Glaub, ich kaufe mir einen Citroën!?

  • Citroen schweben 1982
    Damit, sage ich Ihnen, damit fing alles an. Der Mann saß in seinem Fahrzeug und wartete auf Grün. Ich starrte aus meinem Auto rüber, als hätte mich ein Radarstrahl getroffen. Ich suchte in seinem Gesicht nach besonderen Merkmalen- Glühbirnen vielleicht anstelle der Augen. Oder Antennen an den Ohren. Oder violette Haare. Nichts davon. Der Mann sah aus wie Sie und ich. Aber das war nur Tarnung. Er kam von einem an- deren Stern. Denn er saß in einer DS 19. Das war zu Köln im Frühjahr 1956. Es war die erste DS, die ich auf einer öffentlichen Straße sah. Man sagte damals die DS. Aus De-Ess machte der französische Volksmund Deesse, die Göttin zu deutsch. Im Herbst davor war dieses Auto auf dem Pariser Salon vorgestellt worden. Eben, Salon und Straße, das sind zweierlei. Und jeder, der von Autos auch nur ein bisschen Ahnung hatte, der wusste sofort: jener Apparat, der kaum Ähnlichkeit mit einem Auto hat, der Apparat also, der wird niemals fahren - zumindest nicht auf öffentlichen Straßen und Plätzen. Der Neue hatte Neues faustdick. Schlag auf Schlag. Bös' für die Lebewesen von 1955. Und immer auf dieselbe Stelle. Dorthin nämlich, wo beim Menschen der Unverstand sitzt. Anstelle der schönen Kutschenfedern aus deutschem Stahl hatten die Avantgardisten doch wirklich ÖI und ein Gas namens Stickstoff genommen. Das zusammen ergab eine Federung mit unaussprechlichem Namen, die zugleich als hydraulisches System auch noch die Bremsen betätigte, die Lenkung, die Kupplung, die Wahl der Gänge. Sonst noch was, bitte? Natürlich, den Wagen auf Wunsch hoch- stellte aber zugleich auch bei jeder Beladung die Bodenfreiheit konstant hielt. Und wenn ich Ihnen das heute so erzähle, und dabei noch gut die Hälfte von dem weglasse, was die DS 19 so alles hatte und konnte, da weiß ich, dass dieses Auto auch heute noch mancher Autoschau des Jahres '81 die Schau stehlen würde- Klar, dass ich mich fast verschluckte als da plötzlich dieses Fahrgerät neben mir auftauchte, wo doch jedermann wusste, dass es niemals in freier Wildbahn auftauchen würde.
    Ein Mensch, der Citroen fährt
    Was ist das, so frage ich mich, was ist das für ein Mensch, der sich ein solches technisches Wunder kauft und damit herumfährt als sei es ein Auto. Sehen Sie, zu viel Geld kann nicht der Grund gewesen sein. Die DS mit all ihren serienmäßigen Extras kostete damals weniger als z.B. ein Opel Kapitän. Nein, Leute, die nach Geld riechen - sitzen in anderen Autos. Damals wurde mir klar, dass es etwas mit dem Kopf zu tun hat, wenn jemand Citroen fährt. Mit dem Kopf, dem Körperteil, mit dem wir uns so unsere Gedanken machen, Neues ersinnen, Unvereinbares vereinbaren, Undenkbares denken. Das klingt Ihnen zu hoch- gestochen, zu philosophisch? Nein doch, das ist ganz realistisch. Die Frankfurter Buchmessen Oder Dichtertreffen der frühen 60er Jahre zeigten die Realität. Eine Versammlung des Geistes wurde zugleich zu einer Ansammlung von Citroen D Modellen. Noch nie zuvor ist die Gruppe der geistig Mobilen, der Kreativen so sehr einem Automodell verfallen. Verleger, Maler, Schriftsteller, Bildhauer, Modedesigner, Regisseure, Fotografen, Schauspieler. Warum sie alle? Warum sie alle dem Citroen ? Die Antwort ist so einfach wie alles im Leben. Hier war ein Auto entstanden, das nicht in klitzekleinen, zaghaften Schritten eine Anpassung an das Heute suchte, sondern mit einem großen, einem großartigen Sprung die Zukunft umarmte. Welch eine Verheißung! Da zeigen Techniker Möglichkeiten auf, die anderenorts für unmöglich gehalten werden. Das ist schlichtweg der Sieg des Geistes über die Materie. Der Sieg der Intelligenz über die Konvention.
