Reifenproblem mit neuen Pirelli ZERO - Wagen "schwimmt" im Gummi

  • Ich habe mit meinen neuen Pirelli Pzero N4 18" Reifen ein sehr "merkwürdiges" Problem:
    Das Fahrverhalten hat sich komischerweise drastisch geändert. Wenn ich in eine Kurve fahre merke ich deutlich dass der Reifen fest auf der Strasse sitzt aber das Auto selber überhaupt nicht.


    Ich versuche es genauer zu beschreiben: Zwischen Strassenbelag und Reifen (Gummi) ist der Halt sehr gut (das merkt man deutlich!) aber zwischen Felge und Reifen überhaupt nicht. Wenn ich eine in eine Kurve fahre, merke ich wie der Reifen selbst fest auf dem Asphalt hält aber dann kommts: Der Wagen rutscht auf (besser: in) dem Reifen hin und beim Gegeneinlenken wieder her. Es ist so als würden die Felgen, die fest am Auto montiert sind, im Gummi (vom Reifen) nach links oder rechts rutschen (kommt auf die jeweilige Kurve drauf an).


    Das Phänomen tritt ab ca 40-50 km/h auf und zwar auf allen vier Rädern, wobei man als Fahrer ganz stark merkt wie das Auto auf der Hinterachse "IM Gummi drinnen" rutscht: Man fährt in die Kurve -> Reifen(Gummi) hält perfekt auf Asphalt -> Wagen rutscht im Gummi nach links/rechts -> Wagen selbst bekommt erst dann halt/grip wenn er im Gummi "gerutscht" ist. (gefühlsmäßig 2-5 cm)


    Die Reifen wurden vor ca 6 Wochen montiert und haben bis jetzt ca 1300 km (in der Stadt gefahren) drauf. Der Reifen selbst wurde vor ca einem Jahr produziert. Der Reifendruck (Gasfüllung) stimmt auch. Beim Geradeausfahren tritt das Problem nicht auf. Was kann da Schuld sein? Wer kennt dieses Problem?

  • Hallo Carrera M,


    hattest Du die gleichen Reifen zuvor auch schon drauf gehabt oder bist Du vorher einen anderen Gummi gefahren?


    Normalerweise tritt dieses Phänomen in Erscheinung, wenn man von einem Reifen mit sehr steifer Flanke (zB die Bridgestones Expedia mit N-Kennung) auf einen Reifen wechselt, der weniger steif ausgelegt ist (Michelin, Dunlop, etc.).


    Man gewöhnt sich zwar mit der Zeit etwas daran, aber ich stimme Dir zu, dass sich das ziemlich wenig vertrauenserweckend anfühlt - gerade, wenn man anders kennt und einen konkreten Reifen wertschätzen gelernt hat.

    Hätte die PAG nicht versehentlich mal fast 20 Jahre lang den 928 gebaut, würde ich schlicht keinen Porsche fahren.


    V8. Amen

  • Hallo stingray!
    Danke für deine schnelle Antwort! Ich hatte zuvor Reifen von Bridgestone, ich glaube es waren Potenza mit N Kennung. Die waren nicht "schwammig". In einer Kurve hat der Reifen samt Fahrzeug gegriffen (so solls doch auch sein).
    Letzte Woche bin mit einem 997er mit Michelinbereifung gefahren, dort war auch nicht dieses schwammige Gefühl. Der Grip in Kurven war dem des Bridgestones sehr ähnlich (was ich als Laie so feststellen konnte).
    Ich habe gehört, dass die Pirelli einen so guten Grip bei nasser Fahrbahn haben -das stimmt meiner Meinung auch!:-)- allerdings, dass das Fahrverhalten in Kurven so schwammig ist, ist echt merkwürdig. Die Felgen rutschen direkt im Gummi links/rechts.
    LG,
    Max

  • Okay, bingo. §-)


    Wenn Du zuvor Brigestone mit N gefahren hast und jetzt die Pirelli, dann muss es Dir so vorkommen, als würdest Du schwimmen.


    Die beiden sind konträr zueinander wie Feuer und Wasser.
    Siehe auch hier: Neue Reifen stehen an, bitte um Entscheidungs Hilfe zwischen P Zero und Michelin Pilot Sport SP2


    Wer auch immer Dir die Empfehlung zu den Pirellis gegeben hat, wenn Du zuvor mit den Brückensteinen zufrieden warst, hat damit seine 100%ige Inkompetenz in Reifenangelegenheiten offenbart.
    *8)


    Faktisch gibt es nur eine Lösung: Runter mit dem Pirelli-Weichgummi.
    Alles andere ist Quatsch - so hart sich das jetzt auch anhört.
    Oder Dich daran gewöhnen. Aber -
    Ich konnte und wollte mich aber nicht umgewöhnen.


    Übrigens sind die Bridgestone Expedia S01 in dieser Hinsicht sogar noch etwas konsequenter ausgelegt. Das ist nochmal eine kleine Steigerung bzgl. Präzision gegenüber dem etwas verbindlicheren S02 Potenza.
    Der Michelin ist etwa so wie der Potenza, auch schön konkret, aber in Details dann doch einen etwas anderen Charakter als dieser.
    Bei sehr scharfen Lastwechseln in der Kurve und bei hartem Einlenken ist der Michelin etwas weicher und weist einen breiteren Grenzbereich auf als der Bridge.


    think about...

