Wichtige Änderung zum Thema Reifenfreigaben!!!!!

  • Ich habe in der neuesten Ausgabe der Oldtimermarkt gelesen, daß die Europäische Kommission (laut Angabe des TÜV) bei wortwörtlich "besonders schnellen" Fahrzeugen, bei Motorrädern und bei Fahrzeugen, wie dem 3l Lupo (wg. Benzinsparreifen) die Reifenbindung des Herstellers nicht! außer Kraft gesetzt hat.
    Im Fall eines Unfalles richtet sich die Versicherung nach diesen Vorgaben. Richter gehen bei besonders schnellen Fahrzeugen lt. Angabe der Oldtimermarkt von Fahrzeugen aus, deren Bereifung ab Werk eine Geschwindigkeitsklassifikation ab V besitzt. Also bleiben die Reifenbindungen für sehr viele Porschemodelle erhalten, also doch keine freie Reifenwahl!


    ------------------
    M.G.


    [Dieser Beitrag wurde von Michael Gehrt am 31. Januar 2001 editiert.]

  • Hallo,


    ohne den Text in Frage stellen zu wollen, aber ich glaube nicht, dass in einem EU-Gesetzestext etwas von 'besonders schnellen Fahrzeugen' steht. Höchtens eine konkrete einschränkung, aber das kann ich auch nicht glauben. Denn wenn mein Porsche Reifen mit einer Zulassung bis 280 km/h benötigt, kann er die ja auch noname haben. Wenn ein Barum Reifen die Zulassung bis 280 km/h bekommen hat, dann hält er diese Geschwindigkeit doch gesetzesgemäß aus, auch wenn im KFZ-Brief 'Pirelli' steht.


    Zumindest bin ich jetzt verwirrt, denn ich habe nach _ausführlichen_ Erkundigungen bei TÜV und Polizei Barum-Reifen aufgezogen.

  • Hallo Johnny, für die Klassifikation H, V, ZR u.s.w. brauchen die Reifenhersteller nur relativ geringe Vorgaben zu erfüllen (z.B. einen Schnelllauf über eine Zeitdauer von nur wenigen Minuten. Und bei Bestehen dieser Vorgabe bekommt der Reifen das H, ZR o.ä. Siegel. Dieses sagt aber nichts über die Langzeitqualität und über die Reaktion des Reifens bei 500 km Strecke mit 260 km/h aus.
    Bei Billigreifenherstellern wird dann auch nicht großartig weiter verbessert, sondern der Reifen wird so ausgeliefert, weil bei denen im Vergleich zum Markenherstellern die Budgets für Forschung und Entwicklung viel zu klein sind.
    Das ZR heißt dann nämlich noch lange nicht, daß Dir der Reifen eines Nonameherstellers nicht bei 270 km/h nach 1 Stunde um die Ohren fliegt! Und da das die Europäische Kommission ähnlich sieht, beruft diese sich auf die Erfahrungen der Autohersteller (ganz einfach). Die Situation ist also mit der Situation Winterreifen oder nicht vergleichbar: Zwar sind Winterreifen im Winter nicht direkt vorgeschrieben bzw. man bekommt keinen Strafzettel, aber im Schadenfall hat man das Problem der Schuld bzw. Teilschuld !) Aber jeder nach seiner Fasson. Ich hab zwar auch nicht gerade im Lotto gewonnen, aber bei den wichtigsten Komponenten eines Sportwagens (Bremsen, Reifen u.s.w.) sollte man nicht sparen und gute Qualität kaufen !!


    Aber was man sicher jederzeit machen kann ist auf Markenreifen zurückzugreifen, auch wenn die nicht im Fahrzeugbrief stehen (bei Bridgestone, Pirelli, Continental, Uniroyal, Toyo, Michelin o.ä. kann man da sicher nichts verkehrt machen, aber bei Barum oder Kumho ????? Naja ich weiß ja nicht....



    PS: Und das ein Gesetzestext immer etwas sehr undeutlich, sehr biegbar und auslegbar ausfällt sind wir doch gewohnt. Das ist mit Sicherheit nicht der erste Gesetzestext, der eine unterschiedliche Auslegung erlaubt. Es bedarf da sicher einiger Referenzurteile, aber wenn die Richter festgelegt haben, daß die Freigaben ab der Klassifikation V eingeschränkt werden, ist dies mit Sicherheit schon geschehen.



    ------------------
    M.G.


    [Dieser Beitrag wurde von Michael Gehrt am 23. Februar 2001 editiert.]


    [Dieser Beitrag wurde von Michael Gehrt am 23. Februar 2001 editiert.]

  • Nachfolgend der Originalauszug aus dem Oldtimermarktartikel:


    Aktuelles Thema


    Freie Markenwahl bei Reifen
    ist noch ein zweischneidiges Schwert


    Auch wenn es in den Kfz-Papieren anders steht: Jeder Autofahrer kann beim Reifenkauf zu seiner Wunschmarke greifen. Hat der Hersteller dennoch eine sogenannte Fabrikatsbindung eingetragen, so ist sie für Autos ungültig und nicht bindend. Das geht laut TÜV Süddeutschland aus einem Beschluss der Europäischen Kommission hervor, die Fabrikatsbindung ist nur noch als Empfehlung anzusehen. Aber wie könnte es anders sein, es gibt Ausnahmen: Für Zweiräder bleibt die Markenbindung vorerst bestehen, bei Autos, bei denen es um die Einstufung in der Kfz-Steuer geht, ebenfalls (Beispiel: die Bereifung des Dreiliter-Lupo). Und auch "bei besonders schnellen Wagen" bleibt die Reifenbindung. Diese schwammige Formulierung kann im Falle eines Unfalls zu Schwierigkeiten mit der Versicherung führen. Urteile hierzu existieren noch nicht. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk rät deshalb, ab dem Geschwindigkeitsindex V bei den vom Hersteller freigegebenen Reifen zu bleiben.



    ------------------
    M.G.