Das Ende des legalen Tunings mit WLTP/ RDE ?

  • Im Prinzip kann man die Antwort gleich geben: Ja


    Die Kosten für Emissionsmessung Prüfstand und Straßentest mit Laborrucksack schätzt der Tuner Verband VDAT zwischen 21000 Euro und 24.000 Euro, dazu kommen aber auch noch Geräuschemissionsmessungen , bei höheren Leistungssteigerung über 30% noch Festigkeitsnachweise, 2000 km Rennstreckenerprobung usw..


    Das TÜV Merblatt Vd-TÜV 751, das die zu prüfenden Punkte für die technischen Dienste ( TÜV, etc...) festlegt, ist bis heute unverändert, das heißt, die heute gültige Emissionsnorm muss bei Tuning beibehalten werden, also WLTP/RDE Prüfung.


    Es kommt aber noch dicker für Tuner, die ausstattungsspezifischen Verbräuche/ Emissionen müssen ausgewiesen werden, damit ist ein generelles ECE Gutachten nicht mehr möglich, also, ein auf 300 PS getunter Golf mit Schiebedach und 19 Zollrädern usw.

    muss individuell auf RDE nochmal gemessen werden, das ist dann der Sargnagel.

    Jedes Kundenauto muss individuell geprüft werden.


    (Mit Euro 6d nach 6d temp, dürfen die Prüfstandsmessungen bei 14 Grad und 23 Grad nur noch um 5% abweichen, besteht der Tuner die Abgasnorm nicht, sind gleich mal 25 k Euro versenkt. Bei Nachbesserungen immer nochmal kompletter Test, nochmal Invest um rund 25 k Euro. Bei NEFZ waren Außentemperaturen bis 30 Grad bei Test erlaubt, das war günstig für Tuner/OEM im Hinblick auf Emissionswerte, klimatisierte, teure Prüfstände bei WLTP Pficht. Die WLTP/RDE Verfahrensanweisungen betragen derzeit rund 700 Seiten, bei Euro 6d mit WLTP 2 um 1000 Seiten, damit ist natürlich jeder Tuner überfordert, selbst der TÜV/OEM’s haben die allergrößten Schwierigkeiten).


    Die Tuningbranche hofft zwar darauf, die Hoffnung stirbt zuletzt, dass es Erleichterungen gibt, die ins Merkblatt VdTÜV 751 einfließen, z.B kein individueller RDE Test bei unterschiedlicher Ausstattung der getunten Fahrzeuge. Da gibt es behördenseitig Vorschläge wie “ wenn ihr Tuner bei 7 Grad minus WLTP übersteht auf Prüfstand, (der muss dann in Klimakammer stehen) , könnt Ihr vielleicht mit vereinfachtem RDE rechnen”... Aber alles Unfug.


    Aber im gegebenen politischen Umfeld sehe ich für Tuner schwarz im Hinblick auf legales Tuning....bei den Ökoparteien im EU Parlament gibt es Überlegungen, schon das Anbieten

    von Tuning, das Serienemissionen eines Fahrzeugs beeinträchtigen kann, per Gesetz zu eliminieren, also das Anbieten von Chiptuning per se kriminell.


    ( verfügbare Prüfstandskapazitäten sind von dem OEM derzeit belegt auf lange Sicht).


    Fazit: Nach derzeitiger Rechtslage müssen Tuner das komplette Homoligieserungsverfahren wie Hersteller durchführen im Hinblick auf Emissionsnormen.

    Also auch die fahrzeugspezifische Ausstattung des Fahrzeugs berücksichtigen.



    Gruß Horst

    Edited 10 times, last by 720S ().

  • Ja das ist die wirkliche Wahrheit sehr treffend .


    Bei einen Hersteller arbeitend kenne ich die Gegenwart und das passt zu dem oben geschriebenen perfekt.


    Bereits heute hat der OEM Probleme Zubehör welches nur den geringsten Einfluss auf die Werte hat ohne Prüfung anzubauen


    Ich kann mir vorstellen, das Konfigurationen in Zukunft nur noch in bestimmten Umfang bzw. Kombinationen abgenommen bzw. geprüft werden und damit am Fahrzeug verbaubar sind.