    Hätte die PAG nicht versehentlich mal fast 20 Jahre lang den 928 gebaut, würde ich schlicht keinen Porsche fahren.


    V8. Amen

  • Bist du dir wirklich sicher? Ich muss sagen, ich bin "genügend" Autos probegefahren von Audi bis ... , doch kein Wagen war so "schwammig" in Kurven. Nicht einmal eine alte S-Klasse (ich glaube BJ 1990 oder so).


    Wird der Gummi mit der Zeit härter, so dass dieses "schwammige Gefühl" zurückgeht?


    Das merkwürdige ist ja, die Reifen haben Grip auf der Strasse, doch der Wagen auf den Reifen nicht.


    Vielen Dank nochmal für deine Hilfe :),
    Max

  • Quote

    Original von Carrera M
    Bist du dir wirklich sicher? Ich muss sagen, ich bin "genügend" Autos probegefahren von Audi bis ... , doch kein Wagen war so "schwammig" in Kurven. Nicht einmal eine uralte S-Klasse (ich glaube BJ 1990 oder so).


    Wird der Gummi mit der Zeit härter, so dass dieses "schwammige Gefühl" zurückgeht?


    Das merkwürdige ist ja, der Reifen hat Grip auf der Strasse, doch der Wagen auf den Reifen nicht.


    Natürlich kann es auch sein, dass Deine Reifenexemplare einen Produktionsmangel aufweisen.
    Angesichts der Beschreibung glaube ich dies aber nicht.


    Der Zustand ändert sich nicht mit zunehmender Alterung, da die Steifigkeit der Seitenwand konstruktiv durch die innerhalb der Gummihülle eingebetteten Unterbaustrukturen determiniert wird.
    Eine weiche Flanke bleibt eine weiche Flanke bleibt eine weiche Flanke.....


    Hättest Du nicht ausgerechnet vom Bridge auf den Pirelli gewechselt, so würde es Dir vermutlich gar nicht in dieser Deutlichkeit auffallen.
    Aber der Bridge ist der (mir persönlich bekannte) Reifen mit der steifsten Seitenwand, der Pirelli ist nahezu das Gegenteil.


    Es hängt auch viel davon ab, welchen Fahrstil man pflegt.
    Hartes Einlenken, brutal und ohne Gefühl wird von einem verbindlichen Reifen gedämpft und man kommt so trotzdem gut ums Eck.


    Pflegt man hingegen einen Fahrstil der gefühlvoll ist und auf feinste Rückmeldungen / Reaktionen achtet, andererseits aber auch gezielt bei Rupfen am Steuer einen sofortigen ungeschmälerten Effekt auf das Fahrzeug erzielen soll, dann ist man mit einem steifen Reifen sicher besser bedient.


    Was ich am Bridgestone Expedia S01 liebe, ist, dass er sehr lange Zeit auch bei erhöhten Performance-Anforderungen temperaturstabil bleibt, ohne zu schmieren zu beginnen.
    In sehr schnellen und schnellsten Autobahnkurven ist das Fahrzeug wie festgenagelt.
    Man hat das Gefühl, das Heck würde wie in Schienen geführt.
    Absolut unerschütterlich und ultimativ stabil. Kein Zittern, kein Wanken, kein Taumeln.
    Kasseler Berge mit 220 km/h ++ einfach durch - na und?!
    Allerdings will er sorgfältig warmgefahren werden.
    Bei Feuchtigkeit und kühler Witterung kann man ansonsten damit seinen Wagen auch durch nur mittelmäßiges Gasgeben bei 120 km/h in der Leitplanke versenken.


    Der Michelin ist verbindlicher hat aber auch bei Tempi von weit über 200 km/h in schnellen Kurven eine leichte Tendenz zum Gieren und Taumeln des Fahrzeugs um die Längs- und die Hochachse.


    Der Effekt beim Pirelli ist nun folgender:


    Der Reifen haftet mit der Lauffläche auf der Strasse.
    Die Reifenschulter ist im Felgenhorn eingebettet.
    Die Flanken stehen im 90° Winkel zur Lauffläche und mit jeder Kurve bewegen sich die Seitenwände wie ein Parallelogramm hin und her - heisst die Flanken neigen sich nach links und nach rechts - je nachdem, wo die Zentrifugalkräfte die Masse des Fahrzeugs gerade hin schieben wollen.
    Das fühlt sich an, als hättest Du Marshmellows in den Lagern der Radaufhängung.


    Mit möglichst breiten Felgen und gleichbleibender Reifenbreite kann man die Abstützung der Reifenschulter am Felgenhorn verbessern.
    Sollen die Felgen nicht gegen breitere getauscht werden, bleiben als Lösung aber nur andere Reifen mit einem präziseren Einlenkverhalten.
    Wer sich einmal an die Bridgestone N gewöhnt hat (und deren außergewöhnliche Charakteristik auch mag!!), der ist für den großen Rest des Reifenangebotes weitgehend „verdorben“.
    ;)

    Hätte die PAG nicht versehentlich mal fast 20 Jahre lang den 928 gebaut, würde ich schlicht keinen Porsche fahren.


    V8. Amen

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