Lenkgetriebe neu abdichten

  • Hallo,


    Da ich vor Kurzem mein Lenkgetriebe neu abdichten mußte, aber leider nirgends eine gescheite Anleitung finden konnte, habe ich die Aktion hier einmal dokumentiert. Ich hoffe das es bei der Vielzahl der undichten Lenkgetriebe dem einen oder anderen ein wenig weiterhilft.


    Oberster Grundsatz: Besondere Sauberkeit bei der Arbeit am Lenkgetriebe beachten. Jeglicher Schmutz hat in der Lenkung nichts zu suchen.


    Benötigte Werkzeuge:
    Wagenheber
    Unterstellböcke
    Schraubenschlüssel: NW, 10,13,17,19,32mm
    Stecknüsse: NW, 10,13,17,19,34mm
    Drehmomentschlüssel
    evtl. Gelenkabzieher
    Rohrzange
    Schraubstock
    VW-Lenkungsfett
    evt. Lenkmanschetten
    Dichtsatz
    große Rolle Zewa-Tücher


    Bitte beachten, daß ich keinerlei Gewähr für die ausgeführten Arbeiten übernehme.
    Die Lenkung ist ein Sicherheitsrelevantes Bauteil. Es sollte also jeder selber entscheiden
    ob er diese Arbeiten ausführen kann.


    Gruß
    Kawa Rale

  • Top Beitrag !

    Das Leben eines Mannes ist nur ein aufblitzender Moment; ein Mann sollte sein Leben mit dem Verbringen was er will. In diesem kurzen Leben wäre es falsch, sich zu etwas zwingen zu lassen, was man nicht mag, und so sein Dasein leidend zu verbringen.


    Porsche 928GT 1991

    Porsche 951 1986

    Porsche: (noch) kein Porsche
  • Hallo Kawa Rale,


    ich beziehe mich mal auf diesen Post aus einem anderen Thema.


    Habe in der Zwischenzeit begonnen die Servolenkung vom T3 zu zerlegen. Leider sind die Lenkungs-Getriebeteile von beiden Fahrzeugen nicht ganz identisch.


    Ich habe das Problem, dass sich bisher nur einer der beiden Nut-Gewinde-Ringe lösen lässt. Dieser ist zudem an der Nut gerissen. Trotz extra angefertigtem Nut-Ring-Schlüssel und Hebellänge von etwas über einem Meter lässt sich bis jetzt die zweite Ring-Verschraubung nicht lösen.


    Das Lagergehäuse rechts ist demontiert und auch die Innenteile sind gezogen.


    Am Ritzelgehäuse links ist auch schon das verdammt fest sitzende Ventilkörpergehäuse abgebaut und der Ventilkörper ließ sich nach entfernen der Federspange abziehen. Die Lenkspindel/-ritzel liegt nun frei und auch ein unten auf dieser sitzender Wellen-Sicherungsring (was deser sichern soll ist auch noch unklar) ist gelöst, aber die Welle kommt noch nicht frei. Bin am rätseln, ob auch noch der auf dem Foto markierte kleine Bolzen aus der Welle gezogen werden muss?


    Möchte natürlich nichts beschädigen und wollte daher erst mal an anderer Stelle weiter demontieren und gerne die Zahnstange ausbauen. Aber das geht wohl erst, wenn die Lenkspindel gelöst ist? Im RLF für den T3 steht: "Lenkritzel - zum Ausbauen mit Stirnseite auf Unterlage stoßen". Das macht aber nach meiner Einschätzung gar keinen Sinn, da es doch ausgebaut werden soll und dabei nicht durch das Ritzelgehäuse durchgestoßen werden kann, mangels entsprechender unterseitiger Gehäuseöffnung. Vielleicht ist es ein Schreibfehler und es muss heißen zum 'Einbau stoßen' zum 'Ausbau ziehen'. Nur so ergibt es m.E. einen Sinn.


    Aber mein Hauptproblem ist der nicht lösbare zweite Nuten-Gewinde-Ring, der noch das Verbindungsrohr mit dem Ritzel-Gehäuse verbindet. Im RLF steht hierzu: "Rohr am Innendurchmesser auf Riefen prüfen"! D.h. im Umkehrschluss das Ansetzen einer großen Rohrzange verbietet sich. Alternativ wollte ich jetzt dem N-G-Ring mittels einer über das Rohr geschobenen Nockenhülse - die nicht mehr abrutschen kann, wie ein öffener Schlüssel - zu Leibe rücken. Zu denken gibt mir aber auch, weshalb sich dieser Gewindering aus Stahl im Gewinde des ALU-Lenkritzels so fest verkeilt? Der N-G-Ring kann zwar auf dem Stahlrohr durch Rost anhaften, aber der Kontakt sollte doch eher lose sein, da in den Durchmessern Außenrohr zu Innenring doch etwas Spiel ist und sich beide nicht verkeilen, wie das bei Gewindegängen passiert. Außerdem "arbeitet" seit Tagen der Rostlöser.


