Unterdruckbegrenzer / Schubanhebeventil

  • Hallo zusammen,


    weiß jemand wofür der Unterdruckbegrenzer dient, der am Klappenstutzen aller(?) 928 mit K-Jetronic sitzt? Meine bisherigen, umfangreichen Nachforschungen führten lediglich dazu, dass er mit der Abgasentgiftung zu tun hat und auch Schubanhebeventil genannt wird (Weiteres blieb mir verborgen, auch auf pff-online habe ich in verschiedenen Rubriken vergeblich gesucht). Und gerade wegen letzterem (also wegen der Bezeichnung „Schubanhebeventil“) bringe ich dieses Teil damit in Verbindung, dass mein 928 manchmal eine stark erhöhte Leerlaufdrehzahl hat, so ca. 1.800 U/min. Die lässt sich nur senken, indem man die Bremse drückt und in hohem Gang die Kupplung schleifen lässt, was ich natürlich nicht ewig machen will.


    Jedenfalls hat das Teil zwei Anschlüsse an den Klappenstutzen, einen oberhalb und einen unterhalb der Drosselklappe. An der gegenüberliegenden Seite dieses Teils sitzt ein kleiner Schlauchnippel, ein Schlauch schafft Verbindung zu weiteren Bauteilen, die je nach Länderausführung unterschiedlich sind. Bei meinem, einem US-Modell, geht dieser Schlauch an einen weiteren Unterdruckbegrenzer, der merkwürdigerweise nicht in den Plänen aus dem Werkstatthandbuch enthalten ist. Aber das muss ja nicht unbedingt etwas heißen, da habe ich schon mehr Fehler entdeckt, oder vielleicht ist meine Ausgabe nicht aktuell.


    Nun meine konkreten Fragen:


    1. Wie funktioniert dieser Unterdruckbegrenzer?
    2. Wie kann man ihn prüfen?
    3. Kann man ihn evtl. in eingebautem Zustand überprüfen?
    4. Was passiert wenn man ihn ausbaut und die Öffnungen am Klappenstutzen verschließt?


    Vielen Dank für Eure hoffentlich zahlreichen Antworten und viele Grüße


    Andreas

  • Hallo Andi
    der Unterdruckbegrenzer soll den im Saugrohr bei Schubbetrieb (geschlossene Drosselklappe, hohe Motordrehzahl) entstehenden Unterdruck begrenzen, damit der Motor in diesem Zustand nicht nur seine im Kurbelgehäuse entstandenen Gase ansaugt. Der entstehende Unterdruck wirkt auf den Unterdruckbegrenzer, der sich öffnet und den Weg für Zusatzluft freigibt, die so die Drosselklappe umgeht. Das Kraftstoff-Luftgemisch magert nicht ab, denn diese Luft mißt der Luftmesser (Stauscheibe), so daß entsprechend Kraftstoff zugemessen wird.
    Zu hoher, nicht einstellbarer Leerlauf, liegt eher an einer Undichtigkeit, einem nicht ganz schließenden Zusatzluftschieber o.ä.
    Ich habe noch in meinen Annalen noch irgendwo einen originalen Porsche-Reparatur-Leifaden. Solltest Du Dein Problem nicht abgestellt bekommen, dann mail mich an.
    service@atp-dresden.de


    Gruß Volker

  • Hallo Andi,
    vielleicht hab´ich mich nicht klar ausgedrückt.


