Neues Gewährleistungsrecht 2002

  • Hallo,
    hat jemand nähere Informationen über das neue Gewährleistungsrecht das ab dem 1.1.2002 gilt ? Das scheint ja einige Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenhandel zu haben... Das macht es wirklich überlegenswert einen Wagen bei einem Händler zu kaufen (wenn man dort dann noch P´s findet....), zumal ich im Jan. hoffe endlich einen S2 für mich zu finden...
    Anbei mal einen Text den ich schon gefunden habe:



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    Jeder Händler muss ab Januar nächsten Jahres 12 Monate dafür haften, dass der bei ihm gekaufte Gebrauchtwagen bei Übergabe mängelfrei ist. Galt bisher der Zusatz gekauft wie gesehen als erfolgversprechende Klausel im Kaufvertrag, um jegliche Verantwortung für den Zustand des Wagens von sich zu weisen, kommt mit der Neuregelung kein Händler mehr um berechtigte Ansprüche der Kundschaft herum.


    Der wichtigste Part des neuen Gesetzes ist die Beweislastumkehr. Im Detail sieht das so aus, dass es während der ersten sechs Monate nach dem Kauf Sache des Händlers ist, zu beweisen, dass das Fahrzeug bei Übergabe frei von Mängeln war und der angezeigte Schaden auf Grund von normalem Verschleiß aufgetreten ist. Gelingt ihm das nicht, ist er zu kostenloser Nachbesserung, Preisminderung, Wandlung oder Rücknahme des Fahrzeuges verpflichtet. Erst nach diesem Zeitraum liegt die Beweislast, wie bisher üblich, wieder beim Kunden.
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    Ciao Wolfgang

    Wenn Gott mich anders gewollt hätte, hätte er mich anders erschaffen
    (Johann Wolfgang von Goethe)

  • Hallo Wolfgang


    Kannst Du mal die Quelle Deines Textes hier posten? Wäre mal interessant zum Vergleich.
    Schau mal in die Motor Klassik, Ausgabe 1/2002, die gerade erschienen ist. Da ist ein Interview mit dem zustandigen Staatssekretär abgedruckt. Der nennt zwar die gleichen Begriffe, stellt die Sache aber doch im Kern anders dar. Wenn ich Zeit habe, schreib ich es mal ab. Ansonsten ist vielleicht auch was auf der HP von Motor Klassik zu finden: www.auto.t-online.de

  • Hier ist der versprochene Artikel aus der aktuellen Motor KLassik:


    Artikel aus der Motor Klassik, Ausgabe 1/2002, Seite 53, zum Thema


    Schuldrechtsreform und Oldtimer-Handel


    (Interview mit Dr. Eckhart Pick, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesjustizministerium)


    Zu Beginn des Jahres 2002 wird die Schuldrechtsreform zu Änderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) führen. Was bedeutet das für Kaufverträge?


    Mit der Schuldrechtsreform setzten wir zugleich eine EU-Richtlinie zur Verbesserung des Verbraucherschutzes um. Das bedeutet, die Gewährleistungsfrist – also die Zeit, in der Verkäufer für Fehler von Sachen haften – verlängert sich von sechs Monaten auf zwei Jahre.


    Gilt diese Frist auch für den Verkauf von Oldtimern?


    Grundsätzlich ja, im Vertrag kann aber etwas anderes vereinbart werden. Dabei ist zu unterscheiden, wer verkauft und an wen verkauft wird. Für Verträge zwischen Händlern und zwischen Verbrauchern ändert sich nichts, hier ist also weiterhin jede Gewährleistung ausgeschlossen, außer es liegt eine Täuschung vor. Eine Änderung gibt es aber für den Verkauf eines Händlers an einen Verbraucher.


    Welche Veränderungen sind das?


    Hier kann die Gewährleistungszeit zwar von zwei Jahren auf ein Jahr durch ausdrückliche vertragliche Vereinbarung verringert werden, kürzere Fristen oder der vollständige Ausschluss der Gewährleistung sind aber unwirksam. Allerdings haftet der Händler nur für das, was er vertraglich versprochen hat. Bei Gebrauchtwagen, also auch Oldtimern, haftet er für den Zustand, der sich aus dem Vertragsinhalt ergibt, wobei der Preis und die berechtigten Erwartungen des Käufers eine Rolle spielen. Bei einem 30 Jahre alten Auto haftet er Verkäufer also nicht so, als hätte er ein neuwertiges Auto verkauft. Zudem haftet er nur für Fehler, die bei Übergabe vorhanden sind. Eine gesetzliche Haltbarkeitsgarantie wird nicht eingeführt.


    Kann der Käufer einfach behaupten, dass ein Fehler schon vorhanden war, obwohl er erst später aufgetreten ist?


    Grundsätzlich gilt bei Neuwagen: Im ersten halben Jahr wird vermutet, dass der Fehler schon bei der Übergabe vorhanden war. Diese sogenannte „Beweislastumkehr“ gilt aber nur, wenn sie mit der Art der Sache vereinbar ist, also in der Regel nicht bei gebrauchten Sachen wie beispielsweise Oldtimern.

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