    Diese noch anstehende Gewaltaktion wollte ich gerne ohne die derzeit noch montierte Zahnstange vornehmen, über der sich wohl noch ein weiteres, sog. Lagerrohr befindet. Da stecken also neben der Zahnstange auch noch zwei Rohre ineinander. Wie könnte ich diese im derzeitigen Zustand noch demontieren?

    Auf der offenen rechten Seite, direkt am Rohrende, ist ein Wellensicherungsring sichtbar, wenn die Zahnstange bis zum Anschlag nach rechts ausgefahren wird. Ich wollte hier aber nur dann weiter demontieren, wenn sich in dem jetzigen Demontagezustand auch wirklich die Zahnstange komplett ausbauen lässt. Die Zahnstange kann also derzeit nicht nach rechts aus dem Gehäuse herausgefahren werden. Am Endanschlag auf dieser Seite entsteht zudem noch ein Knackgeräusch, dass ich auch schon früher im Fahrbetrieb am Endanschlag als heftiges Rattern hatte. Kann hier die Ausmittelung der Zahnstange fehlerhaft gewesen sein?


    Es würde mich sehr freuen wenn jemand zu diesen Demontageproblemen etwas beisteuern kann, auch wenn die Servos 944 und T3 nicht ganz baugleich sind. Im RLF 944 steht zur Demontage leider gar nichts, der RLF T3 ist da schon mal ein ganz guter Anhalt, auch wenn sich dort der ein oder andere kleine Fehler versteckt. Sehr hilfreich wäre jemand, der schon praktische Erfahrung mit verschiedenen Servomodellen gemacht hat. Vielleicht gibt es ja den ein oder anderen, der sich auch schon versucht hat.


    Ich hänge hier mal noch weitere Fotos an, die den derzeitigen Stand der Demontage zeigen. Vielleicht hilft es auch anderen die dieses Abenteuer auch auf sich nehmen wollen. Aber Achtung, die Fotos zeigen die Servo vom T3!



    angefertigtes Werkzeug zum Ausschreuben der Nut-Gewinde-Ringe


    Gerissener Ring, der dem 1-m -Hebel nicht widerstanden hat. Auf der rechten Ringseite, nicht sichtbar, zum Rohr hin, ist der Ring durch die Ausfräsung für den Halte- / Spannring zudem geschwächt.


    Lenkritzel mit montierter Ventilhülse. Zum Abziehen der selben muss unten die breite schwarze Spange gelöst werden.


    Lenkritzel - trotz ausgenutetem Sicherungsring lässt sich die Spindel nicht ausbauen. Der Si-ring soll wohl das darunter befindliche Nadellager gegen ein Verrutschen nach oben sichern.


    Muss womöglich zum Ziehen des Lenkritzels erst der Bolzen in der Rändelnut entfernt werden? Es sieht so aus, als ob der äußere Teil als eine Art Hülse auf einem Dorn sitzt.


    Zahnstange auf Linksanschlag. Man sieht einen Sicherungsring und dahinter das sog. Lagerrohr, welcher auch noch ausgebaut werden muss.


    Ritzelgehäuse mit vermacktem, widerspenstigem Nut-Gewinde-Ring.


    Ventilhülse mit schwarzer Sicherungsspange in entriegelter Position.


    Nachdem ich nun hier alles niedergeschrieben und mit Fotos dokumentiert habe (auf Fotos sieht man oft mehr und vorallen genauer, als am schmutzigen Objekt und in der dunklen Werkstatt) kommen mir gerade neue Ideen, wie es funktionieren könnte und was ich noch versuchen kann. Aber jetzt überlege ich mal weiter und hoffe auch auf Inbut aus dem Forum.

    Beste Grüße - reidiekl (mit Betonung auf der ersten Silbe :-))


    * Lächle und sei froh, es könnte schlimmer kommen. Ich lächelte und war froh ... und es kam schlimmer! *
    * Alles wird am Ende gut - ist es noch nicht gut, ist es noch nicht das Ende! *

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