Was genau ist ein Überdreher

  • Hallo zusammen,


    ich weiß es gibt schon einige Threads zu dem Thema aber irgendwie wurde meine Frage noch nicht beantwortet.
    Welches Ereignis genau führt zu einem Überdreher Eintrag in das Steuergerät?
    Sprich welche Gegebenheiten müssen erfüllt sein?


    Hintergrund:
    Drehzahlen von 7.200 bis 7.500 Umdrehungen sind Überdreher Stufe 1 laut der Tabelle die ich im Forum gefunden habe. Mein GTS hat Pmax bei 7.500 Umdrehungen.
    Sprich jedes mal wenn ich den Motor ausdrehe bis zur Maximalleistung (7.500 RPM) habe ich einen Eintrag im Steuergerät Überdreher Stufe 1 oder wie habe ich das zu verstehen?
    (Es geht um Hochschalten und Beschleunigen.... nicht um runter schalten)


    Gibt es dazu irgendwas rechtsverbindliches von Porsche?

  • Was ist ein Überdreher nach Porsche und was wird eingetragen? Jeder Motor hat ein nutzbares Drehzahlband. Dieses sieht man auf dem Drehzahlmesser, da wo es rot wird, fängt der kritischere Bereich an. Wo genau die Überdreherbereiche anfangen, ist verschieden. Die genauen Werte kenne ich auch nicht und wurden auch noch nicht wirklich gepostet. Die 9X6 Motoren haben deren 2 Bereiche, ab 9X7 deren 6 Bereiche.
    Dreht man den Motor nun in den roten Bereich rein, spricht ab einer gewissen Drehzahl der Begrenzer an. Rein mechanisch ist diese Drehzahl noch keine wirkliche Gefahr für den Motor, sprich Ventiltrieb, des wird nichts beschädigt.
    Das Motorsteuergerät zählt dann aber die Anzahl Zündungen, welche in den definierten Drehzahlbereichen erfolgt sind. Das ist dahingehend etwas verwirrend, denn die Anzahl der Kurbelwellenumdrehungen muss man dann ausrechnen (Anzahl Zündungen : 3 = Anzahl Umdrehungen). Dabei wird dann auch die aktuelle Betriebsstundenzahl des Motorsteuergeräts aufgezeichnet. Das kann dann in etwa so aussehen:


    Bereich 1: 6103 , 567.2h


    Was dann heisst, dass bei Betriebsstundenzahl 567.2 6103 Zündungen im Drehzahlbereich 1 erfolgt sind, was ca. 2000 Umdrehungen entspricht. Wenn wir nun annehmen, dass der Bereich 1 z.B. von 7200rpm anfängt, wären das gute 17 Sekunden.
    Kommt nun ein neuer Eintrag hinzu, werden die neuen Zündungen aufaddiert und der neue Stundenstand eingetragen:


    Bereich 1: 8005 , 653.2h


    Was dann bedeutet, dass nochmal 1900 Zündungen dazugekommen sind.


    Mich persönlich interessieren die Drehzahlbereiche nicht, denn ich gehe nie so hoch. Mein GT3 dreht in den Gängen 1-4 bis 8500, 5+6 bis 8300 (wurde modifiziert). Auf dem Track gehe ich nur bis 8000, mehr ist nicht nötig und Gänge sortieren kann ich. Auch meinen Boxster drehe ich nicht an den roten Bereich ran. Ich habe zwar sicher schon ein paar Einträge im Bereich 1, aber da weiss ich, was ich gemacht habe (war beim Drifttraining)
    Die Bereiche genau zu kennen bringt mir nichts.


    Wahrscheinlich könnte man die Bereiche für alle Modelle im PZ erfragen, vielleicht. Aber auch dann, was fängt man mit dieser Info an? Ich kenne dann immer noch nicht die Grenzdrehzahl meines Motors, bei der die Ventile von der Nockenwelle abheben und die Drehzahl, bei der die Ventile auf die Kolben hämmern. Aber ob die nun be 9323rpm liegt oder woanders, so what?!?


    Greetz

    Nach 320'000 Spiegeleiern kann die Kantine nicht so schlecht gewesen sein!
    Harm Lagaay


    PS: Ich heisse nicht Greetz k:thinking:

  • Hintergrund:
    Drehzahlen von 7.200 bis 7.500 Umdrehungen sind Überdreher Stufe 1 laut der Tabelle die ich im Forum gefunden habe. Mein GTS hat Pmax bei 7.500 Umdrehungen.
    Sprich jedes mal wenn ich den Motor ausdrehe bis zur Maximalleistung (7.500 RPM) habe ich einen Eintrag im Steuergerät Überdreher Stufe 1 oder wie habe ich das zu verstehen?
    (Es geht um Hochschalten und Beschleunigen.... nicht um runter schalten)


    Gibt es dazu irgendwas rechtsverbindliches von Porsche?

