Allrad funktion

  • Hallo ,

    mein 996 hat (NOCH) Allrad. Habe heute mal vorne etwas hochgebockt, um ein Rad sauber zu machen. Doch Wunder, es läst sich nicht drehen? Es ist kein Gang eingelegt! Bei einem Hecktriebler kann man doch auch ohne Gang die Räder einzeln drehen. Das will mir nun gar nicht in den Kopf.§-)Warum gibt es beim Allrad keinen Freilauf? Gruss Uwe

  • Mein Carrera 4 war vor einer Woche zur HU auf der Bühne. Da ließen sich alle Räder problemlos drehen.


    Carsten

    Seit über 100 Jahren machen Autos unabhängig.
    Eins macht abhängig.

  • Ist doch logisch.


    Betrachten wir das erst mal Achsweise (also reiner Heck oder Frontantrieb.

    Das linke Rad und das Rechte Rad sind über das Differential verbunden. Dieses Differential regelt den Drezahlausgleich zwischen den Rädern. Im Durchschnitt ist die Drezahl beider Räder aber so gross, wie die Eingangsdrezahl vom Getriebe kommend.


    Beispiel:

    Am Getriebeausgang hast du 100 Umdrehungen. Das linke Rad dreht 90 Umdrehungen, das Rechte muss dann 110 Umdrehungen drehen. Wir rechnen also (

    Drehzahl linkes Rad+Drehzahl rechtes Rad ) /2 = Drezahl Getriebeausgang

    (90+110)/2=100


    Wenn du jetzt einen Allrad anschaust, dann stellst du fest, dass die Vorderachse und die Hinterachse wieder mit einem Differential verbunden sind (bei permanenten Allradantrieben). Differentiale verhalten sich immer gleich. Eingangsdrezahl = (Ausgangsdrezahl1 + Ausgangsdrezahl2)/2


    Wenn du ein Differential jetzt begriffen hast, dann stellst du bei deinem Beispiel folgendes Fest:

    Da die Hinterachse auf dem Boden war, kann die sich nicht (von deiner Handkraft) drehen. Da auch bei nicht eingelegtem Gang vom Getriebe (egal ob Schaltgetriebe oder Automatik) ein gewisses Reibmoment besteht, dreht sich der Eingang des Differentials auch nicht. Also kann der Differntialeingang der Vorderachse sich auch nicht drehen.


    Daraus folgt: Die Vorderachse muss den Drezahlunterschied in sich ausgleichen.

    Kann sie aber nicht (bei deiner geringen Handkraft), wenn du ein Rad (also Drezahlausgang) drehen möchtest und das andere Rad (für deine Handkraft) undrehbar auf dem Boden steht.


    Comprende?


    Gruss

    Alex

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    Gruss
    Alex

  • Wow , danke für die gute Erklärung. Hatte mir auch mehrere Youtube Videos angeschaut. Da war nix von Eingangsdrehzahl gleich Ausgangsdrehzahl.:thumb: Jedenfalls ist vorne und hinten mit einer Lamellenkupplung verbunden, so das man die Vorderräder drehen kann, auch wenn hinten blockiert ist.

  • Ein kleiner Fehler in der Erklärung: Beim Elfer hat es kein Mitteldifferenzial, die Drehzahlunterschiede zwischen den Achsen werden über den Schlupf an der Lamellenkupplung kompensiert.

    Aus diesem einfachen Grund kann man aus einem C4 auch schnell einen C2 machen, indem man die Welle zwischen Getriebe und Vorderachse ausbaut. Wäre da noch ein Differenzial, bzw. ein Verteilergetriebe wie bei Geländewagen, würde der C4 mit durchdrehender Abtriebswelle stehen bleiben.


    Die Lamellenkupplung besteht, wie der Name schon sagt, aus eine Kupplung mit vielen Lamellen. DIese trennen nicht vollständig wie eine Einscheiben-Trockekupplung, es hat immer eine gewisse Reibung. So wird es schwierig nur ein in der Luft hängendes Rad von Hand zu drehen.


    Greetz

    Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
    Harm Lagaay


    PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking:

  • Hallo Pilot69


    Ich meine die 996 Allrad haben doch alle Viscokupplung. Erst bei der 997 Turbo ist einen Lamellen kupplung verbaut.


    Grusse Hans