Reifen - N-Kennung oder nicht?

  • Ich hätte noch meine neuesten ‘Kenntnisse’ hier kundzutun und die sollten nicht nur für meinen 987S vFL relevant sein. Reifen - N-Kennung oder nicht?


    Bisher war ich immer der Meinung, dass die N-Kennung nur Geschäftemacherei ist und wer auch immer, ‘vielleicht Porsche’? sich eine goldene Nase verdienen will. Wie ist denn das mit der Approved?

    Auch hatte ich nie das Gefühl, dass Reifen ohne ‘N’ (Grösse VA 235/35 19, HA 265/35 19) sich auf meinem Böxsti schlechter, das heisst mit weniger Grip fahren lassen. Auch hatten die ‘non N’ eine längere Kilometerleistung als die sonst von mir gefahrenen Pirelli P-Zero und Bridgestone Potenza RE050A ‘mit N’. Soweit meine Überzeugung bis vor kurzem.


    Seit längerem spielte ich mit dem Gedanken, man sollte einmal Spur und Sturz einstellen. Nach mehreren Jahren könnte sich auch am Fahrwerk etwas verstellt haben, das man das ja nicht merkt, weil es sich möglicherweise schleichend verändert.


    Letzthin habe ich mich, nachdem mich die ‘Schlafgeräusche’ meiner Andrea geweckt hatten (oder bin ich von selbst aufgewacht?), endlich aufgerafft und frühmorgens im Netz eine spezialisierte Werkstatt für Fahrwerkseinstellungen in meiner Umgebung (so im Umkreis von 50 km) gesucht. Eine Firma ist mir aufgefallen (wobei deren Homepage miserabel ist) und ich dachte die besuch ich mal. Also nochmal ins Bett und ich wollte die ganze Sache noch ein bisschen sacken lassen.

    Aber es hat mir keine Ruhe gelassen und dann stand ich so gegen 0900 Uhr vor deren Geschäft, das in einem Gewerbeviertel in Rapperswil-Jona domiziliert ist (Für Nicht-Schweizer = Agglo Zürich). Als ich die unscheinbare Haustüre hinter mir hatte, konnte ich einen Blick in die Werkstatt werfen. Links und rechts des ca. 4 - 5 Meter breitem Eingangsbereich sind Rezeption und Büroräumlichkeiten. Alles schön und geschmackvoll eingerichtet mit verglasten Wandpartien zum Vorraum. Gegen vorn offen die Werkstatt. Woah, so etwas hatte ich nur in Werbeprospekten von Supersportwagenherstellern wie McLaren oder Ähnlichen gesehen, nur nicht so weitläufig. Der Raum zweigeschossig, hell von der grossen Fensterfront mit Licht durchflutet und zusätzlich künstlich beleuchtet Und absolut s a u b e r. Auf den Hebebühnen einige 911er in ‘Kriegsbemalung’. Werde dann mal, wenn ich darf, Fotos von den Räumlichkeiten machen.


    Nun aber zum wesentlichen. Der Fahrwerkspezialist wurde gerufen. Er hörte sich meine Wünsche an und versicherte mir, dass das Fahrwerk individuell auf mein Fahrzeug abgestimmt werde. Auch fahre er das Auto vor und nach dem Einstellen und werde darnach eventuell notwendige Verbesserungen vornehmen. Dann schaute er sich meinen Böxsti an und meinte: Sie haben auf der Vorderachse Michelin Pilot Sport 4S …91 Y XL drauf, wissen Sie, dass die keine N-Kennung haben.

    Ja, weiss ich, ist mir nicht wichtig erwiderte ich.

    Darauf belehrte er mich, dass Reifen mit N-Kennung mit Porsche entwickelt werden (wusste ich ja, respektive halte ich für ‘nen Werbegag) und dass unter anderem auch auf die Reifenflanken betreffend Traglast geachtet werde. Die Pneus auf der Vorderachse sind die Flanken zu steif, das sehe man an dem Farbunterschied und der Oberflächenabnützung. Wenn ich in Zukunft Pneus mit N-Kennung montieren würde, werde das Fahrzeug noch besser ‘gehen’.


    Wieder etwas gelernt? Na wer‘s glaubt. Soll man einem ‘sogenannten Fahrwerkspezialisten’ vertrauen? Ich habe mich jedenfalls überzeugen lassen und einen Termin am 25.4. vereinbart. Betreffend der Kosten ist mir zuerst die Birne heiss geworden, so in etwa das dreifache oder ein bisschen mehr zu einem ‘Reifenfuzzi’ muss ich wohl rechnen. Aber was soll’s, man ist nur einmal jung. :rf::rf::rf:

    Wenn gewünscht, werde ich nach den Abstimmungsarbeiten berichten. Dann sollten die Schweizer-Alpenpässe in naher Zukunft wieder offen sein.