    Frühe Ausführungen der D-Jetronic besaßen eine sogenannte Schubabschaltung. Diese schaltete die gesamte Kraftstoffzufuhr im Schiebebetrieb, also bei geschlossener Drosselklappe und Motordrehzahl oberhalb 1200 U/min ab. Sie sparte zwar Kraftstoff ein, Motoren mit hoher Laufleistung neigten aber im Schiebebetrieb zum Blaurauchen, da in die Brennräume gelangendes Motoröl erst nach Ende des Schiebebetriebs bei wieder einsetzender Verbrennung mitverbrannt wurde. Diese Schubabschaltung entfiel zwar später, ist aber heute wieder Bestandteil jeder modernen Einspritzanlage. Stattdessen wurde bei bestimmten Fahrzeugen für den US-Markt später eine sogenannte Schubanhebung eingeführt: Eine rein mechanische Hilfssteuerung, die völlig an der D-Jetronic vorbei und nur über Unterdruckventile gesteuert, die die Abgaswerte im Schiebebetrieb verbessern sollte. Eine Weiterentwicklung war dringend nötig. Mit der Einführung der K-Jetronic ab 1974 wollte man diesen Schwächen der elektronischen Einspritzung aus dem Weg gehen. Deshalb der am Drosselklappenstutzen sitzende Unterdruckregler. Wenn Du ihn entfernst, wirst Du Blaurauch erzeugen und Deinem Motor ein nicht brennbares Gemisch zuführen. Beides nicht so gut.
    Hast Du eine kleine mechanische Unterdruckpumpe mit Manometer obendrauf ? Beaufschlage das Schubanhebeventil (am dünnen Anschluß) mit Unterdruck und prüfe, zur Not mit dem Mund, ob Du an den vom Durchmesser her größeren Stutzen Luft durchblasen/saugen kannst. Bei 0,0 bis ca. 0,2 bar solltest Du nichts durchblasen können. Danach, mit mehr Unterdruck, sollte sich das Ventil langsam öffnen.
    Ich glaube aber nicht, dass der hohe Leerlauf damit zu tun hat. Eher ist die Drosselklappe mit Ölresten verkokt, Deine Anlage undicht, die Stauscheibe nicht zentriert oder der Zusatzluftschieber schließt nicht richtig (auch verkokt). Hier hilft ein Ultraschallbad.


    Gruß Volker

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für die Tips. Jetzt weiß ich auch wozu das dient und wie es funktioniert. Bei nächster Gelegenheit werde ich das Ding prüfen. Hatte diese Seite in meinem WHB noch garnicht entdeckt.


    Viele Grüße


    Andreas

  • Hai zusammen,


    ich muss schon sagen: Hut ab vor Euch! In der Literatur habe ich zu diesem Bauteil einfach nirgends etwas gefunden, nicht einmal im Kraftfahrtechnischen Taschenbuch von Bosch. Nun habe ich diesen Unterdruckbegrenzer also gleich ausgebaut und an den kleinen Anschluss Unterdruck angelegt. Vielmehr wollte ich Unterdruck anlegen, was nicht gelang…. weil das Teil nämlich Durchgang hat zu einem oder zu beiden der zwei dickeren Stutzen, mit denen der Unterdruckbegrenzer mit dem Klappenstutzen verbunden ist (zu welchem genau war mir dann auch egal). Daraufhin habe ich die zwei Anschlüsse am Klappenstutzen verschlossen, alles wieder eingebaut und eine Probefahrt gemacht. Inzwischen habe ich so über 200 km zurückgelegt. Ergebnis: Die Leerlaufdrehzahl war seitdem nie wieder höher als eingestellt. Ich werde auch keinen neuen Unterdruckbegrenzer einbauen (der ist ja auch unglaublich teuer, man müsste den mal wiegen und mit diversen Edelmetallpreisen vergleichen, Wahnsinn!). Einzige Änderung ist, dass wenn man z. B. im ersten Gang auf über 4.000 U/min dreht und dann schlagartig das Gaspedal völlig entlastet, dann kommt es zu ein paar wenigen Fehlzündungen. Macht mir aber nichts. Und Sprit spart man ohne Unterdruckbegrenzer wohl auch, wird doch die gemessene Luftmenge und damit die eingespritzte Spritmenge nicht künstlich erhöht.