    Generationen besonderer Autos
    Ein besonderes Auto sucht sich seine Fahrer selbst. Und das sind eben keine Alltagsgesichter, Durchschnittsköpfe, Mittelmaßstäbler. Das war nicht nur bei der DS 19 "Göttin" so. Das passiert bei jedem Auto, das Citroen auf den Markt brachte und auf den Markt bringt. Nehmen Sie den Traction Avant, dem 1934 wegen seiner revolutionären Technik und seiner ungewöhnlichen Form ein rasches Ende prophezeit und der dann 22 Jahre hindurch gebaut wurde. Held vieler Kriminalfilme. Wiederum ein intelligentes Auto, das in der Lage war, den anderen Autos auf und davon zu fahren. Der 2 CV, die Ente, vor dem Weltkrieg II konzipiert, seit 1948 gebaut, wurde inzwischen zum Symbol der Unsterblichkeit. Und der Citroen GS holte, wie die Fachpresse schrieb, "den Fahrkomfort der Nobelklasse" in ein Zehntausendmarkauto. Und präsentierte bereits 1970 einen Luftwiderstandsbeiwert, der noch heute als der beste aller Serienlimousinen nachzumessen ist. Und allenthalben tauchen so genannte Zukunftsautos auf, jetzt, da überall der Windkanal zitiert wird. Sieht man sich diese Autos von morgen an, dann entdeckt man in den Grundzügen einen Wagen, der bereits seit 1974 Tag für Tag durch unsere Straßen fährt. Der Citroen CX. ~ Da fragen Sie mich, ob es etwas Besonderes sei, einen Citroen zu fahren! Das ist so, als wollten Sie wissen, ob ein Mensch durch das geprägt werde, was er bewirkt und erreicht hat. Was die Marke Citroen in sechs Jahrzehnten bewirkt und erreicht hat, das steckt in jedem Citroen. Wer's spürt ist gut dran. Um das zu erkennen und sich daran zu freuen, muss man vielleicht besondere Antennen haben. Ein Stückchen Pioniergeist. Einen Goldgräber als Urgroßvater. Oder eine Prise Abneigung gegen Alltägliches. Nicht-Alltägliches zu bewerkstelligen, gehörte von Anbeginn zum Citroen Alltag. Das erste Fließband in Europa. Die erste Sahara-Durchquerung und die erste Ganzstahlkarosserie. Der erste Wagen mit Servobremsen und das erste Auto über das Himalaya-Massiv. Der erste Crash- Test und die erste Windkanalform. Das erste hydropneumatische Sicherheitsfahrwerk und der erste geräumige Komfortdiesel, der mit einer Tankfüllung über 1000 Kilometer läuft. Der erste Kleinwagen mit viel Platz und elektronischer Zündung. Das erste Auto, das auch auf drei Rädern noch sicher weiterfährt.
    Eine Welt, in der das Wesentliche zählt
    Recht bald nach meinem Kölner Schlüsselerlebnis mit dem Mann vom anderen Stern, kaufte ich mir "meine Göttin". Der Teil von mir, der von den alten Pruzzen abstammt, hatte gesiegt. Und nun hatte er sein Abenteuer. Ein Auto, das mehr konnte als alle Autos, die ich bislang gesehen hatte, zusammengenommen. Ich spreche also aus Erfahrung, wenn ich sage, Citroen fahren ist nun 'mal ein wenig mehr als sich in irgendein x-beliebiges Auto zu setzen. Sie sehen schon, was ich mit Fahren in einer anderen Welt meine. In dieser Welt von Citroen stechen wichtige Trümpfe. Dass Sie sicher fahren, wo andere springen. Dass Sie mit dem Tropfen geizen, wo andere schon wieder tanken müssen. Dass Sie einen Fahrkomfort als selbstverständlich betrachten, der anderswo nicht für den doppelten Betrag zu haben ist. Dass Sie fahrnotwendige Extras im Grundpreis finden und nicht in langen Aufpreislisten. Dass Sie geborgen sind in einem Auto, das nicht unserer Zeit hinterherfährt. Sondern ihr ein Stück voraus. Egal ob mit 2500 oder mit 600 Kubikzentimetern.

  • Das Bild stammt doch aus München, Pestalozzistr., dort gibt es eine Citroen-Werkstatt, da stehen ständig 3-Achser vor der Tür, so circa vier Verschiedene.


    Ist heut Alte-treads-Wiederbelebungs-Tag, oder was?

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