung

  • Gut erklärt Eddi.
    Vor dieser, doch ziemlich friemeligen Arbeit, vielleicht einen Systemreiniger und eine Italienisches tuning durchführen..... ]:-)
    Kein Begriff? ok, mit Systemreiniger auf die Bahn und ordentlich heizen.
    Gruss
    Gordon

  • Hi Andreas,


    wenn das Rückschlagventil der Benzinpumpe funktioniert, kannst du das seperate Ventil natürlich ausbauen. Es macht der Pumpe nur die Arbeit etwas schwerer.


    Ich nehme mal an, daß du die Rücklaufmenge mißt. Da spielt natürlich auch der Systemeingangsdruck eine Rolle.
    Hierzu ist ein Druckregler im Bereich des Benzin- Ein- und Rücklaufs zuständig.
    Um hier zu Justieren, sollte man aber eine recht genaue Meßmöglichkeit haben, da - wie schon mehrmals gesagt wurde- die K-Jetronik sehr sensibel auf Druckschwankungen reagiert.


    Gruß Wolf.

  • Zitat

    Original von Andi928
    ....Daraufhin habe ich am Mengenteiler den Einschraubstutzen des Benzinzulaufs ausgebaut und gründlichst gereinigt. Das darin sitzende Sieb war dann so sauber wie neu, davor konnte man vor lauter Schmutz kaum hindurchblasen, was nun sehr gut möglich ist.


    Andreas



    Hallo zusammen,


    ich habe ja bereits über mein Problem in einem anderen Thread berichtet, was ich inzwischen auf entweder zu wenig Systemdruck oder zu wenig Förderleistung zurückführe und habe eine Frage zu dem og. Sieb.
    Wo ist am Mengenteiler ein Sieb am Einschraubstutzen? :-a


    Danke vorab,


    Gruß Hans