Interessante und bezeichnende Äußerung

  • Hallo!


    Ich ärgere mich gerade mal wieder über ein aktuelles Zitat von Herrn Gerd Neumann, Mitlgied der Dekra Geschäftsführung. Laut diesem "Artikel" werden Autos im Schnitt erst nach zwölf Jahren verschrottet. Nach Ansicht des Herrn Neumann gilt ""Wer sein Auto zu lange fährt, schadet der Umwelt, gefährdet sich und andere Verkehrsteilnehmer und belastet oft noch unnötig seinen Geldbeutel".
    Nach dieser Auffassung dürften gerade hier im PFF viele von uns klar in die Kategorie "Umweltsünder", "Verkehrsgefährdung" und "Verschwender" fallen... Immer schön allen einen Stempel aufdrücken.
    Es ist aber auch wirklich ärgerlich, dass ich die Leute nicht mal mit neusten Gesetzen zum Neuwagenkauf zwingen kann. Gerade jetzt wo unsere deutsche innovative Automobilindustrie doch soviele neue tolle Modelle anbietet. Was ich aber ganz und gar nicht verstehen kann - gerade die Dekra müsste das anscheinend durchschnittlich hohe Fahrzeugalter doch freuen? Neuwagen müssen doch erst nach 3 Jahren zur Hauptuntersuchung und haben dann oft noch nicht mal Mängel... Wo steckt da der Sinn hinter einer solchen Aussage?


    Gruß Mirko

  • Aber hat er nicht im Kern recht? Diese Aussage "Somit könnten viele Autofahrer zu ähnlichen Kosten wie bei einem Altfahrzeug oder zu einem überschaubaren Aufschlag den höheren Sicherheitsstandard, das optimierte Umweltverhalten und den besseren Komfort eines jungen gebrauchten oder sogar eines Neuwagens genießen" ist ja nicht falsch. Ist es vielleicht das, was dich ärgert: weil ein (großer) Funken Wahrheit dran ist?


    Ich meine: leben wir doch mit dem Stempel, den uns jemand aufdrücken mag. Ich fahre ein für den Alltag völlig übermotorisiertes Auto, das viel Sprit frisst und die Umwelt belastet. Das war mir auch vor dem Kauf klar. Da benötige ich keine Dekra, um mir das zu erklären. So what?

  • Nee ich sehe das ganz anders - in meinen Augen fehlt es in seiner Aussage nahezu an jedem Funken Wahrheit. Gegen die Bezeichnung als Verkehrsgefährdung wehre ich mich - wie viele andere hier wohl auch - entschieden. Young- und Oldtimer genießen oft ein stark gesteigertes Maß an Pflege und Wartung. In der Aussage des Herrn Neumann steckt doch indirekt nur wieder die Forderung nach einer jährlichen Hauptuntersuchung! Also Faktor Geld- und Profitgier der Beliehenen.
    Ebenso wehre ich mich - nicht weniger entschieden - gegen die Begriffe Umweltsünder und Verschwender. Mein Wagen ist Euro 2. Seine Abgaswerte können durchaus mit aktuellen "Diesel-PS-Monstern" locker mithalten. Gleiches gilt auch für den Begriff Verschwender. Wie sieht es mit der Energiebilanz zur Herstellung eines Neuwagen aus? Da nutz ich doch lieber Ressourcen aus, die bereits Verwendung gefunden habe und spare Rohstoffe. Und Verschwendung in Bezug auf die Unterhaltskosten dürfte wohl wirklich die Privatsache eines jeden Einzelnen sein! Der Wertverlust im ersten Jahr bei einem Neuwagenkauf ist in meinen Augen auch Verschwendung.


    Aktuell gibt es einfach ganze wenige Fahrzeuge die mich faszinieren bzw. reizen würden. Im Gegenteil. Der größte Teil des Angebots der Hersteller bringt mich immer wieder zum Kopfschütteln. Viel zu viele Kompromisse müsste ich machen, um mich mit so manchem Neuwagen anfreunden zu können.


    Soll man sich in Zukunft Schämen und in die Ecke stellen, nur weil man im Alltag ein Auto fährt das älter als 5 Jahre ist?


    Wohlgemerkt - alles meine persönliche Meinung, in Bezug auf meine Situation.


    Ps.: Ich fahre keinen alten Oldtimer. Ein halbwegs gepflegter 944 ist noch lang kein Oldtimer. Bei meinem Nutzungsprofil liege ich eher im Bereich des "alten Polo-Fahrer". Und auch dieser brauch sich in meinen Augen nicht schämen!


    Gruß Mirko

  • Quote

    Original von 44er-Fan


    Wohlgemerkt - alles meine persönliche Meinung, in Bezug auf meine Situation.


    Genau darin liegt das Problem. Du projizierst die Aussagen des DEKRA-Menschen auf dich selbst und fühlst dich persönlich angegriffen...

  • Ich denke auch, dass er seine Aussagen nicht auf Oldtimer und Exoten bezogen hat, sondern lediglich auf ältere Alltagsfahrzeuge.


    Genau hier hat er nicht ganz unrecht. Viele Leute lassen sich ihre alten Fahrzeuge lieber in der Werkstatt mit teuren Ersatzteilen versilbern, statt in ein neues/neueres Fahrzeug zu investieren.

  • Die Formulierung lautet "Wer sein Fahrzeug zu lange fährt..." folglich ist ein allgemeiner unbestimmter Personenkreis angesprochen. 12 Jahre wird weiter bereits als hohes Alter für ein Fahrzeug in dem Artikel genannt. Ich fahre ein Fahrzeug mit einem Fahrzeugalter von inzwischen 21 Jahren. Als Ergebnis kann ich mich bei einer "Subsumierung unter die Tatbestandsmerkmale" der Aussage durchaus angesprochen fühlen. ;)


    Gruß Mirko

  • Machen wir uns dich nichts vor. Unsere Autos hier sind weitestgehend alles keine Oldtimer. Exoten und Schätzchen vielleicht.
    Und nur weil jemand von seinem Alltagsfahrzeug überzeugt ist und es schätzen gelernt hat, ihn als Verkehrsgefährdung , Umweltsünder oder gar Verschwender zu bezeichnen halte ich kurzum für reichlich unverschämt.

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