Nicht alles ist gut, was von oben kommt!

An einem so schönen sonnigen Tag wie heute wäre es fast eine Sünde, sich in der Wohnung aufzuhalten.
Ein schneller Anruf beim Sohn, ich komme kurz vorbei, wir müssen noch ein paar Sachen besprechen. Einverstanden, wann kommst du? In einer Stunde bin ich bei dir.
Also den Porsche aus der Remise geholt, Verdeck geöffnet und los gehts. Herrliche Luft, allerdings nur kurz, denn die Bauern links und rechts der Schnellstraße scheinen gerade den Supercup der Güllefahrer auszutragen.
Münster zeigt sich mal wieder von seiner unschönen Seite. Müssen denn alle heute noch in die Stadt fahren? Langsam schiebt sich der Wagenpark gen Ampel, die in zu kurzen Abständen wieder zum Stoppen zwingt.
Die Sonne brennt ja schon ziemlich heftig, denke ich gerade und da schiebt sich ein riesiger LKW langsam links an mir vorbei. Aus mit der Sonne.
Plötzlich platscht es lautstark hinter mir. Ich kann nicht sofort feststellen, wo das Geräusch herkommt, aber mit dem langsam weiterfahrenden LKW kommt es näher.
Ich drehe mich um, es hupt jemand heftig, ich glaube es nicht, direkt hinter mir sucht ein fetter Strahl von oben aus dem Transporter seinen Weg nach unten und hat fast mein Auto erreicht.


Jetzt erkenne ich den Ursprung der üppigen Quelle. Aus dem fülligen Hinterteil eines Schweines aus der ersten Etage schießt im hohen Bogen die Notdurft nach draußen auf die Straße.
Was soll ich machen. Zu spät zum Schließen des Verdecks. Eingekeilt von anderen Autos und sicher mit kreideweißem Gesicht harre ich der Dinge, die wohl jetzt sofort unweigerlich auf mich herunterrieseln werden.


Der LKW hält wieder, der Strahl verliert an Intensität, bis er plötzlich ganz stoppt. Ich kann förmlich spüren, wie die vielen netten Fahrer und Beifahrer in meinem Umfeld grinsend dieses Spiel verfolgt haben. Zwar hatte wohl irgendjemand Mitleid mit mir und wollte mich hupend warnen, doch niemand hätte etwas daran ändern können, wenn diese Ferkelei mein Auto vielleicht außen, oder auch noch innen getroffen hätte.
Jetzt erkenne ich auch das Auto in seiner ganzen Ausdehnung. Ein Viehtransporter auf dem Weg zum Schlachthof. Das was mich da vielleicht getroffen hätte, wäre also das Letzte gewesen, was diese Kreatur kurz vor seinenm Tod noch von sich geben konnte.
Ganz beschäftigt mit der Situation übersehe ich völlig die inzwischen freie Bahn vor mir.


Gas und weg. Was habe ich da für ein Glück gehabt. Ich stelle mir vor, wie sich dieser undisziplinierte Strahl langsam in meinem Auto verteilt.
Womit wir Cabriofahrer manchmal konfrontiert werden? Ich glaube es nicht.
Mein Sohn wartet schon. Als ich ihm diese Geschichte erzähle, können wir beide nur noch herzlich lachen.
Ob ich es auch gekonnt hätte, wenn ich getroffen worden wäre, möchte ich bezweifeln.


Es ist also immer von Vorteil darauf zu achten, wer vor, neben, hinter oder sogar über einem fährt.
Zuviel Frischluft tut also nicht immer gut.


Schönen Sonntag :wink:
Wolfgang


(das ist mir heute tatsächlich passiert)

.....997/2 Turbo S Cabrio


Gruß
Wolfgang




Man muss die Tatsachen kennen, bevor man sie verdrehen kann.
Mark Twain

Porsche: (noch) kein Porsche