    Es wäre lächerlich und dazu im Gewährleistungsfall ein juristisches Festessen für den Käufer, wenn ein Hersteller seinem Produkt, das seine beworbene / zugesicherte Eigenschaft "Höchstleistung des Motors" bei 7500 U/min erbringt und dessen rot markierter Bereich auf dem Drehzahlmesser bei 7600 U/min beginnt, ab 7200 U/min geltend machte, dies sei ein "Überdrehen" im Sinne einer Überbeanspruchung, zumindest jenseits der Einfahrperiode (max. 3000 km).
    Auch die beworbene Höchstgeschwindigleit wird erst jenseits der 7200 U/min im 6. Gang erreicht.
    In der Bedienungsanleitung steht, man "sollte vor Erreichen des rot markierten Drehzahlbereichs hochschalten".
    Allenfalls könnte er, wie im vorherigen Jahrtausend teilweise üblich, geltend machen, dieser Bereich sei nicht als Dauerbeanspruchung zulässig. Auf öffentlichen Straßen ist das ohnehin Realität.
    Bei der Bedienungsanleitung des GTS gibt es einen zusätzliches Heftchen "Rundstreckenbetrieb", wo auf verkürzte Prüfintervalle für z. B. Bremsen hingewiesen wird und den Hinweis, den Ölstand des Motors dabei ein Anzeigesegment unter dem oberen Niveau zu halten, sowie nach 7.500 km ("1,75 x 24 h-Renndistanz Nordschleife") das Motoröl zu wechseln.
    Das sollte den formalen Standpunkt von Porsche eigentlich hinreichend klären.


    Das bedeutet natürlich nicht, dass man darauf abstellen kann, es sein Anlass zur Beanstandung, wenn der Motor nicht 400.000 km Nordschleife ( ca. 90 x 24 h -Rennen) aushält.
    :)

  • Mir geht es hauptsächlich um die Porsche Approved Garantie. Die es ja nicht mehr gibt wenn es zu viele oder die falschen Überdreher-Einträge im Steuergerät sind.
    Was ich daraus schließe ist aber dass die Einträge ebenfalls beim Beschleunigen entstehen und nicht nur beim runter schalten.
    Also auch im Last Betrieb mit Kraftstoffeinspritzung und Zündung und nicht nur im Schub betrieb.
    Irgendwie komme ich mir in der Tat gerade so vor als ob ich die vom Hersteller zugesicherte Leistung nicht abrufen darf da ich sonst die Garantie verliere.
    Und Garantieverlust heißt für mich automatisch ich benutze das Produkt außerhalb der Spezifikationen des Hersteller.
    Ich kann aber davon ausgehen, dass diese Überdreher irgendwann überschrieben werden.... nach genügend "normalen" Betriebsstunden!?

  • Das ist, nochmals, in meinen Augen ein nicht existentes Problem. Was der Hersteller als "Überdreher" in der DME protokolliert, ist seine Sache und zunächst ohne Relevanz für den Kunden, wenn es innerhalb der Daten ist, die er selbst in Werbung, Prospekten, Bedienungsanleitungen etc. als Leistung- oder zulässige Betriebsdaten seines Produkts angibt.
    Selbstverständlich könnte er eine Nachfolgegarantie davon abhängig machen, dass z. B. max. 90 % der spezifierten Leistung ausgenutzt werden. Das würde wissentlich aber kaum ein Kunde unterschreiben.
    Und wenn der Hersteller der Garantieleistung sogar eine Bedingung unterlegte, deren Einhaltung nur für ihn überprüfbar ist, nicht aber für den Vertragsnehmer, dann wäre das in der Nähe von Sittenwidrigkeit oder arglistiger Täuschung.
    Womit der Vertrag von vorneherein unwirksam wäre.
    Und zum Thema "Überdreher": dank Drehzahlbegrenzung sind die technisch einzig relevanten Überdreher auschließlich die, die durch "Verschalten" vorkommen, d.h. es wird (versehentlich) ein niedriger Gang eingelegt, der aufgrund der Fahrgeschwindigkeit beim Einkuppeln die Drehzahl des Motors - vermöge der trägen Masse des Fahrzeugs und der rotierenden Räder- und Getriebeteile - in einen Drehzahlbereich "hochreisst" , der mechanisch den Kurbel- und Ventiltrieb überlastet, üblicherweise die Ventile nicht mehr der Feder und dem Nockenprofil folgen, sondern frei schwingen und mit den Kolben kollidieren. Oder Pleuel reißen sogar ab, usw. usf.
    Dabei ist aber egal, ob Zündung- oder Kraftstoffzufuhr funktionieren, d.h. die Dehzahlbegrenzung, die so etwas beim Beschleunigen verhindern soll, ist dagegen machtlos.
    Bei PDK wird das von der Software verhindert, die immer wieder zitierten Überdreher bei "Sprung über Kuppe" sind so existent wie Kugelblitze.

  • Wieso sind die PDK Überdreher so existent wie Kugelblitze?
    Also wenn ich über ne Kuppe Springe kann ich mir schon vorstellen, dass die Räder mal kurz in der Luft sind und durchdrehen .... allerdings würde ich da erwarten, dass der Drehzahlbegrenzer das ganze einregelt.


    Hmm.... bleibt noch die Frage, ob man die Porsche Approved einklagen kann... sicher nicht... ist eine freiwillige Leistung.
    Der GTS hat noch bis 2018 Garantie ... also 3 Jahre ab EZ..... aber ohne Garantie will ich den Wagen auch nicht behalten .... wenn Porsche meint, dass Ding ist ein Millionengrab dann bin ich erstrecht der Meinung ... da ist mir das Risiko zu groß.


    Was ich noch interessant finde.... Wenn das Steuergerät die Zündungen zählt.... heißt das auch es wird beim runterschalten gezündet auch wenn kein Kraftstoff eingespritzt wird ? Quasi im Schubbetrieb!? Das hätte ich jetzt nicht erwartet.

  • Beim 996 ist es so:
    Bereich 1 ist vom Beginn roter Bereich bis der Drehzahlbegrenzer einsetzt.
    Bereich 2 sind Drehzahlen die über dem Drehzalbegrenzer liegen, sprich die durch Verschalten erreicht wurden.

    History:
    944
    944
    944Turbo
    928S4
    996Turbo