    Übrigens, wenn jemand Interesse hat, dem gebe ich gerne, per PN, die Adresse bekannt. Ich bin weder noch, sonst irgendwie mit dieser Firma…

  • Nicht dass Du mich nachher die Tremola hoch noch überholstk:scare:


    Saluti

    Pavarotti

    Das grosse Glück ist die Summe vieler kleiner Freuden


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  • Zudem ist die Preisdifferenz der Reifen mit N-Kennung nicht so immens.


    Ich würde keine ohne N-Kennung kaufen.


    Bin gespannt, ob Du einen Unterschied spürst.

    Beste Grüße,


    Martin.
    _____________________
    987 Cayman S (2009)

  • N oder nicht N, das ist hier die Frage. Die Traglast wurde angesprochen, die ergibt sich aus den Notwendigkeiten des Fahrzeugs, der Achslast und allfälligen Reserven für grösseren Sturz, was aber beim Durchschnittsfahrer keine Rolle spielt. Die Elastizität der Reifenflanken müssen idealerweise zueinander passen, wofür aber der Reifenhersteller sorgt, wobei dies zu spüren den Wenigsten gelingt.

    Ich fahre auf dem GT3 ausschliesslich ohne N, weil es sie nicht gibt, die geeigneten Reifen und weil es mir egal ist. Die Reifen passen perfekt zum Auto, zu meinem Fahrstil auf dem Track, ergo, ich brauche kein N.


    Beim Boxster 986S bin ich jahrelang Pirellis mit N gefahren, mein Reifenfuzzi hat sie automatisch so bestellt, nun habe ich auf einen Michelin PS4 gewechselt, den es nicht mit N gibt. Die Kilometer, die ich bis heute fahren konnte zeigten mir aber sehr direkt auf, dass der Michelin dem Pirelli weit überlegen ist und hervorragend funktioniert. Der Tragindex passt, die Dimensionen passen und die Performance ist deutlich besser als zuvor.


    Was halte ich nun vom N, oder den vielen anderen Markenprüfungen? Nicht wirklich viel! Was heisst diese Worthülse "mit oder für Porsche entwickelt"? Sicherlich nicht dass der gleiche Reifen mit oder ohne N nennenswerte Unterschiede aufweisen würde. Für welchen Porsche würde dann entwickelt werden? Den Elfer mit 2 oder 4-Rad, den Boxster/Cayman oder für den Panamera? Am Ende noch für den GT3?


    Die Anforderungen alleine für die aufgezählten Modelle sind im Detail so unterschiedlich, das lässt sich nicht mit einem N abbilden. Und die anderen Fahrzeuge mit ähnlicher Bereifung haben die gleichen Anforderungen an Seitenführung, Schräglaufwinkel, Elastizität, Grip an der Flanke aussen/innen oder in der Mitte.


    So dürfte diese N-Geschichte sich auf ein paar Testfahrten beschränken, bei denen geprüft wird, ob das Auto mit den Reifen kann oder eben nicht. Der Hersteller der Reifen freut sich natürlich über diese Stammkundschaft einer Marke, die ja immer wieder die Schluffen kauft.


    Nun, am Ende entscheidet jeder selbst, was er sich dranschrauben lässt. Ich kann aus technischer Sicht auf die Markenprüfungen verzichten.


    Greetz

    Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
    Harm Lagaay


    PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking:

  • War hier ebenso. Nach mehreren Sätzen Pirelli mit N-Kennung habe ich auf Anraten meines Fahrwerkspezis auf Michelin Pilot SuperSpocht gewechselt. Meine Einwürfe, dass die Hinterreifen nur auf dem 918 vorne (!) Porschefreigabe hätten und die Vorderachse ein M3-Reifen sei, meinte der werte Herr nur grinsend:


    „Mia foan die Mischlä‘ auf da Rennstreck‘n als Regenreifen. Glab ma‘s, die gengan am Cayman bessa wia da Pirelli.“


    Gehört, geglaubt, getan, gefreut.

    "Ist halt so." (Walter Röhrl)

  • So, Auto ist beim Fahrwerkeinstellen.:kyippie:

    Leider darf ich keine Fotos von den Räumichkeiten machen. Die sind diskret, wegen den Kundenfahrzeugen. Verstehe ich ja auch, dass nicht jeder will, dass sein Auto im Internet veröffentlicht zu sehen ist.