Börse: Porsche vor dem Rauswurf

  • Die Deutsche Börse will am 7. August den Sportwagenbauer Porsche aus dem Aktienindex MDAX ausschließen. Dies erklärte die Börse heute in Frankfurt, nachdem nochmalige Gespräche mit Porsche keine Einigung gebracht hatten. Der seit längerem dauernde Streit dreht sich um die Quartalsberichte, die Porsche nicht vorlegen will. Die Notierung der Aktie im amtlichen Handel der Frankfurter Wertpapierbörse bleibe von dem Ausschluss unberührt, erklärte die Deutsche Börse weiter. "Sollte uns die Deutsche Börse am 7. August aus dem MDAX nehmen, so würden wir das bedauern", sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking am Mittwochabend.


    Porsche wolle auch künftig nicht wie gefordert alle drei Monate seine Geschäftszahlen veröffentlichen, erklärte die Börse. Sie respektiere die Entscheidung von Unternehmen, keine Quartalsberichte erstellen, sagte Börsenvorstand Christoph Lammersdorf. "Porsche erfüllt ohne Quartalsberichte nicht mehr die Standards, die wir im Interesse der Investoren setzen."



    Wiedeking betonte, er sehe beim Ausschluss aus dem MDAX durch die Aufnahme in den Morgan Stanley Capital Index, dem weltweit wichtigsten Index, weder für die Aktionäre noch für die weitere Kursentwicklung eine Gefahr. Dies hätten ihm nicht nur viele Unternehmensführer, sondern auch Fondsmanager und Analysten attestiert. Porsche betrachtet Quartalsberichte als eine Behinderung von Unternehmen in der Verfolgung langfristiger Strategien. Zu mehr Transparenz hätten sie - siehe Neuer Markt - nicht beigetragen. "Aus unserer Sicht sind Quartalsberichte vor allem ein Geschäftsbesorgungsplan für die Deutsche Börse und die Banken. Wir hätten uns gewünscht, wenn sich die Deutsche Börse zu ihren eigentlichen Motiven in dieser Frage bekannt hätte", schloss die Erklärung.


    ( dpa / uba, 18.07. 18:56 )