Gibt es bei einem Unfall auch Wertminderung auch für alte 911er?

  • Hallo zusammen,


    beobachtet man den Markt für ältere Porsche (in meinem Fall den des 911), fällt auf, daß von den Meisten großen Wert auf Unfallfreiheit gelegt wird und diese Autos immer auch ein paar Scheine teurer sind als die, die bereits einen Unfallschaden hatten.


    Wenn mir nun aber jemand in meinen bis dato unfallfreien Alt-911 (in meinem Fall ein 86er Cabrio) reinfahren würde, könnte ich dann trotz des hohen Alters mit dem Hinweis auf die oben genannten Marktgegebenheiten eine Wertminderung von der gegnerischen Unfallversicherung einforden oder nicht?


    Vielen Dank vorab.


    Gruß

  • Ein "merkantiler Minderwert" ergibt sich sicherlich bei jedem Auto.
    In welcher Höhe dieser vom Gutachter bemessen wird, liegt eben nur in dessen Ermessen.


    Während der eine z.B. 1200 € Wertminderung ansetzt, hält ein anderer 400 € für sachgerecht. (Kommt natürlich immer darauf an, was beschädigt bzw. ersetzt wurde).


    Dass der tatsächlich bei Verkauf auftretende Mindererlös größer ausfallen dürfte, darüber sind wir uns wohl einig. Dazu kommt noch, dass gerade bei "Klassikern" oft auf Unfallfreiheit geachtet wird und ein Unfall die "Zielgruppe" deutlich verkleinert und damit die Verkaufsaussichten erschwert. Daher bleibt zu hoffen, dass Dein 11er unfallfrei bleibt.


    Viele Grüße und allzeit knitterfreie Fahrt,


    Mirko

    Derzeit porschelos :-( Historie: 924 targa, 924 Cabrio, 944 II 2,7 targa, 928 GTS, 968 targa, Boxster 986 2,7 , Boxster 986 S Jubi , Boxster 986 S, Boxster 986 S 3,4 biturbo, ... ob nun doch bald mal der Plattkäfer ruft ? ;-)

  • Hi Andy69,


    siehst Du völlig richtig . Allerdings wird im Fall des Falles die gegnerische Versicherung alle Register ziehen und den Wert deines 911 auf das Niveau eines alten rostigen Schrotthaufens drücken und dich sonstwie übers Ohr zu hauen .


    Das Verhalten aller Versicherungen steht dem Verhalten gewisser "ehrenwerter" neapolitanischer "Organisationen" in nichts nach :mad:
    Du wirst in jeden Fall einen Klassiker-erfahrenen Rechtsanwalt brauchen sonst bist du Hering im Haifischbecken :still:
    Hilfreich sind immer auch sonst gute Fotodokumentationen vom vorherigen Zustand und/oder ein Klassik Gutachten .



    Greetz,
    Thommy

    Porsche 928S MJ 1981 bugattiblau / 5,2L 360 PS GTS Fahrwerk/Getriebe/Bremsen


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  • Der Bundesgerichtshof schließt eine merkantile Wertminderung für Fahrzeuge, die zum Unfallzeitpunkt älter als 5 Jahre sind oder eine Fahrleistung von über 100.000 km aufweisen, nicht grundsätzlich aus. Eine abschließende Entscheidung, bis zu welcher Grenze ein merkantiler Minderwert zuerkannt werden kann, hat er nicht getroffen. Der Bundesgerichtshof beanstandete nicht, dass die Vorinstanz für ein 16 Jahre altes, gepflegtes Fahrzeug, mit einer Fahrleistung von 164.000 km und einem Wiederbeschaffungswert von 2.100 € eine merkantile Wertminderung abgelehnt hatte, zumal tragende Teile nicht beschädigt waren. (BGH 23.11.2004 - VI ZR 357/03 - NJW 2005, 277)

  • Hallo zusammen,


    die merkantile Wertminderung kommt mittlerweile bei Fzg. bis
    zu 72 Monaten nach EZ in Betracht.


    Und natürlich auch, wenn es nach einem Unfall zu einem wahrscheinlichen Mindererlöß des Fzgs. am Markt kommen wird.
    Sprich der Golf 2 von 1989 mit 220tkm kriegt nichts, weil es bei einem Verkauf eh
    keinen mehr interessiert, ob der irgendwann mal einen Unfall hatte.


    Der Young- oder Oldtimerbesitzer hat jedoch, bei entsprechendem Zustand des Fzgs., Anspruch auf Wiedergutmachung.


    Um im Fall der Fälle sicher zu gehen, sollte man vorher natürlich belegen können,
    dass das Fzg. tatsächlich unfallfrei war und ggf. was es für einen Wert hat(te).


    So ein Wertgutachten (bei DEKRA, Classic Data etc.) kostet nicht viel und kann einem ggf. viel Ärger ersparen.


    Gruß, Jörg

  • Hallo zusammen,


    in dem Zusammenhang würde mich mal folgendes interessieren:
    Wird an einem Fahrzeug aufgrund eines Unfallschadens (z.B. Parkrempler, Pollerkontakt) eine Seitenwand (nur Aussenhaut) getauscht, so gilt das Fahrzeug bereits als Unfallfahrzeug - oder nicht?
    Wird aber an dem gleichen Fahrzeug (z.B. 911er) die Seitenwand getauscht um einen Werksturbolook herzustellen, würde doch die gleiche Arbeit verrichtet und das Fahrzeug wäre dennoch kein Unfallfahrzeug, im Gegenteil, es erfährt sogar noch eher einen Wertzuwachs :-a
    Kann mir mal jemand den Unterschied erklären...
    Oder bezieht sich "Unfallfahrzeug" nur auf Schäden am Chassis bzw. Rahmen/tragende Teile?
    Gruß, Traxel

  • Vielen Dank für die Informationen.


    Ist ja schon mal beruhigend, daß es zumindest grundsätzlich Möglichkeiten gibt, so was geltend zu machen.


    Viele Grüße :wink:

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