    Bei meinem Motor ist zwischen Klappenstutzen und Unterdruckbegrenzer noch eine Steuerdose zwischengeschaltet (US-Version). Zu dieser fand ich bei meiner Recherche nur Ergebnisse, die im Zusammenhang mit Turboladern standen. Weiß jemand wie dieses Bauteil an dieser Stelle funktionieren sollte und wie man es prüfen kann?


    Ein anderes Problem beschäftigt mich aber immer noch: Wenn man mit meinem 928 anfährt oder aus niedriger Drehzahl beschleunigen will, dann stottert er, man könnte meinen er verschluckt sich. Gibt man im Stand Gas, dann nimmt er das ohne Zögern an, das Problem existiert nur unter Last. Besserung ist nur möglich durch hohe Leerlaufdrehzahl (ca. 1.500 U/min) und CO-Gehalt von ca. 7 % (aktueller Ist- und Sollwert: 2 – 3 %). Der Steuerdruck warm / kalt und der Systemdruck sind in Ordnung, das gesamte Ansaugsystem ist absolut dicht, die Zündung ist korrekt eingestellt und laut Bosch-Motortester absolut in Ordnung.
    Wenn ich bei stehendem Motor die Stauscheibe des Luftmengenmessers anschaue, dann steht die etwas über der Ebene mit dem engsten Querschnitt des Lufttrichters. Das heißt, es könnte ohne Ausschlag der Stauscheibe etwas Luft an ihr vorbei. Wenn man den Querschnitt anschaut, den die Leerlauf-Einstellschraube am Klappenstutzen freigibt, dann könnte diese Luftmenge bestimmt an der Stauscheibe vorbei. Das würde bedeuten dass wenn man nun Gas gibt, dann müsste die Stauscheibe erst den engsten Querschnitt des Lufttrichters überqueren und weiter ausschlagen. Dann bliebe im Zeitpunkt des Überquerens dem Motor die Luft weg….


    Nun meine Fragen an Euch:
    1. Meint Ihr ich sollte als nächstes nach der Ruhe-Position der Stauscheibe schauen und diese einfach mal weiter nach unten korrigieren (dazu würde ich einfach einen Eigenbau-Anschlag mit Schraube und Kontermutter auf den Lufttrichter schrauben, die endgültige Einstellung kann man später immer noch mittels dafür vorgesehenem Stift vornehmen)? Oder seht Ihr ganz andere mögliche Ursachen?
    2. Weiß jemand wie die Steuerdose funktionieren sollte (s. weiter oben)?


    Vielen Dank für Eure Hilfe und viele Grüße


    Andreas

  • Hallo Andreas


    "Wenn man mit meinem 928 anfährt oder aus niedriger Drehzahl beschleunigen will, dann stottert er, man könnte meinen er verschluckt sich. "
    Hört sich an wie Zündaussetzer unter Last. Kerzen/Kabel/V.-Kappe


    1.am Mengenteiler "rumschrauben" ist kein guter Plan. Das ist kein triviales Bauteil !


    2. meinst Du ggf. das Abblas-Umschaltventil ? Geht von da ein Schlauch zur Zusatzluftpumpe, einer zum Luftfilter und einer zum Rückschlagventil ?


    Gruß Volker

  • Hallo Volker,


    am Mengenteiler werde ich keinesfalls rumschrauben. Hatte den eh neulich ausgebaut (Ansaugsystem neu abgedichtet) und habe den Steuerkolben fast ganz rausgezogen. Das sieht alles ganz arg äußerst spiegelblank aus.


    Die Zusatzluftpumpe ist bei meinem 928 ausgebaut, die Verschlauchung unverändert.


    Was in Deiner hochgeladenen Datei beschrieben ist ist genau das, was ich unter 1. zetztlich gemeint habe.


    Die Steuerdose ist nur bei US-Fahrzeugen zwischen Klappenstutzen und Schubanhebeventil eingebaut.


    Viele Grüße


    Andreas